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Alexandra Altmann

Abschlussprojekt der Ausbildung Zusatzqualifikation Erlebnispädagogik

im Arbeitsfeld Jugendhilfe, Schule, KJP

des KAP-Institutes

 

 

„Der Wald, das Abenteuer und wir“

 

 

Erlebnispädagogisches Projekt von Alexandra Altmann

 

28. bis 30. September 2007

 

 

 

 

 

Inhaltsverzeichnis

 

1. Einleitung/Beschreibung der Einrichtung (hier gekürzt)

2. Erlebnispädagogisches Konzept

3. Zielgruppe

4. Projektverlauf

5. Nachbereitung

6. Reflexion

7. Öffentlichkeitsarbeit

8. Literaturverzeichnis

9. Anhang (hier gekürzt)

 

 

 

1. Einleitung/Beschreibung der Einrichtung

 

Einrichtung für leicht bis schwer geistig behinderte Frauen und Männer mit vollstationärer, bewohnerorientierten Rund-um-die-Uhr-Versorgung.
(Die ausführliche Beschreibung der Einrichtung wurde aus Gründen der Annonymität hier nicht übernommen).

 

 

2. Erlebnispädagogisches Konzept

 

In der Einrichtung gab es vor einigen Jahren eine Mitarbeiterin, die ebenfalls die Ausbildung zum Erlebnispädagogen machte. Diese hat jedoch bald danach gekündigt und die Pläne der Heimleitung zur Einführung verschiedener erlebnispädagogischer Maßnahmen wurden wieder auf Eis gelegt. Durch die nicht ausbleibenden Veränderungen in den Eingliederungsgruppen, wie z.B. Verlegungen wegen kriminellen Handlungen oder aber auch gesundheitlichen Problemen, legte man in der Einrichtung das Hauptaugenmerk nicht mehr auf die Erlebnispädagogik. Erst in den letzten zwei Jahren zog man dies wieder in Erwägung. Es wurden innerhalb eines Jahres vier Bewohner aufgenommen, die Anfang 20 sind und deren Diagnostik sich auf eine leichte geistige Intelligenzminderung beschränkt. Ebenso wurde wie in Punkt 1. beschrieben eine Außenwohngruppe eröffnet, die sich in Richtung Ambulanz bewegt. Die „Jungen Wilden“ (Generation 18+) sind im Gegensatz zum Großteil des bisherigen Klientels körperlich recht fit und wollen den ganzen Tag beschäftigt werden und sich auspowern. Dies ist im alltäglichen Ablauf der Gruppen jedoch fast nicht möglich und erschwert die Situation für beide Seiten. Die Bewohner bekommen Langeweile, das derzeitige TSM (Tagesstruckturierende Maßnahme)-Angebot ist oft unzureichend. Hinzukommt der Generationskonflikt, der in einer Gruppe am sichtbarsten ist. In dieser Gruppe wohnen 16 Bewohner. Vier davon zogen vor über einem Jahr in die Außenwohngruppe und zwei Bewohner wurden aus verschiedenen Gründen verlegt. Nachbelegt wurden junge Menschen mit einer geistigen Intelligenzminderung und Störungen im sozialen Bereich. Seitdem herrscht in dieser Gruppe ein großes Aggressionspotenzial. Die „Alten“ wollen sich von den „Jungen" nichts sagen lassen und umgekehrt genauso.

 

Momentan hat sich die Situation in der Gruppe sehr verschlechtert. Die Heimleitung bot mir an, die Ausbildung zur Erlebnispädagogin zu finanzieren. Die Ereignisse im letzten Jahr haben gezeigt, dass dies notwendig war, um unserem Klientel eine neue Möglichkeit des Lernens, Sammeln von Erfahrungen und Erkennen neuer Sichtweisen zu bieten. Vor kurzem wurden im Systemcheck des Hauses verschiedene Vorschläge zur Erweiterung des Konzeptes, die Ressourcen des Hauses aber auch die Probleme, die entstehen können, erörtert. Jedoch hat die Erlebnispädagogik im Rahmen der Einrichtung schon jetzt einen festen Platz bekommen.

 

Für Menschen mit geistiger Behinderung ist die Selbstversorgung und Eigenorganisation sehr fordernd und schafft nachhaltige Eindrücke bei ihnen. Die Bewohner sind es gewöhnt, täglich von anderen versorgt und behütet zu werden.

 

Deshalb stellt für die meisten von ihnen schon das Zelten im Wald, ein Lagerfeuer oder Aktionen in der Kleingruppe ein großes Erlebnis für sie dar. Ich wollte den Heimbewohnern die Möglichkeit bieten, Neues oder Ungewohntes und sich selbst und die anderen Teilnehmer in nicht alltäglichen Situationen zu erleben. Das Schlafen im Zelt, das Lagerfeuer und die Waldolympiade boten sich dadurch hervorragend für mich an. Die Rahmenbedingungen, wie z.B. die Holzbeschaffung, das Kochen und den Spüldienst unter einfachen Gegebenheiten zu managen, verlangt von jedem Teilnehmer viel Verantwortung und Durchhaltevermögen.

 

Da der Versicherungsstatus bis zum Zeitpunkt meines Projektes noch nicht genau geregelt war, beschloss ich, auf das Medium Kanu zu verzichten. Dies hätte ich gerne mit eingebaut. Meine Kollegin und ich beschlossen jedoch, dieses dann eventuell beim nächsten Projekt anzubieten. Ebenso wollten wir die Bewohner beim ersten Mal nicht überfordern, da uns das Projekt vom Ablauf her auch ohne Kanu stimmig und voll gepackt erschien. Ich legte an diesem Wochenende viel Wert auf Teamwork und Kooperation. Dies sollte den Teilnehmern durch viele kleine Aktionen und der Waldolympiade vermittelt werden. Sie sollten erkennen, dass es auch im Alltag oft leichter geht, wenn man Dinge miteinander anpackt. 

 

Ziele:

 

•  Eigeninitiative, Kreativität und Improvisation entwickeln durch verschiedene Problemlöseaufgaben
•  Aufgrund gemeinsamer Handlungen sind die Teilnehmer gefordert, miteinander zu kommunizieren und kooperieren
•  Die Teilnehmer sollen erkennen, dass man Grenzen überwinden kann; Steigerung des Selbstwertgefühls und der Selbständigkeit;
•  Die Natur erleben und Spaß dabei haben

 

Mein Projekt fand statt vom 28. - 30.09.07. Das Thema „Der Wald, das Abenteuer und Wir“ deshalb, da wir die drei Tage größtenteils im Wald verbrachten und die Aktionen und Spiele für die Teilnehmer großes Abenteuer bedeuteten. Wir übernachteten in einem Privatwald, der öfters an Jugendgruppen vermietet wird. Zelte wurden aufgestellt im nahe gelegenen Wald. Die mit gemietete Ferienwohnung bot die Möglichkeit, bei allzu schlechten Wetter, auf Gemeinschaftsbetten auszuweichen. Ebenso war ein Bad und ein Gemeinschaftsraum vorhanden. Am Waldrand war genügend Platz für das Warm-up und die „Traumwiese“ am anderen Ende des Dorfes, war der optimale Platz für unsere Waldolympiade. Abfahrt war am Freitag um 14.00 Uhr und Ankunft in den jeweiligen Gruppen war am Sonntag ca. 19:30Uhr.

 

 

3. Zielgruppe

 

Die Gruppe setzte sich aus fünf männlichen Teilnehmern zusammen. 1 Teilnehmer wohnt in der Außenwohngruppe. Die vier anderen Teilnehmer, Herr B., Herr Kr., Herr Sch. und Herr H., wohnen im Haus xy. Obwohl Herr K. nicht in derselben Gruppe mit den anderen Teilnehmern wohnt, kennen sich die fünf vom gemeinsamen Fußballspielen in der hauseigenen Mannschaft, der Arbeit in der Tagesstrukturierenden Maßnahme (TSM) und der monatlich stattfindenden Cafeteria.

 

Die Suche nach einer Kollegin, die mit mir das Projekt durchführt, gestaltete sich nicht schwierig. Ich kenne Sabine schon länger. Wir hatten in einem Team gearbeitet und sie übernahm vor einem Jahr meine Stelle als Leitung der Gruppenübergreifenden Aktivitäten im Haus xy. Daher wusste ich auch, dass sie sich sehr gut mit den Bewohnern versteht und auch wichtig für mich war, dass Sabine naturverbunden ist. Die Teilnehmer kannte sie aus der Cafeteria und durch gelegentliche Treffen in der TSM. Bei unseren Vortreffen tauschten wir uns rege über unser Wissen über die Teilnehmer aus, damit wir eventuelle Stärken und Schwächen erkennen und in das Konzept aufnehmen konnten. Mit der Heimleitung hatten wir im Vorfeld abgeklärt, dass die am Wochenende entstehenden Überstunden, von Sabine abgefeiert werden können und für sie dadurch keine Überbelastung entsteht.

 

Meine selbstgesetzte Obergrenze für die Gruppe waren sechs Teilnehmer. Nach Absprache mit Sabine, blieben wir auch dabei. Durch Beobachtungen, Gespräche mit Bewohnern und Mitarbeitern, beschlossen wir, das Projekt mit sechs genannten Teilnehmern durchführen. Wir mussten sie nur noch fragen, ob auch alle Lust haben, uns zu begleiten. Ein Teilnehmer sagte uns dann jedoch ab und wir verringerten die Teilnehmerzahl auf fünf Personen. Durch die verschiedenen Behinderungsgrade einiger Bewohner ist es vielen im Hause gar nicht möglich an Projekten teilzunehmen, die länger als 1 - 2 Stunden andauern. Andere verspüren gar nicht das Bedürfnis nach Erleben und Selbsterfahrungen außer Haus. Deshalb blieben wir letztendlich bei der Teilnehmerzahl.  Herr B., Herr H. und Herr Schw. gehören zu der so genannten Generation 18+. Die drei Bewohner haben, wie Herr Kr., extreme Schwierigkeiten auf „normale“ Art und Weise miteinander in Kontakt zu treten. Im Haus xy wird jedoch alles möglich gemacht, um diese Generation einzugliedern, ohne allzu großen Generationenkonflikt. Wie schon in Punkt 2. erwähnt, hat sich die Situation in letzter Zeit zugespitzt und die Mitarbeiter standen voll hinter meinem Projekt. Herr K. aus der AWG  wiederum ist eher in sich gekehrt und mehr Selbstbewusstsein wäre bei seiner weiteren Entwicklung extrem wichtig.

 


Beschreibung der einzelnen Teilnehmer:

 

Herr B.

ist 23 Jahre alt und wohnt in der Wohngruppe xy. In die Einrichtung wurde er 2006 aufgenommen. Seine Vorgesichte ist von häuslichem, sexuellem Missbrauch gekennzeichnet. In seinem letzen Aufenthalt einer Jugendeinrichtung, kam es zu einer Gerichtsverhandlung, in der Herr B. als Zeuge aussagen musste. Auch hier ging es um sexuelle Übergriffe, an denen Herr B. mitbeteiligt war. Diagnostiziert wurde bei Herrn B. eine mittelgradige Intelligenzminderung. Er steht unter Betreuung in den Bereichen Aufenthalt, Heilbehandlung, Vermögen und Post. Auf die regelmäßige Einnahme seiner Medikamente achtet das Personal. Herr B. hat ein sehr provokantes Sozialverhalten. Dies führt häufig zu Konflikten und Auseinandersetzungen mit Bewohnern aber auch dem Personal. Konflikte entstehen vermehrt dadurch, dass er Gegenstände anderer Bewohner (wenn sie ihm gefallen), als seine eigenen ansieht, diese in seinem Zimmer bunkert und bei Zuredestellung jegliche Beteiligung abstreitet. Bei Auseinandersetzungen wird Herr B. schnell aufbrausend und beschimpft auch das Personal. Er versucht das Personal untereinander auszuspielen, braucht klare Ansagen. Herr B. ist noch recht kindlich (spielt gerne mit Legos und mit selbst gebasteltem Holzspielzeug. Provokant sind auch Herrn B.´s Aussagen wie, „Du Spasti“ „Mach das so und so…!“ Diese richten sich an schwächere Mitbewohner seiner Gruppe, deren Anwesenheit ihm in bestimmten Momenten nicht passt. Herr B. ist handwerklich sehr geschickt und fleißig. Er arbeitet unter der Woche in der TSM. Davon 2 Tage in der Holzwerkstatt in einer Kleingruppe von vier Bewohnern und einem Personal. Diese Gruppenkonstellation sagt ihm sehr zu und dort ist sein Verhalten auch größtenteils sehr vorbildlich. Herr B. hat im erlebnispädagogischen Bereich etwas Erfahrung, da er in einer seiner früheren Einrichtungen schon Klettern und Kanu fahren war. Er freute sich schon riesig auf das bevorstehende Wochenende. Mein Ziel war es, bei Herrn B., dass Gefühl zu vermitteln, dass Probleme oder schwierige Situationen miteinander besser gelöst werden können. Durch die Kooperations- und Abenteuerspiele sollte er eine Überbrückung in den Alltag aufnehmen und die Toleranz gegenüber Schwächeren sollte sich steigern. Ebenso wollte ich bei ihm die Freude an der Erlebnispädagogik wieder wecken, da er sich ja gerne mehr zum austoben wünscht. Herr B. hat augrund rechtlicher Grundlagen keinen Ausgang. Er teilt sich sein Zimmer mit einem gehbehinderten Mann, der ihm verbal überlegen ist.

 

Herr K.

ist 45 Jahre alt. Bei Herrn K. wurde eine leichte Intelligenzminderung mit einer Anpassungsstörung diagnostiziert. Er lebte, bis zu deren Tod 2006, bei seiner Mutter. Mit seiner Familie ist er zerstritten. Herr K. hat ein sehr geringes Selbstwertgefühl und kann sich nur schlecht gegenüber anderen behaupten. Er kann mit anderen kommunizieren, hat jedoch Angst vor möglichen Konsequenzen und ist sehr unsicher im Umgang mit Fremden. Er lebt seit Frühjahr 2007 in der AWG in xy und hat die Aussicht auf eine eigene Wohnung mit ambulanter Betreuung. Herr K. besucht die Werkstatt für Behinderte in xy. Momentan wohnt er mit zwei weiteren Männern in einer Wohnung, in der er mit Hilfe des Personals sein Wissen im lebenspraktischen, sozialen und kulturellen Bereich erweitert. Ziel ist dort unter anderem, dass Herr K. seine Freizeit selbst gestalten kann und unabhängiger von Gruppe und Personal wird. Herr K. zieht gerne über andere her, versucht diese schlecht zu machen, um selbst in einem besseren Licht zu erscheinen. Bei Fragen an das Personal, schickt er oft andere vor, traut sich selbst nicht. Richtige Freunde hat er nicht, er hat Probleme, Freundschaft zu definieren und von sich aus öfteren und regelmäßigen Kontakt mit anderen aufzunehmen bzw. zu halten. Mein Ziel während des Wochenendes war es Herrn K. zu vermitteln, dass er sich in Gruppen wohl fühlen kann ohne vor möglichen unangenehmen Konsequenzen Angst zu haben. Ich wollte ihm Abwechslung zum Alltag bieten und sein Selbstwertgefühl steigern. Herr K. ist körperlich sehr fit. Er freut sich über verschiedenste Aktionen und war auch schon sehr gespannt, was ihn während des erlebnispädagogischen Wochenendes erwartete, denn darin hatte er keinerlei Erfahrung.

 

Herr Schw.

ist 24 Jahre alt. Bei Herrn Schw. wurde ein geistiger Entwicklungsrückstand, sowie hyperkindliche Störung des Sozialverhaltens diagnostiziert. In der Gruppe xy wohnt er seit 2006. Er wohnte bis vor einigen Jahren bei seiner Familie in der Nähe von xy, bevor er aufgrund seines aggressiven Verhaltens in einem Heim untergebracht wurde. Sein Aufenthalt im letzten Heim scheiterte aufgrund massiver Aggressionen. Es kam bei Aufenthalten zuhause wiederholt zu Alkoholmissbrauch in der Vergangenheit. Herr Schw. sucht aktiv Kontakt, es ist ihm wichtig von anderen gemocht und akzeptiert zu werden.  In der Wohngruppe xy ist er mitunter distanzlos, klebt am Personal und sucht Aufmerksamkeit. In Konfliktsituationen fühlt er sich schnell missverstanden und gekränkt. Entschuldigt sich dann später übermäßig. Im Bezug auf die Lösung von Konflikten bestehen Defizite. Verlangt öfters nach Bedarfsmedikation, da er laut seiner Aussage „unter Strom steht“. Wenn Herr Schw. sich ärgert schubst er manchmal schwächere Bewohner, droht mit der Faust oder provoziert andere mit verbalen Aussagen. Herr Schw. wird vom Gruppenpersonal als Mitläufer geschildert, der das Verhalten vermeintlich „stärkerer“ Bewohner imitiert. In der Wohngruppe xy ist dies Herr B., von dem Herr Schw. in manchen Situationen profitiert, andererseits aber auch abgezockt oder links liegen gelassen wird. Durch eine seit längerem stattfindende Medikamentenänderung zeigt Herr Schw. zwei Gesichter. Zeitweise ist er sehr unbeherrscht im Umgang mit anderen, auf der anderen Seite ist er sehr antriebslos und träge. Herr Schw. nimmt gerne an Angeboten teil. Herr Schw. hatte keine Vorerfahrung im erlebnispädagogischen Bereich. Um das Selbstwertgefühl von Herrn Schw. zu steigern, war mein Ziel Herrn Schw. Eigeninitiative übernehmen zu lassen und ihm aufzuzeigen, dass man Grenzen überwinden kann. Ebenso war ein Ziel, den hoffentlich entstehenden guten Umgangston vom Wochenende mit in den Alltag zu übernehmen.

 

Herr H.

ist 24 Jahre alt und wohnt seit 2006 in der Wohngruppe xy. Er teilt sich sein Zimmer mit einem weiteren Bewohner, den er teilweise regelrecht ignoriert. Seine Diagnose lautet auf mittelgradige Intelligenzminderung mit Verhaltensauffälligkeiten. Herr H. zeigt bei Konflikten autoaggressives Verhalten, wie sie in die Hand zu beißen. Wenn er sich ärgert oder in die Enge gedrängt fühlt, zerreißt er seine Kleidung, er isst Papier. Durch seine Entwicklungsverzögerung zeigt er teilweise kindliche Verhaltensweisen

 

•  im Sozialverhalten: ohne Anwesenheit eines Erziehers ärgert er seine Mitbewohner und freut sich über deren Reaktion. Bevorzugtes Opfer ist seit längerem Herr K.

•  in der psychosexuellen Entwicklung. Im Kinderheim bat er kleiner Kinder, sich auszuziehen. Vor kurzem wurde er vom einem Personal beobachtet, wie er den Intimbereich einer Mitbewohnerin inspizierte.

 

Herr H.

ist fasziniert von Tieren, er geht auf Kuhweiden etc. und meldet sich dabei nicht immer ab. Gespräche mit Herrn H. drehen sich meist um gleiche Themen, tiefer gehende Fragen blockt er ab. Herr H. hat regelmäßigen Kontakt zu seinen geschiedenen Eltern. Diese versucht er jedoch auszuspielen. Fühlt er sich von ihnen vernachlässigt, beleidigt er sie aufs Übelste.Freundschaften pflegt er keine. Von seinen Mitbewohnern wird er größtenteils akzeptiert. Herr H. zieht sich in der Freizeit häufig zurück um alleine zu sein. Wird er vom Personal an seine Pflichten bzw. Ämter erinnert, bockt er schnell und igelt sich ein. Ziel an diesem erlebnispädagogischen Wochenendes war es, Herrn H. Spaß in der Gruppe und an den Aktivitäten zu vermitteln. Ebenso legte ich großen Wert auf die Kooperations- und Abenteuerspiele, um Herrn H. die Verbindung zum Alltag aufzuzeigen, dass man miteinander vieles leichter schaffen kann. Ebenso hoffte ich, dass sich sein Verhalten gegenüber Herrn K. an diesem Wochenende bessern würde.

 

Herr Kr.

wohnt ebenfalls in der Wohngruppe xy. Er ist 46 Jahre alt und hat eine Intelligenzminderung vom Grade der Imbezillität bei frühkindlicher Hirnschädigung. Herr Kr. teilt sich sein Zimmer mit einem weiteren Bewohner. Herr Kr. hat ein sehr aufgeschlossenes, freundliches Wesen. Fremden gegenüber ist er sehr distanzlos. Bei auftretenden Konfliktsituationen spricht und schimpft Herr Kr. sehr laut mit sich selbst. Er ist sehr umgänglich und leicht lenkbar. Herr Kr. kann weder lesen, rechnen noch schreiben. Die Regeln einfacherer Spiele kann er nicht erfassen. Er ist jedoch mit Eifer bei jeglicher Aktion dabei und hat Spaß und Freude an Angeboten. Vor allem auf das Wochenende freute er sich sehr, obwohl er sich bei den Vortreffen noch nicht sicher war, ob er im Zelt schlafen möchte. Herr Kr. hatte keinerlei Vorerfahrung im erlebnispädagogischen Bereich. Bei der individuellen Basisversorgung, wie Körperpflege, Duschen, Essen benötigt er teilweise Kontrolle. Duscht sich zwar selbständig, jedoch nur in Anwesenheit des Personals. Bei Abwesenheit unterlässt er dies einfach. Freundschaft pflegt er zu einer Bewohnerin der Gruppe 2, die er regelmäßig bei Festen sieht. In seiner Gruppe wird er von den anderen akzeptiert, hat jedoch keine festen Freundschaften. Probleme hat er mit den „Jungen Wilden“, die in ihm einen schwächeren Gegner sehen und oft ihre verbalen und körperlichen Aggressionen an ihm auslassen. Ich hoffte Herrn Kr., trotz seiner geistigen Unterlegenheit, in die Gruppe integrieren zu können und ihn in den Spielen bzw. Aktionen auch eine „Führungsrolle“ zu übertragen. Ich wollte den anderen Teilnehmern sichtbar machen, dass auch Herr Kr. gute „Qualitäten“ hat.

 

 

4. Projektverlauf

 

Von Anfang an war für mich klar, dass ich mit den Teilnehmern zelten möchte. Berücksichtigen musste ich, dass unsere Bewohner, außer Herrn B. (in einem seiner früheren Jugendheime), keine erlebnispädagogischen Angebote kennen. Das bisherige Konzept des Hauses machte es nur schwer möglich, längerfristige Außenaktivitäten mit körperlicher Anstrengung durchzuführen. Hierbei geht es vor allem um Personalfragen, Alter und Behinderungsgrad der Bewohner. Da Erlebnispädagogik erst in der Zukunft unseres Hauses, nach langwierigem Umstellen der Gruppenkonstellationen und neuen, bevorstehenden Aufnahmen eine größere Rolle spielen wird, war es sowohl für die Bewohner als auch für die Mitarbeiter des Hauses xy das erste Mal, dass ein solches Projekt durchgeführt wurde.

 

Ich bat die Mitarbeiter der Wohngruppen und der TSM (tagesstrukturierende Maßnahmen) in einem Gespräch um ihre Meinung, für welche Bewohner sich ein erlebnispädagogisches Projekt anbieten würde. Es zeigte sich, dass sowohl im Bereich Wohnen als auch in der Arbeit, die „jungen Wilden“ sich körperlich auspowern wollen, ihnen schnell langweilig wird und sie Spaß an Neuem und Unbekannten haben. Nach Nachfrage bei den Bewohnern kristallisierte sich schnell heraus, dass auch die Personen teilnehmen wollten, die wir im Auge hatten. Die Mitarbeiter bestätigten, dass die Bewohner sich sehr über eine Teilnahme freuen würden und gerne ein Abenteuer im Wald erleben möchten. Wir einigten uns gemeinsam darauf, dass bei der Zielgruppe die Teilnehmerzahl von sechs Personen ausreichend sein wird, da der Betreuungsaufwand bei diesen Projekten sehr hoch ist und für die Maßnahme nur ein weiterer Mitarbeiter zur Verfügung gestellt werden konnte. Ebenso sollte bei Projekten die Gruppe nicht zu groß sein, damit die Teilnehmer ihren Handlungsspielraum nutzen, ihr Umfeld überschauen können und wirklich Eigeninitiative und Verantwortung tragen können. Nur in einem überschaubaren Umfeld, kann jeder ein Bewusstsein seiner Identität entwickeln, weil er ständig und unmittelbar erlebt, wie er von den anderen wahrgenommen wird.

 

Bei der Auswahl einer weiteren Begleitperson war mir wichtig, dass die Mitarbeiterin, die mit mir das Projekt durchführen wird, Bezug zur Natur hat und sich gerne daran beteiligen möchte. Ich fragte Sabine, ob sie Lust habe, bei diesem Projekt mitzuhelfen. Die Heimleitung war mit meiner Wahl einverstanden. Nachdem ich einen groben Ablaufplan erstellt hatte, vereinbarten Sabine und ich ein Planungstreffen, indem alle vorläufigen Ablaufschritte durchgegangen und geplant wurden. Sabine brachte ihre Vorschläge mit ein und wir berieten uns und änderten oder ergänzten noch einige Schritte. Meine Kollegin rief mir auch immer wieder ins Gedächtnis, dass wir die Bewohner nicht überfordern dürfen und genügend Pausen einplanen.

 

Am selben Tag fand ein Treffen mit den Teilnehmern statt, indem alle Checklisten (siehe Anhang) erstellt wurden. Hier klärten wir auch, wer Schlafsäcke, Zelte usw. von den Eltern mitnimmt oder für wen Sabine und ich welche besorgen müssen. Ebenso konnten die Teilnehmer noch eventuelle Wünsche und Bedürfnisse mit einbringen, die wir dann bei der endgültigen Planung des Projekts versuchten zu berücksichtigen. Wir erarbeiteten daraus unser konkretes Projekt und klärten alle nötigen Rahmenbedingungen. Den Einkauf der Lebensmittel übernahmen Sabine und ich gemeinsam. Wir organisierten im Vorfeld den Bus der TSM, da dieser an den Wochenenden nicht benötigt wird und wir diesen problemlos benutzen konnten. Da dieser Bus recht wenig Stauraum bietet, einigten Sabine und ich uns darauf, am Vormittag vor Projektbeginn, schon die Lebensmittel und die benötigten Materialen zur Unterkunft zu bringen. Sabine stellte uns kostenlos ihre Videokamera zur Verfügung.

 

Ich zog Erkundigungen ein, wer vom 28. - 30.09. Gruppendienst hat. Notierte mir alle wichtigen Telefonnummern, wie z.B. die der Rufbereitschaften im Hintergrund, die sofort ausrücken, wenn Notfälle mit den Bewohnern entstehen; des ärztlichen Notdienstes usw. Von den Betreuern der Teilnehmer habe ich eine schriftliche Einverständniserklärung eingeholt. Infos über mögliche Gesundheitsrisiken der Teilnehmer verschaffte ich mir durch Rücksprache in den Teams und durch Akteneinsicht. Alle erforderlichen Impfungen waren bei den Teilnehmern vorhanden. Ebenso informierten wir die Gruppenmitarbeiter, dass uns bei der Abfahrt die benötigten Informationsbögen für eventuelle Krankenhauseinweisungen, sowie die Versichertenkarten der Teilnehmer mitgegeben werden. Zudem nahmen wir zu allen Unternehmungen eine Notfalltasche mit, die einen Erste -Hilfe Koffer, Bedarfsmedikationen und ein Handy enthielten. Bei der Vermieterin der Wiese informierte ich mich über eine Wanderstrecke durch den Wald. Diese überließ mir eine Infobroschüre über einen Wanderweg in der Nähe. Diesen gingen Sabine und ich einige Tage vor dem geplanten Projekt ab, damit wir mögliche Gefahrenstellen umgehen konnten. Ebenso besichtigten wir die „Traumwiese“ auf der unsere Waldolympiade stattfinden sollten, um eventuelle Gefährdungen zu beseitigen. Wichtig bei der Planung war uns, dass die Bewohner an dem Projektwochenende die Möglichkeit haben, an Grenzen zu stoßen, Ängste zu erleben und zu erkennen, dass diese überwunden werden können.

 

Finanziert werden konnte unser Projekt folgendermaßen:

•  Die benötigten Lebensmittel sowie die Batterien für Kameras und Stirnlampen wurden von der Heimleitung über Sonderkosten finanziert. Dies betrug insgesamt ca. 100 Euro

•  Die Kosten für die Wohnung und den Zeltplatz übernahm zum Großteil der Qualitätszirkel „Öffentlichkeitsarbeit“ der Einrichtung

•  Die restlichen Kosten von 50 Euro wurden auf die Teilnehmer verteilt, da es der Heimleitung wichtig war, den Bewohnern aufzuzeigen, dass sie ihren Teil zu größeren Projekten leisten müssen

 

 

Geplanter Projektablauf:

 

Freitag, 28.09.:

14 Uhr: Abfahrt in xy und Abholung der Teilnehmer aus xy.

15 Uhr: Ankunft in xy Gemeinsamer Zeltaufbau, Gepäckverteilung

16 Uhr: Örtlichkeiten kennen lernen; Toilette, Räume der Ferienwohnung, Holzschuppen, Lagerfeuerplatz

17 Uhr – 18 Uhr: Gemeinsame Runde mit Einteilung der Teilnehmer in 2 Gruppen; „Geräuschememory“

1. Gruppe: Fr. und So. Essen kochen und Abspülen
                  Sa. Holz sammeln und Lagerfeuer

2. Gruppe: Fr. und So. Holz sammeln und Lagerfeuer
                  Sa. Essen kochen und Abspülen

jeder Teilnehmer bekommt die Möglichkeit, ein Waldbuch anzulegen, um Eindrücke, Erinnerungen und Gefühle jedes Tages festzuhalten
Regeln werden aufgestellt: wir rauchen nicht im Haus, wer sich von der Gruppe oder dem Haus entfernt muss sich abmelden usw.

18 Uhr - 20 Uhr: Lagerfeuer, Grillen über dem Feuer, jeder übernimmt seine Dienste

kurze Zwischenreflexion: „Caesars Daumen“, Notizen im Waldbuch festhalten,
Ausblick auf  den morgigen Tag

20 Uhr: Nachtwanderung mit Gruselgeschichte und gemütlicher Ausklang am Lagerfeuer

 

Samstag, 29.09.:

8 Uhr: Gemeinsames Frühstück

9 Uhr: Warm-up zum Einstieg in den Tag „Der Einbruch“

10 Uhr - 15Uhr: Proviant und Rucksäcke herrichten, gemeinsame Wanderung mit Pausen und Kooperations- und Abenteuerspielen „Fuchs und Hase“, „Gordischer Knoten“
alternativ bei Regen: „Action-Memory“, „Künstler des Waldes- Ein Waldbild“

15 Uhr - 16 Uhr: Nach der Rückkehr Zeit zur Entspannung und Ruhe

16 Uhr - 19 Uhr: Bau eines Pizzaofens mit anschließendem Pizzaessen

19 Uhr - 20 Uhr: Gemeinsame Tagesreflexion „Smileys“ und Möglichkeit, das Waldbuch weiterzuführen, kurzer Überblick über den morgigen Tag

20 Uhr - ? Uhr: Gemütlicher Ausklang des Tages mit eventuellem Lagerfeuer

 

Sonntag, 30.09.

8 Uhr: Gemütliches Frühstück

9 Uhr: Kurze Einführung in den Ablauf der Waldolympiade und den Gesamtablauf des restlichen Tages

9.30 Uhr: Gemeinsames Packen der benötigten Materialien und Lebensmittel und auf geht’s zur „Traumwiese“

10 Uhr - 14 Uhr: Waldolympiade; fünf verschiedene Aktionen als Gruppe oder einzeln sind zu meistern (+1 Bonusaufgabe); hat es die Gruppe geschafft fünf Aufgaben zu meistern, bekommen sie als Höhepunkt eine Urkunde verliehen, dazwischen werden immer wieder benötigte Pausen eingelegt

14 Uhr - 14.30 Uhr: Rückkehr zum Zeltplatz

14.30 Uhr - 15.30 Uhr: Zeit zum Kräfte sammeln und evt. Brotzeit, Zeit für das Waldbuch

15.30 Uhr - 16 Uhr: Urkundenvergabe

16 Uhr - 17 Uhr: Gesamtreflexion in der gemeinsamen Runde über die Waldolympiade und das gesamte Wochenende, Gesammelte Eindrücke? Spannende Erlebnisse? Neue Erkenntnisse?

17 Uhr - ? Uhr: Zeltabbau, Aufräumarbeiten im Wald und im Haus und anschließende Heimfahrt

 

 

Tatsächlicher Projektverlauf:

 

Freitag, 28.09.:

Pünktlicher Start um 14 Uhr. Die Teilnehmer aus xy hatten sehr, sehr viel Gepäck dabei. Das Personal hatte es wirklich gut gemeint. Also erstmal alles verstauen. Bewohner waren sehr gut gelaunt und höchstmotiviert. Als wir in xy ankamen, regnete es in Strömen. Wir machten erst die gemeinsame Runde mit Einteilung der Gruppen „Geräusch-Memory“. Alle gut gelaunt. Danach Zeltaufbau und Örtlichkeiten kennen lernen im Nieselregen. Die Teilnehmer waren sehr aufgeregt und wissbegierig. Der Zeltaufbau dauerte länger als geplant. Die Bewohner wollten keinerlei Hilfe haben. Hier machte sich die Vorerfahrung von Herrn B. im Zeltaufbau bemerkbar. Als es wieder in Strömen regnete, wollten die Teilnehmer kein Lagerfeuer machen. In einer Abstimmung beschlossen sie, dass die Essensgruppe etwas Warmes in der Wohnung macht. Herr B. kochte für alle eine Eigenkreation: „Scharfe Würstchensoße“ mit Brot. Nach dem Essen war es 21 Uhr und es regnete immer noch in Strömen. Wir beschlossen die Nachtwanderung ausfallen zu lassen und spielten dafür eine abgewandelte Form des Spieles „Zustelldienst“. Danach, Zwischenreflexion „Caesars Daumen“. Bei dieser Zwischenreflexion be-nötigten einige Teilnehmer Hilfe. Die Bewohner beschäftigten sich dann teilweise noch mit dem Waldbuch, sangen Lieder oder spielten Memory. Herr H. und Herr K. hatten etwas Angst und gingen erst ins Zelt, nachdem Sabine und ich mit der Tagesreflexion der Bewohner fertig waren.

 

Samstag, 29.09.: Tagebucheintrag von Sabine

"Ich hatte eine sehr lange Nacht. Habe zusammengerechnet vielleicht zwei Stunden geschlafen: Herr Schw., Herr B. und Herr. H. machten die Nacht durch. Das Aufstehen fiel mir nicht schwer, weil ich das ja schon von der „Nacht“ noch drin hatte. Toll war, dass es nicht mehr regnete!!

 

Als wir in die Wohnung kamen, war der Frühstückstisch schon gedeckt. Ein Traum….

 

Da alle sehr müde waren, haben wir beschlossen den Einstieg umzuwandeln: „Warm-up“: Spielten das „Wäscheklammer-Spiel“; mit Seidentüchern statt mit Wäscheklammern. War etwas dynamischer als das Spiel „Der Einbruch“.Die Spiele und die Wanderung fand ich toll, da es auch den Jungs Spaß machte. Waren wandern von 10:30 Uhr bis fast 16 Uhr. Zwischendurch spielten wir „Fuchs und Hase“. Die Jungs wollten gar nicht mehr aufhören, so gefiel es ihnen.

 

Der einzige Schatten darauf war leider, dass Herr H. weglief ohne sich abzumelden. Hatte wirklich schon Angst, als wir ihn so lange nicht fanden. Nach langer Suche durch den Wald fanden wir ihn dann doch noch auf einer Kuhweide. Mich ärgerte es, dass es ihm ja eigentlich gefiel und er ja noch sagte, er will hier beim zelten bleiben. Da er aber eine aufgestellte Regel gebrochen hatte, fuhr ich ihn nach unserem Gespräch nach xy zurück. Hatte ganz schön zu kämpfen, da er mit der Zeit noch bockig wurde und uns beschimpfte. Schade, Herr H. hätte wirklich gut in die Gruppe gepasst.

 

Bin sehr positiv von den Bewohnern überrascht. Halten recht gut zusammen. Mich freut es, wenn sich die Teilnehmer um Herrn K. kümmern und ihn „mitziehen“. Bei beiden Spielen tat sich Herr K. sehr schwer die Spielerklärungen zu verstehen.  Die Jungs suchten selbständig  nach einer Möglichkeit Herrn K. einzubinden, z.B. hielt sein Partner bei „Fuchs und Hase“ seine Hand beim weglaufen. Auch ihre Aussagen und Formulierungen wie ihnen die bisherigen Tage gefallen haben, machen mich stolz und zeigen, dass wir es richtig machen. Haben eine gute Stimmung in der Gruppe. Die Bewohner reflektieren ihr und das Verhalten der anderen sehr gut.

 

Der Bau des Pizzaofens verschob sich nach hinten, da die Suche nach Herrn H. einige Zeit dauerte. Außerdem wollten die Jungs noch am Wasser entlang spazieren gehen. Der Pizzaofenbau war schön zum anschauen, die selbstgemachten Pizzas schmeckten wirklich gut. Die Bewohner möchten zu Hause in den Garten gerne auch einen haben. Sie ließen sich auch nicht sehr aus der Ruhe bringen als es etwas länger den Ofen warm zu bekommen. Holten sich kalte Würstchen für zwischendurch. Die Reflexion mit den „Smileys“ war gut. Wir mussten mit den Teilnehmern die „Heimfahrt“ von Herrn H. aufarbeiten. Sein Verhalten war für sie ein großes Thema. Alle waren froh, dass sie noch bleiben konnten. Um ca. 23 Uhr waren plötzlich alle in ihren Zelten verschwunden. Kein Wunder, zu Hause ist spätestens um 10 Uhr Nachtruhe. Nach den heutigen Aktionen waren alle sehr müde. Bin jetzt so froh, dass die Bewohner in ihren Zelten schlafen und auch noch keiner wieder aufgestanden ist. Hoffentlich bleibt das bis morgen früh um 7 Uhr so."

 

Sonntag, 30.09.:

Um 8 Uhr frühstückten wir alle gemeinsam. Das Wetter war schön. Der Beginn der Waldolympiade verzögerte sich. Zwei Bewohner benötigten verstärkt Hilfe bei der Hygiene. Um 11 Uhr war es dann soweit: Angekommen bei der „Traumwiese“ startete die Waldolympiade. Die Bewohner gingen erst etwas lapidar zur Sache. Herr Schw. bockte während der 3. Aufgabe, da ihm Herr K. auf den Zeh getreten war. Er schied aus dem Luftballon-Spiel aus. Somit hatte die Gesamtgruppe den ersten kleinen Rückschlag. Die Bewohner wollten aber unbedingt eine Medallie gewinnen und die benötigten fünf Punkte erreichen. Die Teilnehme hielten eine gemeinsame Aussprache und weiter ging es mit viel Motivation und Elan. Alle waren mit Eifer dabei. Herr B. erinnerte uns sogleich an die Bonusaufgabe durch die die Gruppe noch die Möglichkeit hatte fünf Punkte zu erreichen. Der Jubel war groß als fest stand, dass jeder Teilnehmer an der Waldolympiade erfolgreich teilgenommen hatte. Sogar Sabine und ich durften uns in einer Sonderaufgabe Punkte verdienen: Die Teilnehmer ließen uns Tannenzapfen werfen.

 

Um 15 Uhr waren wir zurück beim Zeltplatz. Herr K. hatte die Idee statt einer Brotzeit noch ein Lagerfeuer zu machen und die Reste zu grillen. Sabine und der eingeteilte Dienst kümmerten sich darum. Währenddessen half ich im Haus der Essensgruppe. Zwischendurch ging jeder Teilnehmer in den Wald um sein Zelt abzubauen und seine Koffer zu packen. Nach dem Grillen, um 17 Uhr kam die Urkundenvergabe. Die Urkundenverteilung war super. Jeder strahlte und wollte fotografiert werden.

 

Sabine und ich hatten beschlossen, die Gesamtreflexion „Smileys“ nochmals zu wiederholen. Samstagabend hatten wir gesehen, dass die Teilnehmer damit sehr gut zurecht kamen. Herr K. hatte Probleme seine Gefühle verbal zu äußern, er konnte seine Empfindungen besser bildlich darstellen. Den Teilnehmern war mittlerweile am Verhalten anzumerken, dass wir sie nicht mehr zu viel fordern sollten. Die Gesamtreflexion forderte von jedem noch mal Konzentration. Jeder konnte nach der Reihe auf von mir gestellte Fragen antworten. Es gab lachende (Tolle Aktionen, schönes Wetter, Waldolympiade, Pizzaofen!) aber auch traurige Smileys (Herrn K. unerlaubtes Entfernen, lange Wanderung aufgrund schmerzenden Füßen). Fazit: Es war insgesamt super und wir freuen uns alle auf eine baldige Wiederholung eines solchen Wochenendes. Am liebsten wäre den Teilnehmern eine Fahrt im Schlauchboot oder im Kanu.

 

Danach ging es noch ans Aufräumen im Haus, Einpacken in den Bus, Verabschieden von den Besitzern. Bei der Abfahrt war es mittlerweile 19 Uhr. Durch das Lagerfeuer hatte sich der Zeitplan nochmals nach hinten verschoben.

 

Herr K. war während des Wochenendes stark auf die Videokamera fixiert („Komme ich da jetzt im Fernseher?“). Sabine stellte deshalb als Erinnerung für alle Teilnehmer eine DVD zusammen. Als Dokumentation für das ganze Haus, fertigte sie ein großes Fotoalbum an. Dies ist für alle, Bewohner und Mitarbeiter, zugänglich. Mit dem Leitungsteam schaute ich die Bilder an und sprach den tatsächlichen Projektverlauf durch. Sabine und ich hatten ebenfalls noch ein kurzes Nachtreffen indem wir uns über die Erfolge, Probleme und Erfahrungen während des erlebnispädagogischen Wochenendes unterhielten.

 

 

5. Nachbereitung

 

Schon beim Zeltaufbau zeigte sich, dass Herr B. sehr geschickt ist. Er bot allen immer wieder seine Hilfe an. Dies zog sich durch das gesamte Wochenende. Es war bekannt, dass Herr B. in Kleingruppen und bei ständiger Beschäftigung fast durchgehend positiv auffällt. Auch an diesem Wochenende war es so. Er bot dem schwächsten Glied der Gruppe, Herrn K., immer wieder seine Hilfe an. In der Gruppe ist dies nicht der Fall. Bei den Aktionen war Herr B. immer  aktiv mit dabei und überlegte sich Lösungswege. Am auffälligsten war dies beim „Hochwasser-Spiel“. Die Gruppe wusste sich nicht mehr zu helfen und kam auf den Holzbrettern nicht mehr vorwärts. Herr Schw. war zuständig die Bretter aufzuheben und weiterzureichen. Er hatte aber aufgrund seiner Größe Schwierigkeiten sich zu bücken. Herr Schw. hätte beinahe wieder aufgegeben. Herr B. nahm die Sache in die Hand: Stellte sich als letzter hinten an; Herr Schw. wurde in der Mitte immer wieder festgehalten, damit er nicht ins „Wasser“ fällt; Herrn K. wurde die Führung übertragen (bisher ja immer der, der mitgezogen werden musste). Das Spiel klappte super. Jeder war stolz auf seine eigene Leistung. Herr K. wurde von allen für seine tolle Führung gelobt. Herr B. konnte sich ohne Probleme in den Dienst der Gruppe stellen. Das war mein Höhepunkt des Wochenendes.

 

Eine Veränderung vollzog auch Herr Kr.. Er konnte endlich aus sich herausgehen. Bei Beginn der Wanderung am Samstag, sprach er in die Kamera. Wurde von den anderen gelobt, für seine tolle Ansprache und sollte am Ende der Wanderung auch wieder eine „Rede“ halten. Die Teilnehmer waren beeindruckt, wie gut Herr Kr. sich und die Gruppe präsentieren kann. Toll war auch, dass sich an diesem Wochenende, vor allem bei der Waldolympiade jeder zusammengerissen und für die Gruppe gekämpft hat. Einen solchen Gruppenzusammenhalt gab es im Haus xy und AWG, laut Personal, noch nie.

 

Vor allem Herr Schw. kam wirklich an seine Grenzen. Bei der Wanderung hatte er zwischendurch Schmerzen. Hatte die falschen Schuhe eingepackt (Gr. 47 statt 49). Fing kurzzeitig an zu bocken und wie schön es doch zuhause wäre. Er bräuchte nichts tun und könnte faulenzen. Bei der Waldolympiade war er auch teilweise sehr frustriert. Ihm war schnell jeder Handgriff zu viel. Wurde aber von den andern Teilnehmern immer wieder in Gesprächen ermuntert weiterzumachen. Manchmal mussten wir aufpassen, dass er die Gruppe mit seinem Verhalten nicht sprengt. Er ließ sich aber gut lenken.Bei den Reflexionen jedoch war er super. Herr Schw. konnte verbal gut formulieren. Traute sich auch Negatives anzusprechen. Reflektierte auch sein eigenes Verhalten immer sehr kritisch. Im Nachhinein sagte er immer wieder, dass ihm ja alles gefällt, er aber selbst nicht genau weiß, warum er gleich so bockig ist. Ich denke, dieses Verhalten ist teilweise medikamentös bedingt. Er ist während der Maßnahme wirklich an Grenzen gestoßen und hat einige davon überwunden.

 

Herr K. freute sich während des Wochenendes über jede Aktion die wir machten. Er war mit allem zufrieden. Während den Aktionen zeigte sich immer wieder, dass er kognitiv mit den anderen Teilnehmern nicht mithalten konnte. Dies war aber kein großes Problem. Wie schon erwähnt wurde er immer miteinbezogen. Es fiel kein böses Wort. Das Personal sagte, dass zu Hause bald wieder Streitereien auftraten.

 

Richtige Freundschaften entwickelten sich nicht. Nur Herr B. und Herr Schw. gehen im Alltag etwas freundlicher miteinander um. Wichtig ist, dass die Teilnehmer zu Hause stolz von ihren Erlebnissen berichteten und sich ständig nach einer weiteren erlebnispädagogischen Maßnahme erkundigen.

 

Herr H. zeigte sofort nach dem vorzeitigen Ende seines Aufenthalts Reue. Er erzählte dem Personal, dass er gerne wieder mitfahren möchte. Beim nächsten Mal hält er sich auch an die Absprachen. Ich denke er war während der Maßnahme sehr erstaunt darüber, dass die Regeln strikt eingehalten wurden und wir so konsequent handelten. Dies ist er von seinen Eltern und manchmal auch vom Personal nicht gewohnt. Für seine Entwicklung ist dies aber sehr wichtig.

 

Ich sehe bei allen Teilnehmern durch eine Weiterführung von erlebnispädagogischen Projekten große Potentiale. Das veränderte Verhalten der Teilnehmer während der Maßnahme bestärkt mich in diese Richtung weiterzuarbeiten. Damit dies im Alltag auch spürbar werden kann, werden aber noch mehrere Projekte notwendig sein.

 

Die Einrichtungsleitung war sehr gespannt auf das Ergebnis unseres Wochenendes und wünschte uns viel Glück. Das Personal der Gruppe xy war froh, nicht bei Regen zelten zu müssen. Sie wünschten uns aber ebenfalls viel Erfolg. Nach dem Wochenende wollte viele der Mitarbeiter wissen, was wir gemacht hatten und wie sich die Bewohner verhalten hatten. Auch die Mitarbeiter einiger anderer Gruppen, stellten uns diesbezüglich Fragen. Einige sagten auch klipp und klar, dass sie so etwas nie machen möchten bzw. würden.

 

Die Reaktion des Leitungsteams war durchweg positiv. Wir mussten Rede und Antwort stehen. Sie setzten sich auch mit dem Verhalten der Teilnehmer auseinander und wir erörterten, das veränderte Verhalten der Teilnehmer. Die Heimleitung sicherte mir zu, dass wir mindestens 2x im Jahr die Möglichkeit haben ein solches Projekt durchzuführen.

 

 

6. Reflexion

 

Die letzten Tage vor dem Projekt war ich recht nervös, da ich selbst noch nie ein Wochenende lang die Leitung irgendeines Projektes inne hatte. Recht froh war ich im Nachhinein, dass Sabine mir immer mit Rat und Tat zur Seite stand und mich auch manchmal an Dinge erinnerte, die ich sonst eventuell vergessen hätte. Gut war, dass wir uns vor der Maßnahme mit allen Teilnehmern zusammensetzten und alle selbst ihre Checklisten schrieben. So war wirklich für alle klar, was brauche ich wirklich und was nicht. Gefallen hat mir auch, dass die Teilnehmer sich gegenseitig behilflich waren, um nichts zu vergessen. Obwohl Herr Kr. der einzige war, der nicht schreiben konnte, war er sofort integriert. Herr Schw. und Herr B. bekamen von Herr K. bei Nachfrage Hilfe bei der Rechtschreibung. Alle halfen zusammen und freuten sich sehr auf das Wochenende. Die Motivation bei den Teilnehmern war sehr hoch. Bei der Erstellung der Lebensmittelliste beteiligten sich alle und brachten ihre Wünsche mit ein.

 

Ich konnte mich vorwiegend den Teilnehmer widmen, da der Ablauf gut durchstrukturiert und vorbereitet war. Ich denke wir haben optimale Voraussetzungen geschaffen, dass das Projekt für alle positiv verlaufen konnte. Durch die gute Absprache mit meiner Kollegin, hatte ich nie Probleme den zeitlichen Rahmen oder den Ablauf  der Maßnahme zu verändern. Wir orientierten uns am Verhalten und den Bedürfnissen der Teilnehmer. 

 

Gedanken machte ich mir um das Wetter, dass 2 Tage vor Beginn zunehmend schlechter wurde und Sabine und ich schon 3 Tage Regenwetter befürchteten. Ich dachte, dass es für die Bewohner eventuell nicht so prickelnd wäre, bei Dauerregen zu zelten, da sie dies zum ersten Mal machten und es sollte ja nicht unbedingt hängen bleiben, dass das Wetter so schlecht war. Da hatte der Wettergott aber dann ein Einsehen mit uns und außer Freitag hatten wir überwiegend Sonnenschein. 

 

Als richtig stellte sich heraus, dass wir zu dem Zeltplatz noch die kleine Wohnung im Keller gemietet hatten. Diese war von unserem Zeltplatz im Wald circa 100 Meter entfernt. Die Bewohner konnten dort duschen, die Toilette benutzen und wir konnten unser Frühstück im Gemeinschaftsraum einnehmen. Die Dusche war deshalb gut, da zwei der Teilnehmer einkoteten und die Dusche mehrmals benutzt werden musste. Sabine und ich hatten uns in der Planungsphase kurzzeitig überlegt, dass alle Mahlzeiten im Freien stattfinden. Im Nachhinein sind wir aber froh, dass wir dies nicht gemacht haben, denn ich denke dies hätte schnell eine Überforderung der Teilnehmer herbeigeführt. Durch die abenteuerliche erste Nacht, steckte einigen Teilnehmern die Müdigkeit schon recht in den Knochen und es wurde die Eckbank als Ruheplatz auserkoren. Da es am Freitag bis in die Nacht hinein regnete, wollten wir nicht gleich allen den Spaß verderben, indem zu viele Eindrücke auf einmal auf sie einprasseln. Da das Zelten in der fremden Umgebung schon eine große Herausforderung darstellte, wäre das Lagerfeuer im strömenden Regen wahrscheinlich doch zuviel gewesen.

 

Gut fand ich, wie die Gruppenaufteilung stattfand. Die Teilnehmer fanden sich problemlos durch das Spiel zusammen und organisierten sich auch gleich. Sie übernahmen viel Verantwortung und brauchten fast keine Hilfe. Bei auftauchenden Problemen wurde untereinander nach Lösungen gesucht und nicht sofort aufgegeben. Was durchaus häufig im Gruppenalltag sofort geschieht, und das Personal selbst bei Kleinigkeiten sofort aufgesucht wird.

 

Die Art der Reflexion war für die Teilnehmer gut verständlich. Ich würde jedoch in der nächsten Maßnahme jeden Tag die gleiche Reflexion durchführen, z.B. „Smileys“. Ich denke, die Teilnehmer können sich dann leichter orientieren. Die tägliche Reflexion war für mich eine gute Hilfe, die Situation richtig einzuschätzen und bei Schwierigkeiten Alternativen zu finden. Wichtig war, den Teilnehmern die Arbeit nicht abzunehmen, sondern nur als Berater zur Seite zu stehen und bei Bedarf Hilfestellung zu geben.

 

Die Abwandlung von bestimmten kooperativen Spielen war nötig und richtig, damit sie in der Entscheidungsfindung nicht überfordert wurden. Sie entwickelten sich dabei eine eigene Strategie und waren stolz auf ihre Ergebnisse. Manchmal war viel Lob und Anerkennung für das bisher geschaffte wichtig. Die Teilnehmer brauchten gelegentlich etwas länger, fanden aber immer wieder einen möglichen Lösungsweg. Die Aktionen stärkten enorm ihr „Wir-Gefühl“. Vor allem bei der abschließenden Waldolympiade, hatten wir das Gefühl, unsere Ziele erreicht zu haben. Ein besonderes Erlebnis war hier für uns der wirklich sichtbare Zusammenhalt. Herr B. motivierte die Teilnehmer immer wieder und suchte Lösungswege. Unterstützt wurde er von Herrn Kr. der sehr ehrgeizig war und sich immer wieder in den Dienst der Gruppe stellte. 

 

Gut war, dass wir zeitlich ungebunden waren und den Ablauf immer wieder an das Tempo der Teilnehmer anpassen konnten. Sabine und ich führten hierzu immer wieder Gespräche: „Ist der Ablauf noch stimmig?“, „Sollten wir langsamer machen oder noch Aktionen einbauen?“, „Wie ist die Stimmung der  Teilnehmer?“, „Sollen wir auf Reaktionen der Teilnehmer noch näher eingehen?“ usw.

 

Ein großes Thema war auch das unerlaubte Entfernen von Herrn H. und die darauffolgende Konsequenz. Für die Teilnehmer war es sehr schwer sein Verhalten nachzuvollziehen. Für sie war es undenkbar, diese „geile Maßnahme wegen eines blöden Regelverstoßes zu gefährden“ (O-Ton Herr B.). In der anschließenden Reflexion konnten wir dies aber gut aufarbeiten. Ich hatte Mitleid mit Herrn H., da ich wusste, dass er sein Verhalten später sofort bereute als ihm klar wurde, dass wir uns wirklich konsequent an die aufgestellten Regeln halten. Wir hatten ausgemacht, wer sich unerlaubt entfernt wird sofort nach Hause gefahren. Wichtig war ja hier, dass nur Herr Kr. rechtlich gesehen Ausgang hat.

 

Ich kam am Schluss zu der Erkenntnis, dass es für mein Klientel sehr günstig wäre nur Tagesprojekte anzubieten, die unter einem bestimmten Thema stehen. Bei der durchgeführten Maßnahme waren sie am dritten Tag sichtlich erschöpft und ausgepowert. Der Pizzaofenbau am Samstag hätte auch ausfallen können und ein Abend am Lagerfeuer mit Singen hätte gereicht. Die Teilnehmer wollten aber unbedingt den Ofen bauen. Mein vorläufiger Projektablauf war vielleicht teilweise etwas zu voll. Hier kam uns aber zugute, dass wir den Ablauf jederzeit ändern konnten. Geärgert hat mich, dass die Videokamera am Sonntag defekt war. Wir konnten nur noch Fotos mit der Digitalkamera machen. Ich hätte gerne die Abschlussreflexion auf Video festgehalten. Aber leider konnte niemand den Fehler entdecken und die Kamera reparieren. 

 

 

7. Öffentlichkeitsarbeit

 

Öffentlichkeitsarbeit ist in unserem Haus ein wichtiger Aspekt. Frau R., eine Mitarbeiterin des Hauses, besuchte diesbezüglich eine Fortbildung und ist seitdem immer gerne bereit Zeitungsartikel zu schreiben. Deshalb war ich auch sehr froh, dass sie sich anbot, einen Artikel über unser Erlebnispädagogik-wochenende zu entwerfen und in die Zeitung setzen zu lassen. Der Artikel erschien in der xy Zeitung. Diese deckt einen Großteil der umliegenden Gemeinden ab. Somit war gewährleistet, dass auch das Dorf xy einem noch breiteren Publikum bekannt wurde. Dies war nämlich ein Anliegen unserer Vermieterin des Zeltplatzes.

 

Ebenfalls kommt ein Artikel in die Bewohnerzeitung des Hauses die alle drei Monate erscheint und an alle Bewohner verteilt wird. Wir hoffen, dass sich daraufhin auch einige andere für weitere Projekte interessieren, nachdem sie Bilder gesehen und die Geschichten der Teilnehmer gelesen haben. Die Bewohnerzeitung wird von der Heimleitung und stellv. Heimleitung entworfen und zusammengestellt.

 

Damit sich auch die Betreuer ein Bild über das Erlebnispädagogikprojekt machen können, kommt auch in unsere Betreuerzeitung ein Artikel. Diese wird ebenfalls von der Einrichtungsleitung geschrieben und an alle Betreuer verschickt bzw. verteilt. Ich habe auch vor, in die Träger-Zeitung einen Artikel zu setzen. Diese Zeitung bekommen die verschiedenen Häuser des Trägers einmal im Jahr.Dort sind verschiedene Ereignisse des abgelaufenen Jahres zu lesen.

 

 

8. Literaturverzeichnis

 

•  Kunterbunter Spielespass I und II; Kirchliches Jugendbüro Passau 1997 und 2001

•  Mein buntes Bastelbuch, Sabine Cuno, Kirsch & Korn; Ravensburger Buchverlag 1995

•  Bewegte Spiele für die Gruppe, Hechenberger, Michaelis, O´Connell; Ökotopia Verlag 2001

•  Forstliche Bildungsarbeit- Waldpädagogischer Leitfaden nicht nur für Förster; Bayerisches Staatsministerium 2001

•  Lehrgangs/Kursunterlagen

•  Querbeet

 

Internetadressen:

www.marions-kochbuch.de, Grundteig Stockbrot

www.praxis-jugendarbeit.de/Spielesammlung, Gruselgeschichte, Waldolympiade, Action-memory

www.urkunden-kostenlos.de 

 

 

9. Anhang (hier gekürzt)

 

Packliste:

- 1 Schlafsack/ Herr H. (Papa), Herr Schw. (Mama), Herr B. (von Mitbewohner ausgeliehen), Herr K. und Herr Kr. (vom Haus zur Verfügung gestellt)
- 1 Zelt/ Herr Schw. (Mama), den anderen werden Zelte zur Verfügung gestellt
- 1 Iso-Matte/  werden zur Verfügung gestellt 
- 1 Decke
- evtl. Kuscheltier usw.
- 1 Rucksack
- Gummistiefel (falls vorhanden)
- Wanderschuhe
- Hausschuhe
- 1 Regenjacke
- 1 Jacke zum wechseln, möglichst wetterfest und warm
- 3 Hosen lang
- 2 Pullover
- 3 T-Shirts
- 4 Paar Socken
- Unterhosen und Unterhemden (je nach Bedarf)
- Hygieneartikel

 

 

Materialliste:

 

- Krankenversicherungskarten der Teilnehmer
- Medikamente, Bedarfsmedikation
- Geld
- Notfalltasche mit Erste – Hilfe Utensilien, Handy, Telefonnummern von Rufbereitschaft und Notarzt)
- Fotoapparat
- Videokamera
- Tempos
- Klopapier
- Küchenrolle, Müllbeutel, Alufolie, Frischhaltefolie, Lappen, Besen
- Spülmittel
- Stirnlampen
- Taschenlampen
- Feuerzeug
- Teelichter
- Sägespäne
- Axt
- Spaten
- Eimer
- Trinkbecher
- Stifte, Papier
- Kartenspiele
- Zelte, Schlafsäcke, Iso-Matten
- Blaue Planen von der TSM
- Bierzeltgarnitur vom GÜA

 

 

Checkliste für die Aktionen:

 

- 15 Seidentücher
- CD-Player (Sabine)
- Schere
- 5 Seile
- Absperrband
- Teelichter
- 1 Frisbee
- 1 Schatzkiste mit Schokomünzen, „Der Einbruch“
- Karten, Würfel, Spielplan
- Gefertigte Utensilien für die Reflexionen
- 6 Urkunden
- 10 Luftballons
- 5 Schwarze Gesichtsmasken
- Tannenzapfen (vor Ort sammeln)

 

Lebensmittelliste:

 

Frühstück:
Brot, Semmeln, Butter, Marmelade, Wurst, Käse, Kaffee, Cappuccino, Milch, Zucker

 

Mittagessen:
Brot, Wurst, Wiener, Buletten, Bananen, Äpfel, Essiggurken, Tomaten

 

Abendessen:
Bratwürste, Kartoffeln,Kartoffelsalat, Zucchini, Paprika, Champignons, Salami, Schinken, Annanas, Käse, Passierte Tomaten, Pizzagewürz, Fertiger Pizzateig, Mehl, Salz, Backpulver

 

Fanta, Spezi, Wasser, Cola

 

 

 

Abschlussprojekt der Ausbildung Zusatzqualifikation Erlebnispädagogik

im Arbeitsfeld Jugendhilfe, Schule, KJP

des KAP-Institutes

 

 

„Der Wald, das Abenteuer und wir“

 

 

Erlebnispädagogisches Projekt von Alexandra Altmann 

 

 

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