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Andrea Ertl

Abschlussprojekt der Ausbildung Zusatzqualifikation Erlebnispädagogik

im Arbeitsfeld Jugendhilfe, Schule, KJP

des KAP-Institutes

 

 

Die Reise durch Mittelerde 

Ein erlebnispädagogisches Projekt der Jugendwerkstatt xy

 

von Andrea Ertl

 

28. bis 29. September 2005

 

 

 

Inhaltsverzeichnis

 

 

 

1. Einleitung

 

2.   Erlebnispädagogisches Konzept

2.1 Pädagogischer Hintergrund / Idee

2.2 Allgemeine Zielsetzung

2.3 Art der Unternehmung

 

3.   Zielgruppe

3.1 Gruppenzusammensetzung

3.2 Beschreibung der Teilnehmer

 

4.   Projektverlauf

4.1 Vorbereitung

4.2 Geplanter Projektverlauf

4.3 Tatsächlicher Projektverlauf

 

5.   Nachbereitung

5.1 Veränderungen bei den beteiligten Jugendlichen / der Gruppe

5.2 Reaktionen in der Einrichtung

 

6.   Reflexion

6.1 Besondere Erlebnisse

6.2 Erkenntnisse / Erfahrungen

 

7.   Öffentlichkeitsarbeit

 

8.   Literaturverzeichnis

 

9.   Übersicht Anhang

 

 

 

1. Einleitung

 

Beschreibung der Einrichtung:

 

Die Jugendwerkstatt xy ist eine Einrichtung der berufsbezogenen Jugendhilfe. Sie wird getragen vom Verein. Ins Leben gerufen wurde sie vor 19 Jahren, um jungen Menschen Wege in die Zukunft zu eröffnen und Lebenschancen fairer zu verteilen. Arbeit und Beruf sind besonders wichtige Voraussetzungen für einen angemessenen Platz in unserer Gesellschaft. Deshalb arbeiten wir an der Verbesserung der beruflichen Chancen sozial benachteiligter und behinderter Jugendlicher und junger Erwachsener sowie der persönlichen Stabilisierung und Weiterentwicklung.

 

Der Bedarf

 

Die Chancen beim Einsieg in das Berufsleben sind nicht gleich verteilt. Sie sind zum Beispiel dort hoch, wo Kinder in intakten Familien aufwachsen, wo Eltern die schulische Laufbahn unterstützen, wo die Fähigkeiten der Kinder erkannt und gefördert werden und wo materielle Sicherheit herrscht. Niedrig sind die Einstiegschancen hingegen dort, wo Kinder und Jugendliche vernachlässigt werden, wo etwa allein erziehende Elternteile überfordert sind, wo Suchterkrankungen in der Familie herrschen und wo die Sozialisation problematisch verläuft. Wir sprechen hier von sozialer Benachteiligung. Aber auch individuelle Benachteiligungen wie Lernbehinderungen, Verhaltensauffälligkeiten, fehlende Schulabschlüsse oder abgebrochene Ausbildungen, die häufig aus der sozialen Benachteiligung resultieren, reduzieren die Chancen erheblich.

 

Aus derartigen Lebenssituationen ergibt sich ein hoher Bedarf an Unterstützung und Förderung. Wir sprechen hier von der wichtigen Phase des Einstiegs in das Arbeitsleben. Arbeit ist der Grundstein der Existenzsicherung und der eigenständigen Lebensbewältigung in unserer Gesellschaft. Die Frage nach dem gesellschaftlichen Status einer Person wird größtenteils an deren beruflicher Tätigkeit gemessen. Man muss sich nur vor Augen halten, was es bedeutet dauerhaft arbeitslos zu sein und welchen Statusverlust man hinnehmen muss, wenn man nicht im Erwerbsleben steht oder, wie in diesen Fällen, nie die Chance erhält daran teilzunehmen.

 

Die Ziele der Jugendwerkstatt

 

Das grundlegende Ziel der Maßnahmen findet sich in der Vorgabe des § 13 Sozialgesetzbuch VIII:

 

„Jungen Menschen, die zum Ausgleich sozialer Benachteiligungen oder zur Überwindung individueller Beeinträchtigungen in erhöhtem Maße auf Unterstützung angewiesen sind, sollen im Rahmen der Jugendhilfe sozialpädagogische Hilfen angeboten werden, die ihre schulische und berufliche Ausbildung, Eingliederung in die Arbeitswelt und ihre soziale Integration fördern.“

 

Konkret wollen wir mit unserer Arbeit in der Jugendwerkstatt xy:

 

• durch Lernen in der praktischen Arbeit in der Werkstatt

• durch Wissensvermittlung innerhalb des Bildungsteils

• und durch sozialpädagogische Betreuung die Jugendlichen und jungen Erwachsenen in unseren Maßnahmen

• umfassend beruflich qualifizieren und somit die Chancen auf dem Berufs- und Arbeitsmarkt erhöhen

• dauerhaft beruflich integrieren

• bei der Entwicklung von realistischen Zukunftsperspektiven beraten

• bei der Stabilisierung ihrer Lebenssituation und ihrer Persönlichkeit unterstützen

• zu einer selbstständigen und eigenverantwortlichen Lebensbewältigung hinführen und ihnen zu lebenspraktischer und sozialer Kompetenz verhelfen

 

Die Arbeit, die wir innerhalb der Jugendwerkstatt leisten, ist auch immer präventiv. Dort, wo wir die oben genannten Ziele erreichen, kann weitere Arbeitslosigkeit, Straffälligkeit und oftmals sogar das „soziale Abrutschen“ unserer Maßnahmeteilnehmer verhindert werden.

 

Die Inhalte unserer Arbeit

 

Innerhalb unserer Zielgruppe ist die Ausgangssituation beim Eintritt in eine der Maßnahmen und damit der Bedarf an Förderung und Unterstützung sehr unterschiedlich. Deshalb umfasst das pädagogische Angebot der Jugendwerkstatt verschiedene Maßnahmeformen. Sie beinhalten trotz unterschiedlicher Konzepte jedoch die folgenden Inhalte als Basis:

 

• Das Lernen und Trainieren handwerklicher Fertigkeiten in den Bereichen Schreinerei, Schlosserei, Holzbildhauerei und Malerei, sowie berufswichtiger Schlüsselqualifikationen (z.B. Pünktlichkeit, Teamfähigkeit, Arbeitssorgfalt etc.)

• Die Hinführung zur Berufsreife und zu der Fähigkeit im freien Arbeitsmarkt bestehen zu können und konkurrenzfähig zu bleiben

• Die Vermittlung theoretischer und praktischer Lerninhalte in den Bereichen Fachtheorie, Lebenspraxis und den gebräuchlichen Kulturtechniken, aber auch Lebenspraxis mit Relevanz für den Alltag

• Persönliche Stabilisierung, Aufarbeiten bedeutsamer Probleme und die Entwicklung beruflicher und persönlicher Perspektiven durch individuelle sozialpädagogische Begleitung

• Der Aufbau von Kontakten im sozialen Umfeld der Jugendlichen und die Errichtung eines Netzwerkes zwischen allen relevanten Institutionen (z.B. Berufschulen, Agentur für Arbeit, Bewährungshilfe, Beratungsstellen etc.) zur umfassenden Unterstützung

• Die Anbahnung einer Arbeitsaufnahme im Anschluss an die jeweilige Maßnahme

 

Deutlich wird hier, dass die Jugendwerkstatt ein ganzheitliches pädagogisches Konzept verfolgt, welches das Augenmerk nicht ausschließlich auf den beruflichen Aspekt lenkt. Vielmehr vertreten wir einen systemischen Ansatz, in dem jeder Mensch als Teil eines komplexen Systems zu verstehen ist. Aus diesem Blickwinkel haben pädagogische Interventionen nur dann Sinn, wenn sie die relevanten Faktoren dieses Systems mit bedenken. So kann beispielsweise von einem jungen Menschen nicht erwartet werden, dass er in der Lage ist, eine Ausbildung erfolgreich abzuschließen, wenn seine familiäre Situation extrem konfliktbehaftet ist. Entsprechend hat die sozialpädagogische Arbeit in der Jugendwerkstatt einen hohen Stellenwert und zieht sich als pädagogisch reflektiertes Handeln durch alle Arbeitsbereiche. In diesem Zusammenhang greifen wir bereits seit zwölf Jahren auf erlebnispädagogisches Instrumentarium zurück und haben dies aufgrund sehr guter Erfahrung im Zusammenhang mit unserer Zielgruppe weiter ausgebaut.

 

 

2. Erlebnispädagogisches Konzept

 

Innerhalb unserer Einrichtung werden regelmäßig erlebnispädagogische Freizeiten und Einzelaktionen durchgeführt. Dies sind pro Maßnahmejahr eine dreitägige Herbstfreizeit (grundsätzlich mit erlebnispädagogischen Inhalten), eine siebentägige Sommerfreizeit (unter anderem Kanutouren auf der Mecklenburger Seenplatte), mehrere eintägige Aktionen (PLA’ s, Kanutour in der Fränkischen Schweiz, Hochseilgarten etc.) sowie einzelne Elemente, die im Arbeitsalltag eingestreut werden. Lernen durch Erleben – dieser Leitsatz steht für intensive Lernerfahrungen auf einem Weg, der für unsere Zielgruppe besonders geeignet ist. Auf diese Weise wird Lernen weg von der theoretischen hin zu einer kinästhetischen Ebene transportiert. Damit bedienen wir uns einer Lernform, die Inhalte für den größten Teil unserer Jugendlichen weitaus einfacher zugänglich macht.

 

Die Biographien unserer Zielgruppe sind häufig durch Misserfolge geprägt. Verhaltensauffälligkeiten etwa münden oft in einer „Randgruppensituation“ oder rufen häufig Konflikte innerhalb des sozialen Umfelds hervor. Die „Lebensbilanz“ unserer Jugendlichen weist zum Eintritt in eine der Maßnahmen eine überdurchschnittlich hohe Menge an negativ besetzten Erfahrungen auf. Sehr deutlich wird dies an der „Schul- und Lernmüdigkeit“, die der Großteil mitbringt. Die Bereitschaft Lernen als etwas Spannendes und Nützliches zu erkennen, ist nicht mehr vorhanden. So ist es außerordentlich wichtig, Lerninhalte so zu transportieren, dass es sich für die Jugendlichen nicht nach „Schule und Lernen anfühlt“. Erlebnispädagogik bietet hier ein breites Spektrum interessanter Lernfelder, denen nicht der Makel des „schulähnlichen“ anhaftet. Auf derartige Situationen kann sich ein Jugendlicher unvoreingenommen und vor allem unbelastet einlassen und dabei neue, positive Erfahrungen machen.

 

Neben diesem didaktischen Aspekt bietet Erlebnispädagogik in unserer Arbeit jedoch primär den Raum für soziales Lernen. Allzu oft finden sich gravierende Sozialisationsdefizite bei den Jugendlichen unserer Zielgruppe. Aggression, Mangel an Kommunikationsfähigkeit oder eine unrealistische Selbsteinschätzung sind Beispiele dafür. Auf theoretischem Weg lassen sich solche Defizite nicht bearbeiten. Durch die vielfältigen Erfahrungen in der angewandten Erlebnispädagogik werden die Jugendlichen unter anderem dazu angeregt, eigenes Handeln zu reflektieren, Neues zu erproben und langfristig das Verhaltensspektrum zu verändern und zu erweitern.

 

 

2.1 Pädagogischer Hintergrund / Idee

 

Die Idee unsere alljährliche Herbstfreizeit in eine „Geschichte“ zu verpacken ist nicht neu. Mit dem Erscheinen des Kinofilms „Die Gefährten“ als ersten Teil der „Herr der Ringe“ – Trilogie im Jahr 2003 entstand der Plan, dieses Thema als Rahmenhandlung aufzugreifen. Damit sollte die Popularität des Filmes genutzt werden, um Interesse bei den Jugendlichen zu wecken. In diesem Jahr wurde zunächst die Variante mit dem Titel „Die Jagd nach Gollum“ als Herbstfreizeit durchgeführt. Dieses Thema wurde von den Teilnehmern überraschend so gut aufgenommen, dass nun die Herausforderung entstand dieses Konzept weiterzuentwickeln. So ergab sich unter anderem der Anspruch, das Projekt in die Fränkische Schweiz zu verlegen, um die Vielfältigkeit der landschaftlichen Gegebenheiten zu nutzen.

 

 

2.2 Allgemeine Zielsetzung

 

In dem gegebenen Rahmenkonzept mit der Aufteilung in Gruppen und den jeweiligen Aufgabenstellungen lässt sich eine Vielzahl der klassischen Lernziele der Erlebnispädagogik verfolgen:

 

• Erfahren und Erkennen eigener Grenzen, aber auch eigener Fähigkeiten und Ressourcen

• Meistern von Konflikten und Krisen und somit Förderung der Konfliktfähigkeit

• Konsequenzen des eigenen Handelns bzw. Nichthandelns erkennen

• Kennen lernen des Gruppenvorteils und dadurch Förderung der Teamfähigkeit

• Gemeinsames Bewältigen von Herausforderungen

• Übernahme von Verantwortung für das eigene Handeln und für andere Gruppenmitglieder

• Kennen lernen nicht konsumorientierter, sondern aktiver Freizeitgestaltung

 

Unsere Herbstfeizeit steht bewusst am Beginn des Maßnahmejahres und damit in einer Phase, in der sich die Gruppe neu konsolidiert. Diese erlebnispädagogische Aktion soll gruppendynamische Prozesse anregen und den Grundstein für eine Teamentwicklung legen. Dementsprechend ergeben sich die folgenden besonderen Ziele:

 

• Kennen lernen der neuen Maßnahmeteilnehmer

• Förderung der Kommunikation innerhalb der Gruppe

• Bildung einer Gruppenstruktur

• Förderung der Teamfähigkeit und Erleben von Solidarität

• Stärkung des Selbstbewusstseins durch positive Erfahrung

• Kennen lernen von und Auseinandersetzen mit der Natur und deren Gegebenheiten

 

Neben den genannten Zielen ist ein weiterer positiver Aspekt beabsichtigt. Die Rahmengeschichte und die damit verbundenen Rollen führen die Teilnehmer in eine Phantasiewelt, hinter der der reale Alltag und die damit verbundenen Probleme über einen begrenzten Zeitraum zurücktreten. Dies ermöglicht ein weitgehend unbelastetes Erleben und gestattet somit eine als positiv empfundene „Auszeit“.

 

 

2.3 Art der Unternehmung

 

In diesem zweitägigen erlebnispädagogischen Projekt sind alle Aktionen und Spiele durch eine Rahmengeschichte, in Anlehnung an das Buch „Herr der Ringe“, miteinander verwoben. Dies ermöglicht es, die Faszination einer Phantasiegeschichte mit erlebnispädagogischen Elementen zu verbinden. Im Laufe der beiden Tage werden die Jugendlichen mittels Botschaften und versteckter Hinweise durch die vielfältige Landschaft der Fränkischen Schweiz geführt (zu Fuß und mit dem Kanu) und stoßen auf ihrem Weg auf verschiedene Problemlösungsaufgaben. Am ersten Tag läuft die Gruppe gemeinsam als „Gefährten“, am zweiten Tag wird die Gruppe in „Hobbits“ und „Elben“ aufgeteilt. Gegen Ende schlägt die Rahmengeschichte den Gruppen vor, sich wieder zu vereinen, um gemeinsam die letzten Aufgaben zu bestehen. Auch das Team, bestehend aus Handwerkern, Pädagogen und Lehrkräften, schlüpft während des Projektes in verschiedene Rollen1, die ebenfalls mit der Rahmengeschichte verwoben sind.

 

Den Abschluss bildet ein gemeinsames feierliches Essen auf der Burg Rabeneck, das nicht zuletzt optisch und atmosphärisch zur Abrundung des Projektes beiträgt. Zu erklären ist hier, dass das Projekt entgegen der ursprünglichen Planung nur über zwei Tage lief. Die Jugendwerkstatt ist konzeptionell und wirtschaftlich auf die Produktion angewiesen. Ein Großauftrag unseres Arbeitsbereichs Außenspielanlagenbau musste zwingend in dieser Woche fertig gestellt werden, so dass ein großer Teil unserer Jugendlichen am ursprünglich dritten Tag der Maßnahme zur Montage erscheinen musste. Diese Entwicklung entstand kurzfristig und erforderte die Kürzung der Herbstfreizeit und die damit verbundene Planänderung.

 

 

3. Zielgruppe

 

3.1 Gruppenzusammensetzung

 

In der „Arbeiten & Lernen“ - Maßnahme der Jugendwerkstatt sind seit 1. September diesen Jahres 20 Jugendliche auf der Basis einer ABM-Beschäftigung angestellt. Die Altersspanne der Gruppe bewegt sich zwischen 17 und 25 Jahren. Derzeit befinden sich ausschließlich junge Männer in der Maßnahme. Eine Problematik bzw. Herausforderung besteht darin, dass zehn der Jugendlichen ab September neu zur bestehenden Gruppe hinzu gestoßen sind. Zum einen ist die Aufstockung der Teilnehmerzahl von 15 auf 20 Jugendliche und zum anderen die naturgemäße Fluktuation verantwortlich für diese Entwicklung. Eine weitere Aufgabe besteht in der erfolgreichen Integrierung der Jugendlichen mit Migrationshintergrund in die Gesamtgruppe. Erfahrungen in der Vergangenheit haben gezeigt, dass sich die Gruppe der Aussiedler tendenziell als eigene Kleingruppe abspaltet. Dies erscheint zwar aufgrund der identischen Muttersprache und des gemeinsamen kulturellen Hintergrundes verständlich, ist aber unter dem Aspekt der Integration als Hemmnis zu bewerten.

 

 

3.2 Beschreibung der Teilnehmer

 

Auf Grund der hohen Anzahl von Teilnehmern werden im Folgenden sechs Teilnehmer beschrieben:

 

Felix,

19 Jahre, ist seit acht Monaten in der Schreinerei beschäftigt. ADHS - Diagnose ohne Medikation. Er lebt bei der allein erziehenden Mutter und wird vom Vater großzügig mit Geld für mangelnde Zuwendung entschädigt. Aufgrund seines Krankheitsbildes gestaltet sich der Arbeitsalltag mit ihm äußerst schwierig. Felix gelingt es nur sehr schwer, kontinuierlich bei seinen Arbeitsaufträgen zu bleiben. Ermahnungen, seine Kollegen nicht ständig von ihrer Arbeit abzuhalten, sind größtenteils unfruchtbar. Er fühlt sich meist ungerecht behandelt und verhält sich in diesen Situationen sehr impulsiv und schießt dabei in seinen verbalen Äußerungen des Öfteren über das Ziel hinaus. Dennoch ist er unter seinen Kollegen sehr beliebt und nimmt innerhalb der Gruppe eine führende Rolle ein.

Ziele: Förderung seiner Konfliktfähigkeit, Stärkung des Selbstbewusstseins

 

Christoph,

22 Jahre, arbeitet seit fast einem Jahr in der Malerei. Er findet wenig Anerkennung unter den Jugendlichen und nimmt dadurch eine Außenseiterrolle ein. Christoph ist außerordentlich hilfsbereit, dies wird sowohl von seinem sehr begrenzten Freundeskreis, als auch von seinen Kollegen gern genutzt. Innerhalb des Arbeitsalltags sticht Christoph durch sein Verantwortungsbewusstsein und seine Zuverlässigkeit heraus, was ihn im Kollegenkreis nicht gerade beliebter macht. In Konfliktsituationen neigt Christoph dazu, sich zurückzuziehen, um auf diesem Wege der Situation auszuweichen.

Ziele: Verbesserung seines Standings innerhalb der Gruppe, Förderung der Konfliktfähigkeit

 

Dennis,

20 Jahre, ist seit September neu in der Gruppe und in der Malerei beschäftigt. Obwohl es sein ausdrücklicher Wunsch ist, die Ausbildung zum Maler zu absolvieren, zeigt er durch mangelndes Interesse an diesem Arbeitsbereich seine geringe Motivation. Er fügte sich sehr schnell in die Gruppe ein, seine Freundschaft zu Felix unterstützte diese rasche Integration. Bisher wurde deutlich, dass Dennis in Konfliktsituationen sehr schnell laut und aggressiv wird.

Ziele: Kennen lernen der Kollegen und Integration in die Gruppe

 

Viktor,

23 Jahre, arbeitet seit knapp einem Jahr in der Schlosserei. Er ist gebürtiger Kasache und mit seinen Eltern 2002 nach Deutschland eingereist. Seine Sprachkenntnisse sind trotz der durchlaufenen Deutschkurse sehr schlecht. Er ist vor kurzem von zu Hause ausgezogen und lebt jetzt mit seiner Freundin zusammen. Viktor hat hohe moralische Ansprüche und ein veraltetes Rollenverständnis; er ist sehr unselbstständig und lässt alles, was außerhalb seiner beruflichen Tätigkeit liegt, von „Mama“ oder seiner Freundin erledigen. In Bezug auf sein Arbeitsverhalten lässt sich feststellen, dass Viktor sich nicht vor harter körperlicher Arbeit scheut und diese zügig erledigt, aber aufgrund seiner Defizite im kognitiven Bereich komplexere Arbeitsaufträge nicht selbstständig umsetzen kann. Innerhalb der Gruppe der Aussiedlerjugendlichen ist Viktor sehr beliebt; zu den übrigen Jugendlichen pflegt er kaum Kontakte.

Ziele: Förderung der Kontaktaufnahme zu den Nicht-Aussiedlern

 

Mario,

19 Jahre, ist ein Neueinsteiger und somit erst seit Anfang September in der Holzbildhauerei beschäftigt. Er hat als einer der wenigen Jugendlichen einen qualifizierenden Hauptschulabschluss. Bisher lässt sich feststellen, dass sich die Zusammenarbeit mit ihm, egal ob als Kollege oder Vorgesetzter, äußerst schwierig gestaltet. Er beansprucht Sonderregelungen für sich und gibt sich gerne „kapriziös“. Auffällig sind sein überzogenes Reinlichkeitsbedürfnis und seine ausgeprägte Bewertung von Äußerlichkeiten, wie Kleidung etc.

Ziele: Kennen lernen der Kollegen, Integration in die Gruppe, Erkennen eigener Verhaltensweisen und ihre Wirkung auf andere, und in Verbindung damit die Erweiterung seines Verhaltensrepertoires

 

Tim,

17 Jahre, ist das „Küken“ der Gesamtgruppe und arbeitet seit fünf Monaten in der Schreinerei. Trotz seiner handwerklichen Vorkenntnisse durch ein erfolgreich abgeschlossenes Berufsgrundschuljahr Holz findet er nur wenig Anerkennung in der Gruppe. Tim ist in seiner Entwicklung deutlich verzögert und befindet sich faktisch noch mitten in der Pubertät. Innerhalb des Werkstattbetriebes arbeitet er gern allein und auch in Pausen zieht er sich zurück. Zur Zeit ist er glücklich verliebt. Durch diesen Umstand mangelt es ihm momentan deutlich an Motivation und Konzentrationsfähigkeit.

Ziele: Integration in die Gruppe, Stärkung des Selbstbewusstseins

 

 

4. Projektverlauf

 

4.1 Vorbereitung

 

• Finden der geeigneten Wegstrecke in der Fränkischen Schweiz durch mehrmaliges Ablaufen möglicher Wegstrecken

• Ausarbeitung der Rahmengeschichte und der Botschaften

• Erstellen der Checklisten, Packlisten und des Fahrzeugplans für das Team

• Checkliste Material (Zelte, Schlafsäcke, Tarps, Feuerholz, usw.)

• Gruppenaufteilung Jugendliche

• Einverständniserklärungen Jugendliche bzw. Erziehungsberechtigte

• Einladung mit Packliste für die Jugendlichen erstellen

• Kontakt und Buchung Zeltplatz

• Kontakt und Buchung Burg Rabeneck

• Kontakt und Buchung Kanuverleih

• Finanzierungsplan erstellen

• Einkaufsliste für Verpflegung erstellen

• Bestellung der Verpflegung bei der Bäckerei

 

 

Planungsschritte mit den Jugendlichen

 

Um das Interesse und die Neugier der Jugendlichen zu wecken, beginne ich etwa zwei Wochen vor der Freizeit damit, während der Arbeitszeit verschiedene Utensilien bei mir zu tragen. So laufe ich beispielsweise an einem Tag mit Pfeil und Bogen durch die Werkstatt, ein anderes Mal trage ich ein Schwert bei mir. Ebenso verfahre ich mit einem Klettergurt, einem langen, weißen Umhang und einem Tau. Des Weiteren platziere ich an strategisch günstigen Punktenverschiedene „Herr der Ringe“ Poster in den einzelnen Arbeitsbereichen. Mit dieser Strategie erziele ich den gewünschten Erfolg: die Jugendlichen erwarten gespannt auf meine„Aufklärung“.

 

Innerhalb des Bildungsteils folgen schließlich:

 

• Die Vorstellung der Herbstfreizeit

• die Vorführung des Films „Herr der Ringe – Die Gefährten“ (Teil I)

• Ausgabe der Einladung & Packliste, Einverständniserklärungen etc.

• zwei Vorbesprechungen zu den Themen: Spielregeln, Sicherheitskonzept, Einführung Kompass und Einweisung Klettergurt

• und zuletzt die Abschlussbesprechung und Klärung letzter Fragen

 

 

Planungsschritte mit dem Team

 

• Vorbesprechung und Schildern des geplanten Projektes

• gemeinsames Ablaufen der Wegstrecke

• Besprechen der Ablaufpläne, der individuelle Aufgabenstellung und der dazugehörige Checklisten, der Packlisten und des Fahrzeugplans

• Austausch der Handynummern untereinander

• Einführung in die Handhabung der Walkie-Talkies

 

 

Sicherheitskonzept

 

• Teilnahme aller Jugendlichen am Erste-Hilfe-Kurs in der Woche vor der Herbstfreizeit

• Sicherheitseinweisung/Verhalten im Notfall mit den Jugendlichen im Bildungsteil

• vier Anleiter verfügen über Walkie-Talkies und sichern die Kommunikation untereinander (nur eingeschränkter Handyempfang in der Fränkischen Schweiz)

• alle Anleiter haben ein Handy bei sich (gespeichert mit den Telefonnummern der Kollegen und der Notrufnummern)

• Erste-Hilfe-Sets in den Gruppen

• Erste-Hilfe-Kurs (aktuell) der beiden Anleiter, die die Hobbits und Elben begleiten

 

 

Notfallplan

 

• Passwort bei Notfall: Jamaika (bei der Verwendung wird vor allem den Jugendlichen deutlich, dass ein Ernstfall eingetreten ist)

• umgehende Erste-Hilfe Leistung (ggf. Notruf)

• Informieren der Kollegen

• ein Anleiter ist immer im/beim Fahrzeug und erreichbar

• Absprechen einer Planänderung bzw. des Spielabbruchs

 

 

Kollegensuche

 

Eine wesentliche Zielsetzung der Herbstfreizeit ist der Kennenlernprozess zwischen den „alten“ und „neuen“ Jugendlichen. Nicht weniger wichtig ist aber jener Raum in der Freizeit, in dem sich zwischen handwerklichen Anleitern und Pädagogen auf der einen Seite und den Jugendlichen auf der anderen Seite Beziehungen entwickeln können, die vom Arbeitsalltag unbelastet sind. Daraus ergibt sich zwangsläufig die Vorgabe, dass das komplette „Arbeiten & Lernen“ - Team in das Projekt miteinbezogen wird.

 

Andrea Ertl

38 Jahre, Erzieherin, vier Jahre Berufstätigkeit in der offenen Jugendarbeit, seit 1994 in der Jugendwerkstatt in verschiedenen Teilbereichen tätig, Leitung der beiden Qualifizierungsmaßnahmen „Arbeiten & Lernen“ und „EVA’S“ und in diesem Rahmen verantwortlich für den Bereich Erlebnispädagogik

 

Thomas Wattenbach

41 Jahre, Dipl. Sozialpädagoge, seit 1993 in der Jugendwerkstatt xy tätig, Pädagogische Gesamtleitung, seit 1999 Geschäftsführer xy e.V.

 

Beate Triebel

39 Jahre, Erzieherin, seit 2003 in der Jugendwerkstatt xy tätig

 

Eckhard Schrutka

49 Jahre, Tischlermeister/Werkstattleitung, seit 1986 in der Jugendwerkstatt xy tätig

 

Manfred Hedler

39 Jahre, Gas-Wasser-Installateur/Leitung Schlosserei, seit 1993 in der Jugendwerkstatt xy tätig, Bergwachtmitglied, Ausbildung als Krankenpflegehelfer

 

Andreas Laubert

33 Jahre, Holzbildhauermeister/Leitung Holzbildhauerei, mit Unterbrechungen (Meisterschule) seit 1999 in der Jugendwerkstatt tätig

 

Matthias Ertl

32 Jahre, Berufschullehramtsstudent, seit April 2005 als Lehrkraft in „Arbeiten & Lernen“ tätig

 

Walter Neubauer

Stellt sich ehrenamtlich zur Verfügung, langjähriger Jugendtrainer (Karate), Abteilungungsleiter „Historisches Fechten“ des BTS, Bayreuth

 

 

Aufgabeneinteilung / Rollenverteilung

 

Andrea Ertl – Galadriel

Organisation, Durchführung der Problemlösungsaufgaben, Zeitmanagement

 

Thomas Wattenbach – Nazgul / Gandalf

Aufbau und Durchführung der Problemlösungsaufgaben, Zeitmanagement

 

Beate Triebel – Arwen

Begleitung der Elben, Kanuaktion

Eckhard Schrutka – Butterblüm
Fahrdienst, Organisation der Verpflegung, Organisation der Kanus

 

Manfred Hedler - Aragorn

Begleitung der Hobbits, Anleitung Bogenschießen, Kanuaktion

 

Andreas Laubert – Elrond

Begleitung der Elben, Anleitung Bogenschießen, Kanuaktion

 

Matthias Ertl - Nazgul

Aufbau der Problemlösungsaufgaben, Zeitmanagement

 

Walter Neubauer – Wächter Bruchtals

Schaukampf

 

 

4.2 Geplanter Projektverlauf

 

Tag 1

 

 

zeitliche Sturktur

Aktion        

Ziel

08.00 Uhr

Film „Herr der Ringe“: „Die zwei Türme“ (Teil II)

Einstimmung in die Freizeit

währenddessen   

Teambesprechung       

Information

Im Anschluss an den Film

letzte Besprechung mit den Jugendlichen

Information

danach    

Beladen der Busse und Abfahrt in die Fränkische Schweiz  

Mitarbeit der Jugendlichen,Verantwortung übernehmen

13.00 Uhr

Start der „Reise durch Mittelerde“ (Spielablauf im Anhang) 

Gemeinsames Erleben:

Förderung der Kommunikation durch gemeinsames Lösen der Aufgaben

Kankra’s Spinnennetz (= Spinnennetz)

Kommunikation, Geschicklichkeit, Kooperation

Der Nebelwassersee (= Die Nebel von Avalon)

Kooperation, Teamstärkung 

18.00 Uhr

Ankunft auf dem Zeltplatz (= Spielende des heutigen Tages) 

Reflexion mit allen Teilnehmern 

Eindrücke „ausdrücken"

19.00 Uhr

Lageraufbau

Wir-Gefühl stärken

danach   

Gemeinsames Grillen, Abendausklang am Lagerfeuer      

Spaß haben und Gemeinschaft erleben

 

 

Tag 2

 

 

zeitliche Sturktur

Aktion

Ziel

07.30 Uhr

Wecken der Jugendlichen

Gemeinsames Frühstück

Lagerabbau und Beladen der Busse

Mitarbeit, Übernahme von Verantwortung

währenddessen  

Kurze Teambesprechung 

Informationsaustausch

danach   

Besprechung mit den Jugendlichen, Vorlesen der Intros

Einstimmung in den heutigen Tag

09.30 Uhr 

Weiterreise durch Mittelerde (Spielablauf im Anhang)

Gemeinsames Erleben:
Förderung der Kommunikation durch gemeinschaftliches Lösen der Aufgaben

Gefahrentransport       

Kooperation, Übernehmen von Verantwortung

Bogenschießen

Konzentration, Geschicklichkeit

Ankunft beider Gruppen an der Pulvermühle

16.00 Uhr 

Kanu fahren

Ankunft auf der Burg Rabeneck

Flussüberquerung

Kreative Problemlösung

19.00 Uhr

Ankunft im Rittersaal der Burg Rabeneck

19.30 Uhr

Feier und gemeinsames Essen

Gemeinschaft erleben, Spaß haben, Ausklang und gemeinsamer Rückblick

Reflexion

danach   

Rückreise

 

 

4.3 Tatsächlicher Projektverlauf

 

Tag 1

 

Pünktlich um 08.00 Uhr startet der Film „Herr der Ringe“ Teil II: „Die zwei Türme“. Die Jugendlichen sind trotz einiger „krankheitsbedingter Ausfälle“ (Teilnehmerzahl schrumpft auf 14) hoch motiviert. Während des Films findet eine letzte Besprechung der Anleiter statt, in der unter anderem noch einmal alle Checklisten und Ablaufpläne durchgegangen werden. Auch das letzte Briefing der Jugendlichen im Anschluss an den Film läuft unproblematisch – die Jugendlichen wollen nur noch los!


Nach der Ankunft am Startpunkt in der Fränkischen Schweiz liest Arwen den Gefährten den Prolog (Ab hier werden die Rollennamen (siehe Aufgabenverteilung) verwendet) vor, um sie in die Geschichte einzuführen. Die Jugendlichen starten mit einem immens hohen Bewegungsdrang, sie legen ein schnelles Tempo vor und sind auch akustisch weit vernehmbar. Galadriel und die Nazguls stehen bereit, als die Gruppe auf die erste Aufgabe stößt. Nach langem Raten wird dieses „schwierige“ Rätsel „Wer bin ich?“ gelöst und sie erhalten die 1. Botschaft (Alle Botschaften sind in den jeweiligen Spielabläufen enthalten).

 

Die Gefährten finden auf Anhieb die Höhle und somit auch die 2.Botschaft und das Seil. Felix und Dennis lesen die Botschaft vor, ein Teil der Gruppe läuft bereits (im vermeintlich sicheren Wissen um den richtigen Weg) ohne Benutzung des Kompasses los. Der Rest der Gefährten folgt „lemmingähnlich“ ohne großes Nachfragen. Nach einigen hundert Metern bringt Aragorn die Karte Gandalfs in Erinnerung und die Gefährten erkennen die Notwendigkeit, sich auf den Inhalt der Botschaften zu konzentrieren. Sie finden nach der erforderlichen Routenkorrektur den weiteren Weg mühelos. Die Gruppe trifft durch ihr hohes Tempo an der nächsten Aufgabe (Spinnennetz) verfrüht ein. Zudem zwingt uns (Galadriel und Nazguls) eine Baustelle (die bei der letzten Ortsbegehung noch nicht an dieser Stelle war) dazu, einen größeren Umweg zu fahren, was unsere Ankunft verzögert. Wir sind noch mit dem Aufbau des Spinnennetzes beschäftigt, während die Jugendlichen bereits in Sichtweite kommen. Dies erfordert einen spontanen Einsatz einer der beiden Nazguls, da zu diesem Zeitpunkt das Spinnennetz noch nicht fertig befestigt ist. Es gestaltet sich als äußerst schwierige Aufgabe für einen Nazgul, 14 Jugendliche am Weitergehen zu hindern, da die Jugendlichen so findig sind festzustellen, dass der Nazgul trotz eingehaltenem 5 - Meter - Abstand nur eine Gruppe verfolgen kann. Nach einigen Verfolgungsjagden, welche den Gefährten sichtlich Spaß bereiten, wird es unerlässlich, die Gefährten daran zu erinnern, dass sie nur als Gesamtgruppe agieren soll.

 

Es gelingt uns schließlich, alle vor dem Spinnennetz zu vereinen und sie vor diese Aufgabe zu stellen. Nach fünf Minuten Beratungszeit sagt die Gruppe an, diese Aufgabe innerhalb von 20 Minuten zu lösen. Kommt die Gruppe innerhalb der selbst gewählten Zeit durch das Netz, werden alle Verletzten geheilt. Gelingt dies nicht, müssen die Gefährten alle Blinden, Stummen oder Gelähmten bzw. Mehrfachbehinderten weitertransportieren. Felix und Dennis übernehmen spontan die Führungsrolle und beginnen mit der Lösung der Aufgabe. Trotz einiger Erblindungen und Verstummungen schafft es die Gesamtgruppe, in gut 18 Minuten durch das Spinnennetz zu gelangen. Ich heile die „Verletzten“ wie vereinbart und die Gefährten machen sich auf ihren weiteren Weg, der auf Gandalfs Karte ersichtlich ist.

 

Die Aufgabe „Nebelwassersee“ (Die Nebel von Avalon) scheint die Gruppe anfänglich zu verwirren, da sie beim Anblick des ihnen zur Verfügung stehenden Materials nicht weiß, wie sie die Aufgabe bewältigen soll. Nach wenigen ratlosen Minuten, endend mit der Feststellung, dass sie seit der Trollhöhle ein Seil bei sich tragen, scheint die Lösung des Problems nahe. Die Gruppe startet zunächst eine Trockenübung neben dem See. Chris, der sich sofort ohne Absprache den Klettergurt anlegt, probiert sich am Seil. Der Gruppe gelingt es aber nicht, die erforderliche Seilspannung zu erzeugen. Nach dem gescheiterten Versuch wird ihnen klar, dass der Leichteste und Geschickteste der Gruppe sich in das Seil einhängen muss.Die Wahl fällt auf Tim, der erfreut die Herausforderung annimmt. Da die Beratungszeit zu Ende ist, bleibt keine Zeit für einen weiteren Trockenversuch und die Gruppe beginnt mit der Aufgabe. Der Schatz kann auf Anhieb erfolgreich geborgen werden. Die Begeisterung über die gemeinsam erbrachte Leistung ist groß und wird durch lautstarkes Jubeln betont.

 

Nach dem Auffinden der letzten Botschaft des Tages und dem Hinweis, herumliegende Stöcke für das Würstchengrillen am Abend im Wald zu sammeln, macht sich die Gruppe auf den Weg zum Zeltplatz. Ich treffe knapp vor den Gefährten am Zeltplatz ein (auf dem Fahrweg dorthin befindet sich noch eine weitere Baustelle, die mich wiederum zu einem Umweg zwingt).

 

Die Jugendlichen sind nun vor die Aufgaben gestellt, die Busse zu entladen, ein Lager für die Gemeinschaft zu bauen, Feuer zu machen und im Anschluss daran ihre eigenen Zelte aufzubauen. Eine kleine Gruppe spaltet sich ab, um Fußball zu spielen, was mir verdeutlicht, dass noch genügend Energiereserven vorhanden sind. Nach mehrfachen Ermahnungen, jetzt das Lager mit aufzubauen, löst sich die Mannschaft auf, um mit anzupacken. Nachdem alle Zelte aufgebaut sind, treffen wir uns an der Feuerstelle, um gemeinsam den Tag zu reflektieren. Da sich das Mitteilungsbedürfnis bei einigen Jugendlichen (vor allem bei den „Neuen“) in Grenzen hält, wähle ich die Form „Top & Flop“, bei der jeder schildern soll, was ihm am heutigen Tag am Besten und am Wenigsten gefallen hat. Die Bewertung fällt sehr positiv aus, die Aufgaben Spinnennetz und Nebelwasser werden deutlich hervorgehoben und einstimmig als „echt cool“ befunden. Durch die Reflexionsrunde wird die Vorfreude auf den morgigen Tag offensichtlich. Die Stimmung ist bestens und wir beginnen mit den Vorbereitungen für das Grillen. Wir sitzen bis etwa 23.00 Uhr gemeinsam um das Lagerfeuer. Einzige Ausnahme ist die Gruppe der Aussiedlerjugendlichen, die sich für ca. eine Stunde in ein Zelt zurückzieht, danach aber erfreulicherweise wieder zurück ans Lagerfeuer kommt. In diesem Zeitraum besprechen wir Anleiter den vergangenen Tag und entschließen uns, aufgrund der hohen „Geschwindigkeit“ des heutigen Tages den Startzeitpunkt des morgigen Tages um eine Stunde nach hinten zu verlegen. Gegen 24.00 liegen dann alle in ihren Zelten und schlafen. Dieser Umstand ist nicht zuletzt auf die rationierten Getränke (Bier, antialkoholische Getränke sind ausreichend vorhanden) zurückzuführen und erfreulicherweise wurde das Verbot, eigenen „Vorrat“ mitzubringen, eingehalten.

 

 

Tag 2

 

Der nächste Morgen beginnt (nach teilweise eindringlichen Aufweckaktionen) mit dem gemeinsamen Frühstück und dem anschließenden Verteilen von Lunchpaketen und Getränken. Während die Jugendlichen damit beschäftigt sind, das Lager abzubauen, findet eine letzte Besprechung unter den Anleitern statt. Inhalt ist das Durchsprechen des veränderten Zeitmanagements und das Checken der Packlisten der einzelnen Anleiter. Im Anschluss daran rufe ich die Jugendlichen zur Feuerstelle, um mit ihnen nochmals die Spielregeln durchzugehen und auftretende Fragen zu beantworten. Im Anschluss daran ruft Aragorn die Hobbits zu sich und liest ihnen die Fortführung der Rahmengeschichte (Siehe Anhang: Intro Hobbits) vor. Um 09.30 Uhr mache ich mich mit den beiden Nazguls auf den Weg zum Startpunkt des heutigen Tages. Deren Aufgabe besteht nun darin, die Botschaften und den Proviant für die beiden Gruppen an die ausgewählten Plätze zu bringen. Mit einer zeitlichen Verzögerung von 30 Minuten werden die Hobbits zum Rennerfelsen (Spielstart) gebracht, wo ich sie in Empfang nehme und ihnen nach erfolgreichem Lösen des ersten Rätsels die 1. Botschaft übergebe.

 

Während dieser Zeit werden die Elben von Arwen über die Fortführung ihrer Rahmengeschichte (Siehe Anhang: Intro Elben und Frodos Botschaft) informiert. Nach einer weiteren zeitlichen Verzögerung von einer halben Stunde werden auch die Elben zum Startpunkt gebracht. Auch dieser Gruppe übergebe ich nach dem erfolgreichen Lösen des Rätsels die 1. Botschaft. Beide Gruppen finden sich danach vor die Aufgabe gestellt, ihren weiteren Weg bis zur Ludwigshöhle durch die Botschaften herauszufinden und ihren Proviant zu suchen. In diesem Streckenabschnitt finden auch die ersten Nazguleinsätze, statt die – neben der Kommunikation über das Walkie-Talkie – das Timing regeln, um zu verhindern, dass die Hobbits und Elben bereits hier aufeinanderprallen. In der Ludwigshöhle erwartete ich die beiden Gruppen zeitversetzt und übergebe ihnen nach der obligatorischen Rätselfrage die nächste Botschaft.

 

Der Weg führt nun beide Gruppen auf die andere Seite des Tales hinauf zur Sophienhöhle. Nach dem Finden der Botschaft an „Erweins Ruh“, einer alten steinernen Gedenktafel, gelangen die Gruppen zu einem Aussichtspunkt, wo ihnen Butterblüm ein zweites Frühstück anbietet. Mittlerweile regnet es und so mancher Hobbit oder Elb ist froh über die Regenbekleidung, die wir morgens prophylaktisch angeboten haben. Butterblüm übergibt den jeweiligen Gruppen die Botschaft und die weitere Route führt die Jugendlichen zur nächsten Aufgabe.

 

Die Hobbits treffen zeitgleich mit mir ein und ich gebe ihnen den Auftrag, „Galadriels Phiole“ (Gefahrentransport) zu transportieren. Chris ist der Meinung, dass es für ihn ein Leichtes sei, an das Seil zu gelangen und prompt wird er nach dem ersten Versuch blind. Christoph, der bisher sehr zurückhaltend agiert, greift ein und bittet seine Hobbitfreunde, ihn festzuhalten. Unter großem Staunen seiner Helfer gelingt es ihm mittels Körperspannung das Seil zu greifen und zu sich zu holen. Der Gruppe kommt ohne weitere „Verletzungen“ auf die andere Seite. Für den Transport der „Phiole“ wird Christoph ausgewählt, der diese Aufgabe erfolgreich besteht. Die Hobbits erhalten einen Bogen und die nächste Botschaft. Chris muss feststellen, dass man als Blinder nur sehr schwer im Wald vorwärts kommt. Er ist sichtlich genervt, dass er auf die Hilfe seiner Kollegen angewiesen ist. Nach dem Aufbruch der Hobbits stelle ich fest, dass die Elben noch beim zweiten Frühstück sind. Mein Zeitfenster erlaubt es mir nicht, auf sie zu warten und so geht die Aufgabe an Thomas (in diesem Fall ohne schwarze Nazgulumhang). Ich begebe mich zur nächsten Station im Hof der Burg Rabenstein und erwarte die Hobbits, die in der Zwischenzeit damit beschäftigt sind, aus einer Felsinschrift und einer Zahlenkombination ein Lösungswort zu erarbeiten. Inzwischen regnet es in Strömen und ich befürchte miese Laune unter den Jugendlichen. Bei der Übergabe der nächsten Botschaft und der Pfeile an die Hobbits und später an die Elben stelle ich allerdings erfreut fest, dass die Jugendlichen immer noch bester Stimmung sind. Der nächste Treffpunkt ist die Pulvermühle, auf dem Weg dahin findet für beide Gruppen das Bogenschießen statt. Dieser Auftrag bereitet den Jugendlichen erwartungsgemäß großen Spaß. Die Sicherheitsregeln (der Bogen wird beim Laufen ausschließlich vom jeweiligen Anleiter transportiert, die Gruppe steht grundsätzlich hinter dem Schützen, erst nach dem Verbrauch aller Pfeile werden diese zurückgeholt) werden ohne Widerspruch akzeptiert und eingehalten.

 

An der Pulvermühle treffen nacheinander alle Teilnehmer ein. Hobbits und Elben verbünden sich nach dem Erhalt von Gandalfs Brief gern und freuen sich sichtlich, wieder eine Gruppe zu sein. Wir liegen gut im zeitlichen Rahmen und können uns eine längere Pause genehmigen, als im Plan vorgesehen. Die Stimmung ist trotz einiger nasser Kleidungsstücke erstaunlich gut. Ich biete den Jugendlichen, die heute Morgen auf Regenbekleidung verzichtet haben, diese noch einmal an und jetzt wird das Angebot, aufgrund der Erfahrung am eigenen Leib, dankend angenommen.

 

Nach der kurzen Suche der Kanus und der darauf folgenden Einweisung durch die beiden Kanuverleiher hole ich alle Gefährten noch einmal zu mir, um zu überprüfen, ob auch wirklich jeder seine Schwimmweste trägt. Ich erkläre die Bedingung, dass entweder ein Anleiter oder einer der Jugendlichen am Steuer sitzt, die im vergangenen Juni an der einwöchigen Kanutour auf der Mecklenburger Seenplatte teilgenommen haben. Ebenso kläre ich die Frage, wer als erstes und letztes Kanu fährt (jeweils ein Anleiter). Während die Gefährten die Kanus besteigen, wechselt das Wetter von Regen auf Sonne, die Freude darüber ist dementsprechend groß.

 

Nächste Station ist die Umtragestelle am Fuße der Burg Rabeneck (Bruchtal), die in diesem Fall das Ziel der Kanutour ist. Der Wechsel des Fortbewegungsmittels bereitet den Gefährten viel Spaß. Sie kommen ohne Zwischenfälle am Zielpunkt an, das Fahrzeug mit der Ersatzkleidung wird nicht benötigt. Nachdem die Gruppe die Kanus gereinigt und verstaut hat, stößt sie auf ihrem weiteren Weg auf den Wächter Bruchtals, der je einen Hobbit und einen Elben zum Zweikampf fordert. Die Gefährten vermuten, dass der Wächter „in echt fechten kann“ und schicken abermals Dennis und Felix ins Rennen. Die Vermutung ist natürlich richtig und so gestaltet sich eine erlesene Darbietung: die ausgewählten Jugendlichen haben sprichwörtlich „ganz schön zu kämpfen.“ Nachdem sich beide wacker geschlagen haben, gibt der Wächter den Weg frei und die Gefährten laufen hinauf zur Burg. Ich fahre in dieser Zeit von der Pulvermühle zur Burg Rabeneck und kann aus organisatorischen Gründen weder mit den Jungs Kanu fahren, noch den Schwertkampf sehen.

 

Das finale Tempo der Gefährten bringt mich in zeitliche Bedrängnis: ich habe in der Kürze der Zeit noch nicht den richtigen Schlüssel für das Verlies, in dem der Eine Ring versteckt sein soll. Ich muss die Aufgabe, den Schlüssel vom Besitzer der Burg zu holen und den Einen Ring zu deponieren, an einen der Nazgul delegieren. Für die Jugendlichen ist dieser Vorgang nicht ersichtlich, denn ich stelle ihnen die geplanten Fragen über die Felsinschrift am Burghang. Da die Beantwortung der Fragen mit einem erneuten Abstieg und Wiederaufstieg verbunden ist, teilt sich die Gruppe die Aufgaben: die Elben lösen das Rätsel und die Hobbits holen nach dem Austausch der Schlüssel den Einen Ring aus dem Verlies. Als sich die Gefährten im Besitz des Ringes befinden, wähnen sie sich siegessicher und treffen glücklich aber erschöpft auf der Burgbrücke ein.

 

Die Stimmung droht aufgrund des wieder einsetzenden starken Regens und der jetzt völlig entnervten, zum Teil körperlich ausgelaugten Jugendlichen zu kippen. So komme ich nach einer kurzen Unterredung mit meinen Kollegen zu dem Entschluss, die geplante „Flussüberquerung“ aus dem Plan zu streichen. Trotz dieser Änderung des Planes, die für die Jugendlichen nicht ersichtlich ist, empfängt Gandalf die Gefährten vor dem Burgtor und heißt sie nach dem erfolgreichen Bestehen der vielen Prüfungen herzlich willkommen. Die Gefährten überreichen ihm den Einen Ring und Gandalf öffnet daraufhin das Tor. Die Jugendlichen sind nach dem Gang durch den Burghof beim Eintreffen im Rittersaal sichtlich erstaunt. Auf Nachfragen bekomme ich zur Antwort, dass sie es „echt klasse finden, dass ich so etwas Schönes für sie ausgesucht habe.“
Wir feiern den Abschluss der Reise durch Mittelerde mit einem dem Rahmen entsprechendem leckeren Essen, einem riesigen Fleischspieß, der auf dem offenen Grill auf dem Burghof für uns zubereitet worden ist. Die im Anschluss von mir geplante „offizielle“ Reflexionsrunde ersetze ich, weil mir auffällt, dass so genannte „gestandene Mannsbilder“ vor Erschöpfung mit den Köpfen auf dem Tisch liegen. Stattdessen setze ich mich an die einzelnen Tische und beteilige mich an den Gesprächen über die vergangenen Tage.

 

Das Auftauchen der Presse bringt allerdings noch einmal richtig Leben in den Saal. Bei der Frage,  wer denn mit auf das Foto möchte, überschlagen sich die Jugendlichen förmlich, so dass die Fotografin gezwungen ist, einzelne Jugendliche auszuwählen. Auch die Reporterin, die sich bei den Jungs über den Verlauf der Freizeit erkundigen will, wird von deren Redeschwall überrascht. An dieser Stelle drängt sich mir der Eindruck auf, dass die Jugendlichen sich sicher gern in der Zeitung sehen, aber auch, dass sie vor allem stolz sind, dabei gewesen zu sein!

 

 

5. Nachbereitung

 

5.1 Veränderungen bei den beteiligten Jugendlichen / der Gruppe

 

Innerhalb der zwei Tage bildete sich ein erkennbares Gruppengefüge. Der Umgang untereinander war am Arbeitstag nach der Freizeit deutlich vertrauter und die Atmosphäre durchwegs gelöst. Die Integrierung der neuen Jugendlichen ist gelungen, dies verdeutlichte sich an der Bildung von neuen Kleingruppenkonstellationen. Wie die Jugendlichen es selbst bei der Reflexion mehrfach erwähnen ist, in dieser kurzen Zeit ein Team entstanden. Einer der Jugendlichen, der erst am Tag vor der Freizeit eingestellt wurde, war sich nicht sicher, ob er weiterhin in der „Arbeiten & Lernen“ – Maßnahme bleiben will. Nach der „Reise durch Mittelerde“ entschied er sich in der Jugendwerkstatt zu bleiben.

 

Die Veränderungen bei den einzelnen Jugendlichen fielen sehr unterschiedliche aus. Christopher gelang es beispielsweise deutlich aus sich herauszugehen. Beim Gefahrentransport ergriff er die Initiative, brachte die entscheidende Idee und übernahm den Transport des Bechers. Dieses erfolgreiche Handeln führt dazu, dass er bei den nachfolgenden Aufgaben wesentlich stärker einbezogen wurde. Seinen durchgängig hilfreichen Beitrag während der „Reise durch Mittelerde“ brachte ihm nachhaltig Anerkennung im Team.

 

Zwar musste Felix, nach dem er zum wiederholten Male gegen die Werkstattordnung (einrichtungsinternes Regelwerk) verstoßen hatte, im Oktober gekündigt werden, dennoch stach gerade er bereits im Verlauf der „Reise“ durch seine konstruktiven Ideen und seine mit reißende Motivation hervor. Seine sonst übliche Rolle als „Gruppenkasper“ vermochte er in dieser Zeit, zu Gunsten einer umsichtigen „Spielmacher-Rolle“ fast vollständig abzulegen. Hier wurden Qualitäten an Felix sichtbar, die viele der übrigen Jugendlichen und auch wir Anleiter nicht in ihm vermutet hätten.

 

Tim gewann durch die Freizeit enorm an Selbstbewusstsein und an Standing in der Gruppe.Die Jugendlichen erkannten seine Fähigkeiten an Geschick und körperlicher Gewandtheit sehr schnell und wählten ihn für knifflige Aufgaben (Nebelwassersee, Kankra’s Netz) aus. Bereits am gleichen Abend war zu beobachten, dass er sich nicht, wie sonst üblich, von der Gruppe abseits hielt, sondern mitten unter ihnen saß und in gemeinsame Gespräche verwickelt war.

 

Viktor fielen gemäß seiner Statur die kraftbetonten Aufgaben zu. In dieser Rolle erhielt er reichlich Bestätigung. Aus meiner Sicht aber ist besonders hervorzuheben, dass er, obwohl zwei seiner russischen Lieblingskollegen krankheitsbedingt fehlten, mitfuhr. Entgegen seiner sonstigen Angewohnheit nur mit anderen Aussiedlern zu verkehren, ging er offen auf die übrigen Jugendlichen zu und fügte sich in deren Gruppe ein. So saß er, als der letzte der Aussiedler, am Abend des ersten Tages mit ausschließlich „Nicht-Aussiedlern“ am Feuer.

 

Bei Mario als „Neuem“ war vorrangig zu erkennen, dass es ihm gelang Kontakt zu den übrigen Jugendlichen zu knüpfen. Dies stellte er bei seiner persönlichen Reflexion deutlich heraus. Sein teilweise affektiert wirkendes Verhalten veränderte sich verständlicherweise nicht. Jedoch tolerieren ihn seine Kollegen mittlerweile und nehmen ihn so an, wie er ist.

 

 

5.2 Reaktionen in der Einrichtung

 

Das Feedback des „Arbeiten & Lernen“ - Teams war durchgehend positiv. Das Projekt wurde als erfolgreich angesehen und die vorgegebenen Ziele, vor allem das gegenseitige Kennen lernen, wurden erreicht. Als besonders positiv wurde empfunden, dass ähnlich wie bei Jugendlichen die Freizeit (gemeinsame Vorbereitung und Durchführung) Raum und Gelegenheit zum Kontakt jenseits des Arbeitsalltags schuf.

 

 

6. Reflexion

 

Zur Einstimmung in die abschließende Reflexion sah ich mir gemeinsam mit den Jugendlichen den Teil III der „Herr der Ringe“ Trilogie, „Die Rückkehr des Königs“ an. Im Anschluss daran verteilte ich einen Auswertungsbogen, der auf Wunsch ohne Angabe des Namens (auf diesem Weg erhalte ich „ehrlichere“ Aussagen) ausgefüllt werden soll. Als Hilfestellung zählte ich den Jugendlichen noch einmal alle Aufgaben und Bestandteile auf.

 

Was hat Dir an unserer Freizeit besonders gut gefallen? (alle Punkte mehrfach genannt)

• „Den Film angucken, um alles besser zu verstehen.“

• „Die Botschaften und die Geschichte“

• „Die Aufgaben“ und die „Abwechslung darin“

• „Die Rätsel“

• „Das Teamwork“, „Die Zusammenarbeit mit den Kollegen“

• Aufzählungen: „Kanu fahren“, „Nebelsee“, „Spinnennetz“, Bogen schießen“, Seil schwingen“

• „Die Umgebung“ und „Die Höhlen“

• „das Kennen lernen der anderen.“

• „Aragorn“

• „Das Grillen und der Zeltplatz“ und der „Die Abende in der Gruppe“

• „Die Burg und das Essen“, „Die Abschlussfeier“

• „Die Vorbereitungen der Anleiter“

• „Ach, eigentlich alles“, „Cool“, „so gesehen alles“

 

Was hat Dir weniger gut gefallen?

• „das viele Laufen“, „das lange Wandern“, „das viele Laufen und das noch ´rauf und ´runter!“

• „Das Wetter“ (zweifach genannt)

• „Spielregeln einhalten und blind bzw. stumm bleiben“

• „zu wenig Aufgaben“

• „Herr der Ringe gefällt mir nicht“ (zweifach genannt)

 

Hast Du Verbesserungsvorschläge?

• „noch mehr mit dem Kompass arbeiten“

• „Nein“ (Mehrfachnennung)

• „mehr Nazguls“, „Nazguls müssen öfter Auftauchen, „die Nazguls hätten noch mehr hinter uns her sein müssen“

• „mehr Aufgaben“ und „Aufgaben für die Anleiter“

 

 

6.1 Besondere Erlebnisse

 

Als besonderes Erlebnis werte ich den mir persönlich entgegengebrachten Dank der Jugendlichen und die Anerkennung kleiner, aber liebevoller Details. Sätze wie: „Hey Alter, schau Dir mal an, was die (Anleiter) für uns gemacht haben, so ´ne Mühe macht sich doch sonst Keiner für uns!“ geben Auskunft über die bisher erlebte Wertschätzung ihrer eigenen Person. Als besonders positives Erlebnis werte ich auch die Tatsache, dass die Jugendlichen trotz der teilweise sehr schlechten Wetterbedingungen selten die gute Laune verloren haben.

 

 

6.2 Erkenntnisse / Erfahrungen

 

Bis auf die geringen Änderungen im Zeitplan mussten keine Veränderungen im Konzept des Projekts vorgenommen werden. Die positiven Rückmeldungen der Jugendlichen und meiner Kollegen bestärken mich in der Wahl des Mediums Phantasiegeschichte als Rahmen für diese erlebnispädagogische Freizeitmaßnahme. Fazit: Auch im nächsten Maßnahmejahr wird es wieder eine „Reise durch Mittelerde“ geben!

 

 

7. Öffentlichkeitsarbeit

 

• Zeitungsartikel im Nordbayerischen Kurier

• Jeder Teilnehmer der Freizeit erhält eine Foto-CD

• Darstellung auf der Homepage

• Erscheinung im Jahresbericht 2005 im Dekanatsbezirk

• Darstellung (Plakatwand, evtl. Power–Point–Präsentation) anlässlich der 20 Jahr Feier der Jugendwerkstatt 2006

 

 

8. Literaturverzeichnis

• Konzept, xy e.V., Leben, Wohnen, Arbeiten für junge Menschen in xy 2005

www.bundesrecht.juris.de/bundesrecht/sgb_8/index.html (SGB VIII, §13, Kapitel 2, Absatz 1; Stand: neu gefasst durch Bek. v. 8.12.1998 I 3546; zuletzt geändert durch Art. 1 G v. 8. 9.2005 I 2729) 04.11.2005, 09.30 Uhr

• Heckmair, Michl: „Erleben und Lernen“, München, 2004, 5. Auflage

• Gilsdorf, Kistner: „Kooperative Abenteuerspiele“ Selze-Velber, 1998, 5. Auflage

• Appelt Kartographie und Verlag: Wanderkarte „Innere Fränkische Schweiz“, Gundelsheim

 

 

9. Übersicht Anhang

 

• Einverständniserklärung der Geschäftsführung

• Versicherungsbestätigung

• Ecclesia

• Einverständniserklärung Jugendliche / Erziehungsberechtigte

• Finanzierungsplan

• Karte Fränkische Schweiz / Route

• Fahrzeugplan

• Adressen Burg Rabeneck / Zeltplatz / Kanuverleih

• Zeitungsartikel

• Einladung und Packlisten für die Jugendlichen

• Sammelcheckliste

• Hintergrundwissen

• Rätsel

• Aufgaben Galadriel – Nazgul - Butterblüm

• Packlisten Galadriel – Nazgul - Butterblüm

 

Abschlussprojekt der Ausbildung Zusatzqualifikation Erlebnispädagogik

im Arbeitsfeld Jugendhilfe, Schule, KJP

des KAP-Institutes

 

 

Die Reise durch Mittelerde 

Ein erlebnispädagogisches Projekt der Jugendwerkstatt xy

 

von Andrea Ertl

 

 

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