Ausbildung zum Erlebnispädagogen
16.03.2006
Regensburg. Das Institut für kooperative Abenteuer Projekte (KAP-Institut) in Regensburg startet ab April 2006 die Zusatzausbildung Erlebnispädagogik.
15 Ausbildungsplätze stehen hierfür zur Verfügung.
Die Zahl der extrem verhaltensauffälligen Jugendlichen nimmt in den letzten Jahren kontinuierlich zu.
Die stationäre Erziehungshilfe / Heimerziehung wird in ihrem pädagogischen Alltag im zunehmenden Maße mit Problemen einzelner Jugendlicher und mit Krisensituationen konfrontiert, bei denen die herkömmlichen pädagogischen Konzepte nicht mehr greifen. Nicht selten enden akute Krisen, für deren Bewältigung die Heime keine Perspektiven mehr sehen, in der Entlassung des Jugendlichen aus der Einrichtung.
So sehr man sich über die negativen Auswirkungen von Maßnahme- und Beziehungsabbrüchen auf die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen fachlich einig ist, so sehr fehlt es vielerorts an wirksamen und nicht ausgrenzenden Handlungsalternativen. Neue Handlungsorientierte Methoden und Arbeitsansätze sind notwendig. Gerade die Erlebnispädagogik mit ihrer Assoziation von Abenteuer, Action und Spaß zieht Jugendliche an und kann damit Zugang zu den Jugendlichen schaffen, die andere Formen der Hilfe zur Erziehung ablehnen.
Genau hier setzt KAP-Erlebnistherapie an. KAP trainiert, schult und unterstützt seit über 10 Jahren Jugendliche, die unter erschwerten Bedingungen aufgewachsen sind und jetzt noch leben. Mit Hilfe eines intensivpädagogischen Programms, Kontrolle und aufmerksamer und unterstützender Begleitung können, so zeigt die jahrelange Erfahrung, auch diese Jugendlichen wieder auf Kurs gebracht werden.
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Bundesweit herrscht ein massiver Mangel an speziell ausgebildeten Erlebnispädagogen
Die allgemeine Beschäftigungslage im sozialen Bereich ist dicht gedrängt. Ein hohes Angebot an pädagogischen Fachkräften steht einer eher geringen Nachfrage gegenüber, so dass viele erzieherisch ausgebildete Berufsgruppen im Anschluss an ihre Ausbildung nicht übergangslos eine Beschäftigung finden. Demgegenüber war auf der letzten Bundestagung Erlebnispädagogik in Magdeburg zu erfahren, dass es bundesweit aber an speziell ausgebildeten Erlebnispädagogen für den intensivpädagogischen Aufgabenbereich fehlt. Es war Wunsch vieler Facheinrichtungen hier endlich Abhilfe zu schaffen und soziale Fachkräfte speziell für diesen Tätigkeitsbereich zu schulen.
Zusatzausbildung Erlebnispädagogik
Während dieser Ausbildung erwerben die pädagogischen Fachkräfte nicht nur den professionellen Umgang mit extrem schwierigen Jugendlichen, sondern erfahren auch die notwendigen technisch-instrumentelle Fähigkeiten im Umgang mit erlebnispädagogischen Medien wie Kanu fahren, Höhlen begehen und Klettern. Um für den Notfall gerüstet zu sein, absolvieren die Teilnehmer eine Ausbildung in Erste Hilfe Outdoor. Auch spezielle Sonderpädagogische und Sozialpädagogische Interventionstechniken und Handlungsweisen wie der Umgang mit Konflikten und Krisen, die Gestaltung des Alltages als therapeutisches Milieu oder die Notwendigkeit einer Tagesstruktur werden erarbeitet
Start der Ausbildung im April 2006 in Regensburg
Die Ausbildung zum Erlebnispädagogen startet im April 2006 mit dem 5-tägigen Einführungskurs. Der Kurs kostet 475,- € inkl. Verpflegung und Unterkunft.
Inhalt vom Lehrgang Einführungskurs
Erlebnispädagogik bzw. erlebnispädagogische Projekte boomen seit einigen Jahren. Doch was ist eigentlich Erlebnispädagogik, was steckt dahinter?
Dieser Frage gehen wir im Einführungskurs nach, indem wir die Entstehungsgeschichte der Erlebnispädagogik ausgehend von Rousseau bis heute betrachten. Darauf aufbauend erfahren wir, welche Grundgedanken hinter erlebnispädagogischer Arbeit liegen und welche Lernmöglichkeiten sich daraus für die betreuten Jugendlichen geben.
Besonderer Aspekt dieses Lehrganges ist die Planung erlebnispädagogischer Projekte für benachteiligte Jugendliche. Wir beschäftigen uns damit, welche erlebnispädagogischen Medien sich für welche Zielgruppe besonders eignen und worauf bei der Umsetzung geachtet werden sollte.
Inhalte
- Historische Entwicklungslinien der Erlebnispädagogik
- Definition Erlebnispädagogik
- Grundgedanken und Grundpfeiler erlebnispädagogischer Arbeit
- Dimensionen des Lernens durch Erlebnispädagogik
- Aktualität handlungsorientierter Ansätze
Praktischer Einblick in folgende Medien der Erlebnispädagogik
- Trekkingtour mit Karte und Kompass
- Kanu
- Mountainbike
- Kooperations- und Problemlöseaufgaben
Abschluss mit Zertifikat = Eintrittskarte für eine Festanstellung als Erlebnispädagoge
Nach Abschluss dieser Ausbildung besitzt die pädagogische Fachkraft das notwendige Wissen und die erforderliche Handlungskompetenz zur eigenständigen Umsetzung erlebnispädagogischer Projekte im Individualpädagogischen Bereich oder der Jugendhilfe allgemein. Ebenso verfügen die Teilnehmer über das notwendige Know-how zur Durchführung erlebnispädagogischer Maßnahmen als speziell für diese Zielgruppe geeigneten Handlungsansatz. Damit werden sie für die Institutionen zu gewünschten Mitarbeitern und ihre Beschäftigungschancen steigen erheblich. Bereits jetzt haben sich mehrere Einrichtungen bei KAP-Weiterbildung gemeldet, die großes Interesse an qualifiziertem Fachpersonal haben und mit einer Festanstellung locken.
Träger der Ausbildung Erlebnispädagogik
Das KAP-Institut in Regensburg ist ein privater Anbieter, der sich auf die Arbeit im erlebnispädagogischen und erlebnistherapeutischen Bereich spezialisiert hat. Ausgehend von der jahrelangen praktischen Erfahrung des Institutes in der Jugendhilfe, entwickelte KAP bereits 1994 eine Berufsbegleitende Zusatzqualifikation zum Erlebnispädagogen in der Jugendhilfe, Kinder- und Jugendpsychiatrie. Seit dieser Zeit konnten mehr als 2.500 soziale Fachkräfte durch das praxisnahe und herausfordernde Ausbildungskonzept für ihre Arbeit mit benachteiligten Jugendlichen weiter qualifiziert werden. Damit zählt KAP-Institut mittlerweile zu den Wegbereitern der modernen Erlebnispädagogik.

