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Emanuel Beck

Abschlussprojekt der Ausbildung Zusatzqualifikation Erlebnispädagogik

im Arbeitsfeld Jugendhilfe, Schule, KJP

des KAP-Institutes

 

 

Faszination Höhle.

Eintauchen in eine andere Welt, abseits von Streß und Lärm in unserem zivilisierten Alltag.

 

Erlebnispädagogisches Projekt von Emanuel Beck

 

22. bis 24. September 2006

 

 

 

Inhaltsverzeichnis

 

 

Einleitung          

 

1.    Vorstellung der Einrichtung      

 

 

2.    Das erlebnispädagogische Konzept    

2.1  pädagogischer Hintergrund      

2.2  Projektauswahl       

 

 

3.     Die Teilnehmer / innen am Höhlenprojekt   

3.1   Auswahlkriterien      

3.2   Beschreibung der Teilnehmer/innen    

 

 

4.     Das Höhlenprojekt      

4.1   Vorbereitungsphase     

4.2   Planungsphase       

4.3   Durchführungsphase und Beschreibung des Höhlenprojekts 

4.4   Evaluation und Abschlußphase für das Projekt    

 

 

5.     Die Projektnachbearbeitung     

 

 

6.     Abschlußreflexion      

 

 

Schlußwort         

 

                     

Literaturliste        

 

 

 

 

Einleitung

 

Im Rahmen meiner erlebnispädagogischen Weiterbildung beim KAP-Institut, war spätestens seit dem Höhlenlehrgang im Mai 2004 klar, daß ich mich speziell auf das Medium Höhle konzentrieren werde. Bei der Frage welches Praxisprojekt für mich in Frage kommt, gab es eigentlich immer nur eine Antwort und die lautete: "Die Vermittlung dieser unglaublichen Faszination von Höhle, die bei mir damals ausgelöst wurde, an andere Personen weiterzugeben."

 

Für die Erstellung meiner Projektarbeit habe ich mich deshalb für folgenden Titel entschlossen.

 

Faszination Höhle.
Eintauchen in eine andere Welt, abseits von Streß und Lärm in unserem zivilisierten Alltag.

 

In meiner Arbeit möchte ich auf die Entwicklung und Entstehung der Projekttage eingehen, aber vor allem auch auf die unerwarteten Schwierigkeiten, auf die ich bei der Umsetzung gestoßen bin. Der Schwerpunkt wird die ausführliche und detaillierte Projektbeschreibung sein. Die Nachbearbeitung liegt mir besonders am Herzen. Also die Fragestellung, konnten die Erlebnisse in den Alltag transferiert werden, konnte die Projektteilnehmerin einen persönlichen Nutzen aus ihrem Erlebten ziehen?

 

Aus Datenschutzgründen werde ich in der Arbeit einen anderen Namen für das Mädchen wählen, das alleine mit zwei Betreuer/innen am Projekt teilnahm.

 

 

 

1.  Beschreibung der Einrichtung

 

gekürzt: ein geschlossenes Heim für Mädchen

 

Das Leitbild unseres Verbandes, das unter Einbeziehung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entwickelt wurde, basiert auf den Aussagen der Bibel und dem daraus abgeleiteten christlichen Menschenbild. (Qualitätshandbuch Mädchenheim xy 2003, 1).

 

Ich arbeite als Diplom Sozialpädagoge seit März 2000 auf einer intensiv therapeutisch individuell - geschlossenen Gruppe (ITG 4).

 

Individuelle Geschlossenheit bedeutet,

 

•  auch solchen Jugendlichen Beziehungsangebote machen zu können, die sich unter offenen Bedingungen durch Weglaufen entziehen würden.

•  durch Einschränkung der Außenkontakte die Binnenkontakte zu intensivieren, wodurch eine Beziehungsaufnahme verstärkt und die Auseinandersetzung mit sich und anderen gefördert wird.

•  sich bei der schrittweisen Öffnung nach außen am Entwicklungsstand der jeweiligen Jugendlichen zu orientieren.

•  einen Schutz- und Schonraum zu bieten, in dem die Jugendlichen alternative Verhaltensweisen ausprobieren und einüben können. (Informationsbroschüre Mädchenheim xy 2002 , 1)

 

Das Heim besteht aus sechs geschlossenen Gruppen, incl. einer Spezialgruppe für sog. Borderliner und zwei offenen Gruppen. Daneben besteht noch eine betreute Lehrlingsgruppe und heilpädagogische Wohngruppe. Insgesamt werden bei voller Belegung ca. 70 Mädchen betreut. In der Regel wohnen sieben Mädchen im Alter zwischen 13 und 17 Jahren auf einer Gruppe. Voraussetzung für eine geschlossene Unterbringung ist ein richterlicher Beschluß. Die meisten Mädchen bleiben ein Schuljahr und erhalten die Möglichkeit in der heiminternen Schule zur Erziehungshilfe einen Abschluß zu erlangen.

 

Für eine Unterbringung gibt es verschiedene Gründe. In der Regel werden Mädchen aufgenommen, die.....

 

•  sich einer pädagogisch-therapeutischen Beeinflussung in offenen Settings durch Weglaufen entziehen.

•  in ihrer Persönlichkeitsentwicklung so starke Defizite aufweisen, daß sie sehr intensiver Betreuung bedürfen. Charakteristisch für diese Mädchen sind mehr oder weniger ausgeprägte neurotische Störungen auch mit psychosomatischen Begleiterscheinungen (häufig aufgrund sexuellen Mißbrauchs), depressive bzw. aggressive Verhaltensweisen, Suchtgefährdung (Alkohol, Drogen, Eßstörungen), fehlende lebenspraktische und soziale Kompetenz (Verwahrlosung), Schulprobleme und die Gefahr einer kriminellen Entwicklung.

•  der allgemeinen oder der Berufsschulpflicht unterliegen. (.......)

 

Innerhalb des geschlossenen Rahmens leben Mädchen und BetreuerInnen im Therapeutischen Milieu und bilden eine Therapeutische Gemeinschaft, in der sie gemeinsam Verantwortung für den therapeutischen Prozeß tragen. Dies schafft eine Atmosphäre der Offenheit und gegenseitigen Toleranz, die Individualität und das Recht auf Autonomie und Selbstverwirklichung fördert und unterstützt, und in der sich Persönlichkeit und Beziehungen positiv entwickeln. Die regelmäßige Reflexion aller Vorgänge im Beziehungsgefüge der Gemeinschaft ist Grundlage der therapeutischen Inter-vention und bildet die Basis für soziales Lernen. (Informationsbroschüre Mädchenheim xy 2002).   

 

 

 

2. Das erlebnispädagogische Konzept

 

2.1 pädagogischer Hintergrund  

 

In unserer Einrichtung bin ich zur Zeit der einzige Kollege, der eine Weiterbildung zum Erlebnispädagogen absolviert. Das Höhlenprojekt wird aller Voraussicht nach kein fester Baustein bei den Freizeitangeboten werden. Dagegen steht zum einen der geschlossene Rahmen, der eine flexible Freizeitplanung immens erschwert und auch die fehlende Motivation von Seiten des Klientels. Im Rahmen einer Ferienunternehmung war ich bereits zweimal mit einer Gruppe in der Klausenhöhle, aber eben nur bis zu dem Einstiegsloch, wo die eigentliche Höhlenbegehung beginnen würde.Trotzdem waren die Mädchen sehr fasziniert, in einer echten Höhle gewesen zu sein. Das gemeinsam Erlebte war dann auch noch lange Zeit Gesprächsthema.

 

Wie bereits oben erwähnt gab es für mich persönlich keine Alternative zum Höhlenprojekt. Die beiden Ferienunternehmungen in der Höhle waren eine gute Voraussetzung, um mein erlebnispädagogisches Konzept bei der Abteilungsleitung einzureichen. Die Abteilungsleitung genehmigte meinen Antrag für das Höhlenprojekt (s. Anlage 1) und reichte denselben weiter an den Heimleiter.

 

In einem gemeinsamen Gespräch erkundigte sich dieser über das anstehende Projekt und formulierte zwei Bedingungen damit das Projekt stattfinden kann. Die maximale Dauer darf drei Tage (2 Nächte ) nicht überschreiten und es müssen mindestens zwei Mädchen aus der Einrichtung teilnehmen, wegen des vorgeschriebenen Betreuungsschlüssels. Neben mir als Projektleiter, muß eine weibliche Kollegin teilnehmen, da ich als Mann nicht mit einem Mädchen über Nacht wegfahren darf. Ein Wunsch der Heimleitung war natürlich, daß das Projekt vielleicht fest in die pädagogische Arbeit verankert werden kann.
Für die Projektgenehmigung mußte ich keine allgemeinen Ziele oder Lernerfahrungen formulieren.

 

 

2.2 Projektauswahl

 

Als idealer Standort für meine Höhlenprojekttage nutzte ich die Örtlichkeit im Raum Kehlheim /Essing, die ich beim Höhlenlehrgang mit dem KAP-Institut kennenlernen durfte. Das sog. „Basislager“ war der Campingplatz Kastelhof bei Essing, von dem aus die beiden Höhlen bequem zu Fuß zu erreichen sind. Neben der Klausenhöhle sollte auch das Silberloch befahren werden.

 

Die Silberlochhöhle im Galgental. Das Silberloch gehört zu den urgeschichtlichen Opferplätzen, in denen Menschen-, Tier- und Sachopfer dargebracht wurden, eine Schlachthöhle, bei der waagrecht in den Berg führende Räume mit in die Tiefe stürzende Spalten verbunden sind, den vermuteten Eingängen zur Unterwelt. (Graichen 1997, 189-191). Insgesamt waren drei Tage für das Projekt geplant, mit zwei Übernachtungen im Zelt, auf dem Campingplatz.

 

 

 

3.  Die Teilnehmer / innen am Höhlenprojekt

 

3.1  Auswahlkriterien

 

An dem Projekt nahm letztendlich nur ein Mädchen teil. Das Mädchen wohnte auf meiner eigenen Gruppe (ITG 4) und war zur Zeit, als das Projekt startete, fünfzehn Jahre alt. Lena (Name geändert) hatte innerhalb der Gruppe eine schwache Position, war meistens das sog. Schlußlicht und fiel immer wieder aufgrund ihrer Hyperaktivität und einer Impulskontrollstörung auf. Das Verhältnis zu mir als Betreuer war relativ stabil, wir kannten uns bis Dato knapp sechs Monate und hatten bereits einige Unternehmungen gemeinsam absolviert. Im Vorfeld hatte ich einige Gespräche mit Mädchen der Abteilung, die aber im Gegensatz zu Lena nach Besichtigung der Foto-CD vom KAP-Lehrgang Höhle kein weiteres Interesse zeigten. Lena zeigte sich im Vergleich zu den anderen Mädchen von Anfang an motiviert und war mit Abstand das sportlichste Mädchen auf der Gruppe.

 

Der Heimleiter genehmigte anfangs das Projekt für zwei Mädchen und zwei Betreuer. Neben mir als Projektleiter mußte aber noch eine weibliche Kollegin mitfahren, weil ich als Mann nicht mit den Mädchen alleine fahren dufte, sobald eine Unternehmung mit Übernachtung anstand. Als zweites Mädchen konnte ich ein ehemaliges Mädchen der ITG 4 gewinnen, das nach der geschlossenen Unterbringung auf die Lehrlingsgruppe auf dem Heimgelände wechselte und in der Hauswirtschaft eine Lehre zur Hauswirtschaftshelferin durchläuft. Aufgrund von anstehenden Prüfungen in der Berufsschule, sagte das Mädchen ihre Teilnahme aber kurzfristig ab und das Projekt stand damit fast vor dem Aus. Ein anderes Mädchen konnte innerhalb von zwei Tagen nicht mehr gefunden werden, weil zu diesem Zeitpunkt bereits das Projekt starten sollte.

 

Nach langwierigen Verhandlungen mit der Heimleitung wurde das Projekt mit nur einem Mädchen und zwei Betreuer/innen genehmigt. Das KAP-Institut gab ebenfalls sein Einverständnis, damit das Projekt in dieser Konstellation überhaupt realisiert werden konnte.

 

 

3.2   Beschreibung der Teilnehmer/Innen

 

Zur Absicherung mußte Lena aber eine Verpflichtungserklärung (s. Anlage 2) unterschreiben, um die Projektdurchführung nicht zu gefährden.

 

Lena war in der theoretischen Überlegung ein wirklich geeignetes Mädchen, weil sie neben ihrer Motivation und Sportlichkeit, ein großes Interesse an dem Höhlenprojekt bekundete. Lena stammt aus einem kleinen Ort in Rheinlandpfalz und wuchs bei einer Pflegefamilie auf, nachdem ihre Mutter sie nach der Geburt zur Adoption frei gab.

 

Zur leiblichen Mutter besteht keinerlei Kontakt, ihren Vater lernte sie erst vor zwei Jahren kennen. Lena wurde in der Pflegefamilie körperlich mißhandelt und mußte traumatische Erlebnisse erleiden. Sie wandte sich irgendwann selber an das Jugendamt und wohnte dann kurzfristig bei ihrem Vater, dem Teile des Sorgerechts übertragen wurden. Ihre Eltern sind geschieden, die Mutter lebt in Frankreich, zwischen beiden besteht kein Kontakt. Lena hatte also eine sehr schwierige Kindheit und das Verhältnis zum Vater, den sie kaum kannte, verschlechterte sich zunehmend, bis sie immer wieder von Zuhause entwich und zeitweise auf der Straße lebte. Das war auch der Grund für die geschlossene Unterbringung im Mädchenheim xy.

 

Im Heimalltag hat sie große Probleme mit den gleichaltrigen Mädchen, findet wenig Anschluß und ist vielleicht mit einer Gruppe von sieben Mädchen schlicht weg überfordert. Sie ist kaum in der Lage auf Beziehungen einzugehen und ist eigentlich nicht gruppenfähig. Um ihre Konzentrationsfähigkeit, speziell in der Schule, zu steigern und ihr Aggressionspotential zu mindern wurde sie medikamentös eingestellt. Ihre Medikamente nahm sie immer problemlos ein.

 

Erlebnispädagogische Methoden werden eingesetzt, um bestimmten Zielen wie etwa Steigerung des Selbstwertgefühls, Förderung des Gemeinschaftsgefühls, Einübung von Selbstverantwortung näher zu kommen. (Heckmair/Michl 2004, 103). Mit ihrer Teilnahme am Projekt wollte ich ihr Ansehen in der Gruppe erhöhen, ihr Selbstwertgefühl steigern und damit vielleicht auch eine Verbesserung erzielen, damit sie im Heimalltag entspannter mit den Mädchen umgehen kann.

 

„Sich selbst herausfordern“, sich neuen Situationen stellen, unvorhergesehene Risiken wagen, setzen die Motivation und den Mut voraus, die eingeschliffenen Denk- und Verhaltensmuster des Alltags zu verlassen. (Heckmair/Michl, 2004, 175).

 

 

 

4.  Das Höhlenprojekt

 

4.1  Vorbereitungsphase

 

4.2  Planungsphase

 

Als erstes erstellte ich einen Übersichtsplan / „Outlook“ (s. Anlage 3) in dem ich grob die Phasen der Vorbereitung einteilte. Die Vorbereitung startete im März 2006 und endete schließlich im September mit der Projektdurchführung.

 

Im März stellte ich einen schriftlichen Antrag an die Abteilungsleitung  im Haus. Zu diesem Zeitpunkt waren noch drei Mädchen und eine Kollegin angedacht. Ursprünglich plante ich das dreitägige Projekt im August, was aber aufgrund der Dienstplangestaltung nicht zu realisieren war. Deshalb wurde die Aktion in den September verschoben. Eine Freistellung vom Dienst für vier Tage wurde nicht genehmigt. Ein kompletter Tag sollte dafür dienen, daß meine Kollegin und ich die Höhlen im Vorfeld inspizieren wollten. Die Genehmigung von Seiten der Abteilungsleitung bzw. Heimleitung erfolgten mündlich, deshalb liegt keine schriftliche Bewilligung vor.

 

Mit den Mädchen erfolgte ein ausführliches Informationsgespräch und eine anschauliche Foto-CD vom KAP-Lehrgang Höhle.

 

Neben  der Verpflichtungserklärung für Lena mußte natürlich erst einmal das Jugendamt, und in diesem Fall der Vormünder, die Teilnahme von Lena genehmigen (s.Anlage 4). Außerdem wurde der Vater schriftlich informiert, obwohl die elterliche Sorge beim Jugendamt liegt. Eine vom Erziehungsberechtigten unterschriebene Einverständniserklärung entbindet den Pädagogen nicht von seiner Aufsichts- und Sorgfaltspflicht. Eltern bzw. Vormund können mit dieser Erklärung lediglich über Aktivitäten, die im Rahmen eines erlebnispädagogischen Projektes geplant sind, informiert werden. (Heckmair/Michl 2004, 264).

 

Die anfallenden Kosten wurden von meiner Seite  grob geschätzt und konnten bis auf die gekauften Lebensmittel über das Heim abgerechnet werden. Die Lebensmittel wurden aus der Essenskasse der Gruppe finanziert. Der Gesamtbetrag für den Finanzierungsplan konnte erst bei der Abrechnung für das Projekt aufgelistet werden (s. Anlage 5).

 

Das Risiko läßt sich in der Erlebnispädagogik klein halten, aber niemals völlig ausschalten. Sicherheitsstandards dienen der Reduzierung von Risiken und verhindern damit physische, psychische und materielle Schäden. (Perschke, Flosdorf 2003, 21). Die erforderlichen Faktoren für ein Sicherheitskonzept wurden von mir berücksichtigt, um somit die Risiken zu minimieren.

 

•  Die Projektleitung und damit die Verantwortung für den Projektverlauf lag ganz klar bei mir, meine Kollegin war lediglich als Begleitperson angedacht, um z.B den Bereich Dokumentation (Fotos) eigenständig zu übernehmen.

•  Die Teilnehmerzahl war mit nur einem Mädchen sehr überschaubar.

•  Die erforderliche Höhlenausrüstung wurde beim KAP-Institut ausgeliehen. Damit hatten wir eine professionelle Ausrüstung zur Hand.

•  Die Umfeldbedingungen, sprich die beiden Höhlen, die ausgesucht wurden, waren mir als Projektleiter vertraut und stellten keine unvorhergesehenen Gefahrenquellen dar.

 

Notfallpläne dienen dazu, Krisen- und Gefahrensituationen durchzuspielen und die Teilnehmer auf die dann notwendigen Aktivitäten vorzubereiten, (...). Durch das Entwickeln von Notfallplänen und das Einüben in Rollenspielen wird der Umgang mit Gefahren geübt. (...) (Perschke/Flosdorf 2003, 20). Lena wurde langsam an das Projekt heran geführt und für den Bereich Höhle sensibilisiert. Am Anfang anhand von Gesprächen und später mit Anschauungsmaterial. Kurz vor der Höhlenbegehung wurde das Material begutachtet und der Schlatz (Höhlenanzug) probeweise angezogen. Die erste Höhlenbegehung diente lediglich dazu das richtige Gefühl für eine Höhlenbegehung zu bekommen. Die Möglichkeit umzukehren war jederzeit gegeben.

 

Ein weitere formelle Absicherung für die Teilnehmer, war das Versichern über die Einrichtung. Neben einer Unfallversicherung bestand auch eine Absicherung gegen Haftplichtschäden. Die bestehenden Versicherungen der Einrichtung müssen das erhöhte Risiko in er-lebnispädagogischen Maßnahmen abdecken und sind ggf. daraufhin abzuändern.(Perschke/Flosdorf 2003, 20).         

 

Ende August Anfang September begann die eigentlich wirklich heiße Phase der Vorbereitung. Etwa einen Monat vor Projektbeginn lag die Genehmigung von Seiten des Kreisjugendamts vor, der Heimbus wurde reserviert und die Fahrt vom Haus genehmigt. Zu diesem Zeitpunkt waren noch zwei Mädchen für das Projekt vorgesehen. Die Mädchen erhielten ihre Packlisten (s. Anlage 6) und die Campingausrüstung im Haus wurde bestellt. Neben Schlafsäcken konnten ebenso ein großer Gaskocher und ein Klapptisch & Stühle reserviert werden. Die Zelte gehören der Gruppe. Den Zeltaufbau übte ich mit den Mädchen auf einer Wiese vor dem Heim. Nachdem die Ausrüstung nicht vollständig war, mußten noch einige Utensilien wie z.B Zelthäringe, Gaskartuschen usw. gekauft werden.

 

Meine Kollegin, die mich begleitete war u. a. für die Fotos während der Projekttage zuständig. Eine entsprechende Digitalkamera konnte im Heim ausgeliehen werden. Für die Aufnahmen innerhalb der Höhle kaufte ich eine sog. Fertigkamera, die bei vollem Film komplett zur Entwicklung gegeben werden kann. Die Gefahr, daß die Digitalkamera in der Höhle Schaden nimmt, war somit nicht mehr gegeben. 

  

Damit wir Freitag rechtzeitig losfahren konnten, mußte ich in der heiminternen Schule noch eine Schulbefreiung beantragen. Die Lebensmittel wurden am Vorabend noch eingekauft und mit den anderen Ausrüstungsgegenständen im Bus deponiert.

 

 

4.3  Durchführungsphase und Beschreibung des Höhlenprojekts

 

Freitag, 22.09.06

 

Nachdem die Rucksäcke und persönlichen Gegenstände im Bus verstaut waren, konnten wir pünktlich um 10.00 Uhr losfahren. Die Stimmung aller Teilnehmer war gut und entspannt. Zuerst steuerten wir das KAP-Institut an, um die reservierte Höhlenausrüstung (s.Anlage 7) abzuholen. Pünktlich und ohne Stau auf der Autobahn kamen wir in Undorf an. Die Schlatze wurde schnell probeweise angezogen und danach alles im Bus verstaut. Das Angebot an Lena, sie könnte doch mal das künstliche Höhlensystem im Garten ausprobieren, wurde von ihr etwas lustlos abgelehnt.

 

Am Zielort, dem Campingplatz in Essing b. Kehlheim, konnten wir eine schöne Stelle in Flußnähe finden und bauten zügig die Zelte auf. Lena schaffte das schnell und problemlos, nachdem sie das Zelt schon einmal probeweise aufgebaut hatte. Zum Essen gab es ein Nudelgericht, das mit Hilfe eines großen Campingkochers schnell zubereitet wurde. Für den Salat und die Getränke war Lena zuständig. Nachdem das Geschirr abgespült war ruhten wir uns ein bißchen bei herrlichen Spätsommerwetter aus.

 

Beim Kaffee folgte die eigentliche Begrüßung zum Projektbeginn und jeder von uns äußerte seine Erwartungen und Befürchtungen für die nächsten drei Tage. Lena hatte hier logischerweise etwas Probleme, weil sie als einzige Jugendliche im Beisein von zwei Erwachsenen reden sollte. Trotzdem konnte sie ihre Erwartungen recht formulieren, wenn auch etwas knapp. Als Ritual wurde eingeführt, daß jeder Teilnehmer seine momentane Befindlichkeit beschreibt, indem er den Daumen entweder nach oben (gut), seitlich (in Ordnung) oder nach unten (schlecht) neigt. Ergebnis waren alle Daumen nach oben.

 

Für den späten Nachmittag war die erste Höhlenbefahrung in der Klausenhöhle geplant. Nach einem Fußmarsch vom Campingplatz zum Höhleneingang wurde erstmals die Ausrüstung angezogen. Meine Kollegin ging nicht in die Höhle mit, fotografierte aber alle wichtigen Aktionen. Lena machte einen etwas nervösen, aber keinen ängstlichen Eindruck. Ziel und somit Ende der heutigen Tour war das sog. Einstiegsloch. Hier machten wir eine kleine Pause und zündeten Kerzen an. Lena hatte somit am ersten Tag ein Eindruck bekommen, was Höhle bedeutet und ging die Höhle insgesamt zweimal mit mir auf und ab. Fester Bestandteil war natürlich auch, daß wir die Stirnlampen löschten und das letzte Stück zum Ausgang ohne Licht bewältigten.

 

Nach dem Abendessen folgte noch die Reflexion für den Tag. Lena war von der Höhle ziemlich beeindruckt und freute sich auf den nächsten Tag. Der ereignisreiche und lange Tag endete schließlich an einem gemütlichen Lagerfeuer.

 

 

Samstag, 23.09.06

 

Nach einer lauen und trockenen Nacht konnten wir wieder bei Sonnenschein frühstücken. Nach dem Abwasch, den Lena ohne Aufforderung bereitwillig erledigte, trafen wir uns zur Tagesplanung. Die allgemeine Stimmung war gut und alle freuten sich auf die anstehenden Herausforderungen. Zuerst wurde die Ausrüstung hergerichtet und nochmals überprüft, speziell die Helmlampen. Vorsichtshalber wurden auch noch Ersatzbatterien mitgenommen. In den sog. Schleifsack steckte ich außerdem ein Seil, eine Erstehilfetasche, eine Flasche Wasser und eine Packung Schokolade. Der Bus wurde an der Straße neben einer Hängebrücke abgestellt.

 

Heute wollten wir eine andere Höhle erkunden, nämlich das sog. Silberloch. Nach einem kurzem Fußmarsch erreichten wir den Höhleneinstieg. Die Höhlenausrüstung war schnell angelegt und bevor wir in die Höhle gingen, stärkten wir uns noch mal mit Schokolade. Meine Kollegin fotografierte uns, ging aber nicht in die Höhle mit rein. Gleich zu Beginn gibt eine Abstiegsstelle, die mit Hilfe eines Seils, überwunden werden sollte. Lena folgte meinen Anweisungen und war sichtlich stolz die erste Hürde genommen zu haben. Nach einem kurzen Aufstieg folgte dann bald eine Stelle, der sog. Geburtskanal, der nur in der tiefsten Gangart, sprich kriechen zurückzulegen ist. Ich erklärte Lena bereits im Vorfeld, was sie erwarten wird. Die Länge erstreckt sich über ca. 15 Meter. Lena kroch hinter mir den Höhlengang entlang und konnte sogar am Tunnelende beim Foto lächeln. Sie zeigte keinerlei Angst oder Beklemmungen. Nach einer kleinen Pause folgte die zweite Schlüsselstelle, eine Art Kamin, in dem man nach oben klettern muß.

 

Vor uns war bereits eine Gruppe mit Kindern unterwegs. Die Betreuer legten einige kurze Seile, womit auch der Aufstieg für Lena um einiges leichter wurde. Ziel war eine so genannte große Halle innerhalb des Silberlochs. Lena war sichtlich fasziniert von der Größe bzw. den erkennbaren Ausmaßen, die hier zu sehen waren. Nachdem wir uns erholt hatten traten wir den Rückweg bzw. Abstieg an, der genauso problemlos verlief, wie der Einstieg. Insgesamt waren wir ca. zwei Stunden in der Höhle und freuten uns um so mehr wieder das Tageslicht sehen zu können. Lena ging es mental gut, war dann aber doch körperlich recht erschöpft und durfte sich deshalb mit Schokolade stärken.Am Campingplatz angekommen folgte erst mal eine längere Erholungspause.

 

Beim Nachmittagskaffee reflektierten wir die heutige Höhlenbegehung und waren alle mit dem positiven Verlauf sehr zufrieden. Lena wirkte gelöster und lockerer als am Vortag und konnte sich beim Gespräch auch intensiver beteiligen. Auf dem Programm stand auch noch die Besichtigung einer in der Nähe befindlichen Burg, um somit auch einen Ausgleich oder Kontrast zum Höhlenprogramm zu haben.

 

Nach einem gemütlichen Abendessen bei Kerzenschein endete dieser überaus erlebnisreiche zweite Tag.

 

 

Sonntag, 24.09.06

 

Der dritte und somit letzte Tag startete auch wieder bei herrlichem Sonnenschein. Die überaus gute Witterung, war sicherlich auch mit entscheidend für die gute Gruppenstimmung. Nach drei Tagen wirkten wir drei doch sehr routiniert, was unsere Aufgaben und Abläufe betraf. Ich mußte als Projektleiter kaum mehr Anweisungen geben, da jeder wußte, wo er anpacken mußte. Bei Lena erstaunte mich diese Selbstständigkeit, die ich in dieser Form noch nicht kannte.

 

An diesem Tag wollten wir nochmals die Klausenhöhle erkunden. Den Weg bis zum Einstiegsloch kannte Lena bereits vom ersten Tag. Die psychischen Anforderungen sind bei dieser Höhle nochmals größer, da die Gänge unglaublich eng sind, der Einstieg nach unten führt in einen so genannten Siphon (Ausbuchtung) in dem man sich unbedingt drehen muß, d.h. ab hier ging es mit den Händen voraus. Bei Unkenntnis dieser Höhle kann es dann passieren, daß ein Teilnehmer im Höhlengang stecken bleibt, da er aufgrund seiner Körperkrümmung nicht weiterkommt.

 

Mit Lena hatte ich die Problematik aber vorher ausführlich besprochen und so kamen wir beide gut aus dem Siphon heraus. Am Ende des Ganges konnten wir uns etwas erholen. Lena war sehr wortkarg und fühlte sich offensichtlich nicht wohl. Sie hatte keine Lust mehr, wollte nicht weitergehen, sondern umkehren. Hier kam sie an ihre Grenzen und es hätte deshalb keinen Sinn gemacht, die Höhlentour fortzuführen.

 

So kamen wir beide wohlbehalten aus der Höhle heraus und Lena hatte von Höhlenerkundungen erst mal genug. In der Reflexion konnte sie auch gut darstellen, daß sie hier ihre Grenzen erfahren hat. Sehr positiv zu bewerten war, daß sie trotz dieser Extremsituation ruhig geblieben ist und nicht in Panik verfallen ist.

 

Als Schlußpunkt des Höhlenprojekts mußten wir noch das gesamte Höhlenequipment säubern. Die Schlatze hingen wir zum Trocknen auf und bauten zwischenzeitlich die Zelte ab. In der abschließenden Reflexion wurden nochmals alle drei Tage diskutiert und außerdem verglichen wir unsere Erwartungen und Befürchtungen vom ersten Tag.

 

Als Belohnung und gleichzeitigem Schlußpunkt für die drei Projekttage fuhren wir zum Mittagessen zum Kloster Weltenburg.

 

Auf der Rückfahrt gaben wir noch die Ausrüstung beim KAP-Institut zurück und waren gegen ca. 17.00 h im Mädchenheim xy.

 

 

4.4 Evaluation und Abschlußphase für das Projekt

 

In meinem nächsten Dienst führte ich ein längeres Gespräch mit Lena, um noch mal die Projekttage zu reflektieren und damit das Projekt auch formell zu beenden. Ihre Aussagen waren genauso positiv wie am letzten Projekttag. Als Erinnerung erhielt sie eine Foto-CD, mit allen Fotos die beim Projekt gemacht wurden.

 

Der Abschluß mit meiner Kollegin, die mich begleitete, erfolgte direkt im Anschluß an die Rückkehr ins Heim. Nach Dienstschluß tauschten wir uns noch mal über das Projekt aus. Das Ergebnis war, daß wir sehr gut kooperierten, weil wir eine klare Aufgabenverteilung hatten.

 

Die Kollegen im Team und auf der Abtleilung hatten ebenso die Möglichkeit, sich einen Überblick mit Hilfe der CD zu verschaffen. Im Rahmen einer Teamsitzung, an der auch die Abteilungsleitung teilnahm, erzählte ich ausführlich über die Projekttage. 

 

 

 

5. Projektnachbearbeitung

 

Wie bereits kurz erwähnt wunderte ich mich bei Lena über ihre Selbstständigkeit, mit der sie ihre Aufgaben bewältigte. Im Vergleich zum Heimalltag mußte sie nicht mehrmals aufgefordert werden, wenn etwas zu erledigen war. Das tägliche Abspülen, die Mithilfe beim Kochen oder das Herrichten der Ausrüstungsgegenstände verrichtete sie überwiegend eigenständig. Eigentlich rechnete ich täglich mit einer Verweigerung oder Opposition. Sogar das Putzen und Schruppen der Höhlenausrüstung absolvierte sie ohne Murren.

 

Meine Befürchtung, daß sie mit zwei Erwachsenen und ohne gleichaltrige Jugendliche nicht klar kommt, trat überhaupt nicht ein. Ganz im Gegenteil, sie wirkte in diesen drei Tagen sehr gelöst und entspannt. Offensichtlich betrachtete sie die Tage, als Urlaub vom Heim und vor allem von den Mädchen. Auf der Gruppe hat sie ständig Zoff mit den Mädchen und gerät deshalb immer wieder mal in eine Außenseiterposition. Von meiner Seite als Betreuer, muß ich hinzufügen, daß sie jedesmal einen großen Anteil dazu beiträgt, um immer wieder in solchen Situationen zugeraten. Hier zeigt sich dann schnell ihre Impulskontrollstörung, wobei sie andere Mädchen dann massiv verbal beleidigt. Körperlich übergriffig wird sie in der Regel nicht. Aufgrund ihrer traumatischen Kindheitserlebnisse hat sie mit Sicherheit eine Beziehungsstörung. Ein deutliches Beispiel dafür war, daß sie sofort nach ihrer Rückkehr wegen einer Banalität mit einem anderem Mädchen in Streit geriet. Sicherlich spielte hier auch eine gewisse Eifersucht der restlichen Mädchen eine Rolle, die ihr diese drei Tage nicht gönnten.

 

Lena wechselte im Sommer 2007 auf eine offene Gruppe auf dem Heimgelände. Ihr Wunschgedanke, daß sie dort mit den Mädchen besser zurecht kommen wird, erfüllte sich leider nicht. Sie entfernte sich immer wieder unerlaubt vom Heim und mußte bei der Polizei mehrmals als vermißt gemeldet werden. Aus diesen und anderen Gründen wurde sie im September entlassen und wohnt seitdem bei ihrem Vater. Aufgrund der sehr schwierigen Beziehung zwischen den beiden, müssen ihre Zukunftsprognosen als eher schlecht eingestuft werden.

 

Die Realisierung der Projekttage hatte sicherlich keinen guten Start, weil sie beinahe noch abgesagt werden mußten. Erst eine Einigung mit dem Heimleiter, einen Tag vor Abfahrt, brachte die definitive Genehmigung.Um so erfreulicher sind im Rückblick die drei erfolgreichen Projekttage, die ohne ir-gendwelche Probleme verliefen. Das Feedback von Seiten der Leitung war überaus positiv und es wurde der Wunsch geäußert, daß ich eine Höhlenbefahrung für die Kollegen und Kolleginnen anbieten soll.

 

Am 20. April 2007 fand im Schloß Neuried/München eine Fachtagung zu freiheitsentziehenden Maßnahmen statt.Im Rahmen dieser Fachtagung durfte ich einen Workshop leiten, mit dem Titel, Erlebnispädagogik unter geschlossenen Bedingungen. „Höhle“ als Medium der Erlebnispädagogik im Arbeitsfeld der Jugendhilfe. (s. Anlage 8). Hier hatte ich bereits die Möglichkeit mein Höhlenprojekt vorzustellen.

 

 

 

6. Abschlußreflexion

 

Ausschlaggebend dafür, daß die Projekttage so erfolgreich verlaufen sind, waren die guten Rahmenbedingungen. Ich konnte ein Projekt anbieten bei dem ich mich als Leiter sicher fühlte. Beide Höhlen und den Campingplatz kannte ich bereits vom KAP-Lehrgang. Ich verfügte über eine professionelle Ausrüstung, die einfach eine unabdingbare Voraussetzung für eine Höhlenbefahrung darstellt.Ebenso hatte ich genügend Zeit um die Projekttage akribisch vorzubereiten. Organisieren und Strukturieren einer bevorstehenden Aufgabe war schon immer eine Stärke von mir. Dieses sehr gründliche vorbereiten ist zwar manchmal recht anstrengend, schützt einen aber vor unliebsamen Überraschungen. Wir mußten also vor Ort keine außerplanmäßigen Einkäufe mehr erledigen. Ein großer Vorteil war auch, daß ich das Fotografieren an meine Kollegin delegieren konnte. Somit konzentrierte ich mich voll auf die Aktion und Lena. Die Anzahl der Fotos die ich in der Höhle machte, blieben in einem überschaubaren Rahmen und behinderten mich nicht meiner Projektleitung.

 

Natürlich stellte dieses Projekt einen Sonderfall dar, weil ich nur eine Jugendliche zu betreuen hatte. Bei zwei weiteren Mädchen hätte das Projekt vielleicht einen ganz anderen Verlauf genommen, auf jeden Fall wäre die Gruppendynamik eine andere gewesen. In diesem Bereich kann ich aber nur spekulieren und Hypothesen aufstellen.

 

Abschließend muß aber noch einmal erwähnt werden, daß auch das tolle Wetter einen großen Anteil am guten Gelingen beigesteuert hat. Wir hatten ideale Campingverhältnisse auf einen nahezu unbelegten Campingplatz. Bei Regen oder Kälte wäre die Stimmung sicherlich nicht so entspannt gewesen.     

 

 

Schlußwort

 

Ich hoffe, ich konnte anhand meiner Arbeit einen kleinen Einblick über die drei Projekttage vermitteln. Das war das erstemal, daß ich für ein Projekt, über mehrere Tage, die alleinige Verantwortung übernommen habe. Trotz der vielschichtigen Aufgaben und damit verbundenen Schwierigkeiten habe ich nie die Motivation verloren und den Glauben, daß das Projekt erfolgreich enden wird. In meinem beruflichen Arbeitsfeld hatte somit eine sehr gute Übungsmöglichkeit für etwaige Projekte in der Zukunft. Erst jetzt kann ich nachvollziehen wieviel Arbeit und Logistik hinter jedem mehrtägigen Projekt stecken, und daß hier ein hohes Maß an Flexibilität vorausgesetzt werden muß. Hilfreich ist dabei aber sicherlich, wenn man einige Projekte geleitet hat und damit noch mehr Erfahrungswerte sammeln konnte. Ich glaube Routine spielt auch hier eine wichtige Rolle.

 

 

Literaturliste

 

Graichen, Gisela:           
Das Kultplatzbuch. Ein Führer zu den alten Opferplätzen, Heiligtümern und Kultstätten in Deutschland. Augsburg 1997

 

Heckmair Bernd/Michl Werner:                 
Erleben und Lernen. Einführung in die Erlebnispädagogik.München 2004

 

Informationsbroschüre Mädchenheim xy

 

Perschke Hubert/Flosdorf Peter:               
Sicherheitsstandards in der Erlebnispädagogik. Praxishandbuch für Einrichtungen und Dienste in der Erziehungshilfe. Weinheim und München 2003

 

Qualitätshandbuch Mädchenheim xy: Gliederungspunkt: 1.1 Leitbild. 2000

 

 

 

ANLAGE 1


An die Abteilungsleitung

Fr. xy

im Haus

 

Emanuel Beck

ITG 4

 

                                                                                                    xy, 29.03.06



Projekttage in der Klausenhöhle und Silberloch in Essing b. Kehlheim

 

 

Sehr geehrte Fr. Hanke,

 

im Rahmen meiner Zusatzqualifikation als Erlebnispädagoge plane ich ein dreitägiges Höhlenprojekt im August 2006.

 

Drei Personen sollen an diesem Projekt teilnehmen.

 

- ein Mädchen der Abt. II

- Fr. xy als Begleitperson

- Hr. Beck als Projektleiter

 

Für die Durchführung bitte ich um die Genehmigung bzw. Überprüfung folgender Punkte:

 

1. Freistellung (=Sonderurlaub) für vier Tage im August, für Fr. xy und Hr. Beck

- Mo. Abholung der Höhlenausrüstung (Anzüge, Helme, Lampen usw.) beim KAP-Institut in Regensburg und Besichtigung/ Begehung der beiden Höhlen.

- Di. Frei

- Mi.- Fr. Höhlenprojekt

 

 

2. Kostenübernahme

 

- für die Ausleihgebühr der Höhlenausrüstung,

- Campingplatzgebühr  und die

- Verpflegung (Selbstverpflegung) für drei Tage/Personen und die

- Entwicklung der Fotos

 

 

3. Versicherungsschutz/Haftplichtversicherung für die o.g Personen

 

Mit einer schriftlichen Hausarbeit und einer Präsentation des Projekts endet die Fortbildung voraussichtlich im Januar 2007.

 

 

 

Vielen Dank

Mit freundlichen Grüßen

 

 

Verteiler:

Heimleitung

Abteilungsleitung

 

 

 

ANLAGE 2

 

Verpflichtungserklärung

 

 

für....................................................,

 

hiermit erkläre ich meine verbindliche Teilnahme am Höhlenprojekt vom
22. -  24.09.2006, in Essing b. Kehlheim.

 

Mir ist bewußt, daß eine Nichtteilnahme am Projekt, ohne vertretbare Gründe, Auswirkungen auf meinen Ausgang (Rückstufung und Heimfahrten) haben werden.

 

Außerdem müßte ich mich an den bereits erfolgten Zahlungen finanziell beteiligen.

 

 

_____________________        _____________________________
Ort u.Datum,                                         Unterschrift d. Teilnehmerin

 

   

 

 

ANLAGE 3

 

OUTLOOK

 

KAP-PROJEKT SEPTEMBER 2006

 

März:

1.  Projekt schriftlich bei der AL beantragen

2.  Anruf bei KAP. Mündliche Zusage von Peter A. für ein dreitägiges Höhlenprojekt mit einem Mädchen.

 

 

April:Mai:Juni:Juli

Datum - 1 Woche im August für das Projekt festlegen  22. - 24.09.2006

 

 

August:

1. Bus reservieren & Fahrt über AL genehmigen lassen. (Fr. 22.- 24.09.06)

 
2. Einverständniserklärung  schreiben und bei Sorgeberechtigen schriftlich einholen

 
3. Einführungsgespräch mit den Mädchen und Mitarbeiterin und DVD
 
4. zwei Mädchen für das Projekt bestimmen und die Teilnahme schriftlich bestätigen lassen = schreiben
 
5. Anruf bei KAP für Termin - Abholung der Höhlenausrüstung (4x Schlatz, 4 Helme u. Lampen, 1 Schleifsack, 1 Campingkocher)

 

 

September:

1 Schulbefreiung für die Mädchen beantragen

2. Packliste für Mädchen erstellen und aushändigen

3. Campingliste in der HW einreichen
 
4. Probezeltaufbau bzw. Neuanschaffung von Zelthäringen usw.
 
5. Einkauf der Verpflegung/eigene Ausrüstung/MHG-Ausrüstung/am 21.09.

6. Hr. Stadler nach Digicam fragen

 

 

 

ANLAGE 5

 

Finanzplan - Höhlenprojekt vom 22. - 24.09.2006

 

Beleg-Nr.                      Rechnungen                                           Betrag

1                                   Campingplatzgebühr                             31.- €

2                                   Lebensmittel                                          64.- €

3                                   Material                                                    3.78 €

4 / 5                             Fotoentwicklung (4,99 € u. 21,78 €)      26.77 €

6                                   Höhlenequipment                                  -------
                                     (s. Rechnung Verw./60.-)*

___________________________________________________________________
                                                                                     
Gesamtbetrag     125,55 Euro

(plus *                 185,55 Euro)

 

 

 

ANLAGE 6

 

Packliste für Höhlenprojekt 22. - 24.09.2006

 

für.....................................

 

1. Kleidung:

- 1 Jacke für kalte Tage
- 1 Regenjacke (aus HW ?)
- 2 lange Hosen, 2 kurze Hose
- 1  warmer Pullover (Höhlentemperatur zwischen 8 u. 10 Grad)
- 3 X Unterwäsche 
- 1 x dicke Socken
- 3 T-Shirts
- Jogginghose
- feste Schuhe (Bergstiefel/HW ?)
- Schlafanzug

 

2. Hygieneartikel /Utensilien:
- Duschgel / Shampoo usw.
- Sonnencreme
- 2 Handtücher

 

3. Sonstiges/Allgemeines:
- Tagesrucksack (aus HW ?)
- Reisetasche
- Sonnenbrille
- Schlafsack & Isomatte aus HW
- Getränkeflasche

 

 

 

ANLAGE 7

 

TELEFAX

 

 

KAP-INSTITUT
z.Hd. Fr. Krug
Tannenstr. 6
93152 Undorf
Fax.-Nr. (09404) 96 94 67

 

 

Emanuel Beck
Carl-Duisberg-Str. 2a
82008 Unterhaching

 

 

                                                                                 xy, 09.08.2006

 

Hallo Hilde,

 

wie bereits telefonisch besprochen, schicke ich Dir eine Übersicht der Ausrüstungsgegenstände, die ich für mein Höhlenprojekt benötige.

 

- 3x Höhlenanzug (Schlatz)
- 3x Helme und Lampen
- 3x Gummistiefel                          
- 1x Schleifsack 
- evtl. 1x Campingkocher

 

Mein Höhlenprojekt (Klausenhöhle und Silberloch) habe ich vom Fr. 22. - So. 24.09.2006 geplant. 

 

Außerdem bräuchte ich eine Auflistung der Ausleihgebühren für die o.g Ausrüstung.

 

 

vielen Dank

 

 

 

ANLAGE 8

 

WS 7

Erlebnispädagogik unter geschlossenen Bedingungen
„Höhle“ als Medium der Erlebnispädagogik im Arbeitsfeld der Jugendhilfe. Vorstellung eines Höhlenprojekts mit Spielen und praktischen Übungen

 

 

Referent: Emanuel Beck, Dipl.-Sozialpädagoge FH

 

 

1. Begrüßungs- und Vorstellungsrunde der TeilnehmerInnen / Referent

 

Jeder Teilnehmer erhält einen Zettel und Stift. Darauf wird der Name geschrieben und ein Wort bzw. Begriff den der Teilnehmer mit dem Medium Höhle verbindet. Der Reihe nach hängen die Teilnehmer ihre Notizzettel an eine Filpchard und erläutern ihren Text.

 

 

2. Projektvorstellung / Höhle

 

Das Höhlenprojekt wird mittels einer Foto-CD und Laptop/Beamer den TeilnehmerInnen vorgestellt. Im Rahmen meiner erlebnispädagogischen Fortbildung fand im September 2006 ein dreitägiges Projekt mit einem Mädchen vom Mädchenheim xy statt.

 

Die TeilnehmerInnen sollen sich aktiv am Vortrag beteiligen, in Form von Zwischenfragen in Bezug auf Durchführung, Organisation, Reflexion und Transfermöglichkeiten des Projekts in den Heimalltag

 

 

3. Spiele und praktische Übungen zum Thema Höhle, mit Kindern und Jugendlichen im Bereich der Jugendhilfe.

 

Alle drei folgenden Spiele können entweder in einem großen Raum oder im Freigelände absolviert werden. Bei diesen Spielen geht es in erster Linie um Gruppendynamik und Bildung von einem Gruppengefühl

 

1.  Prui, das Licht der Erleuchtung

2.  Riesen / Elfen / Zauberer

3.  Blindflug

4. Abschlußrunde und Reflexion / Feedback

 

Frage: Wurde das am Anfang notierte Wort bzw. Begriff  (Vorstellungsrunde), das mit dem Medium Höhle in Verbindung gebracht wurde, im Workshop hinreichend erläutert ?

 

 

 

 

Abschlussprojekt der Ausbildung Zusatzqualifikation Erlebnispädagogik

im Arbeitsfeld Jugendhilfe, Schule, KJP

des KAP-Institutes

 

 

Faszination Höhle.

Eintauchen in eine andere Welt, abseits von Streß und Lärm in unserem zivilisierten Alltag.

 

Erlebnispädagogisches Projekt von Emanuel Beck

 

 

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