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Matthias Zimmermann

Abschlussprojekt der Ausbildung Zusatzqualifikation Erlebnispädagogik

im Arbeitsfeld Jugendhilfe, Schule, KJP

des KAP-Institutes

 

 

"Miteinander, füreinander auf dem Weg"

(Jakobsweg in Spanien)

 

 

Erlebnispädagogisches Projekt von Matthias Zimmermann

 

02. bis 15. Oktober 2007

 

 

 

 

 

Inhaltsverzeichnis

 

1.   Einrichtungsbeschreibung

1.1 Gruppenkonzeption

 

2.   Erlebnispädagogisches Konzept

2.1 Pädagogischer Hintergrund / Idee

2.2 Allgemeine Zielsetzung

2.3 Art der Unternehmung (inkl. Projektort und- dauer)

 

3.   Zielgruppe

3.1 Einzelbeschreibung

 

4.   Projektverlauf

      Sicherheitskonzept

      Notfallplan

      Finanzierungskonzept

      Geplanter Projektverlauf

      Veränderungen des Projektverlaufes

 

5.   Nachbereitung

 

6.   Reflexion

 

7.   Literaturverzeichnis

 

 

 

 

1. Einrichtungsbeschreibung

 

In der Jugendhilfe xy werden auf der Grundlage des Kinder- und Jugendhilfegesetzes (SGB VIII) differenzierte Hilfen zur Erziehung und Förderung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen angeboten. Rund 100 Kinder und Jugendliche sowie deren Eltern werden von qualifizierten MitarbeiterInnen betreut und begleitet. Das Spektrum des Angebotes umfasst die stationäre Unterbringung in sechs heilpädagogischen Wohngruppen und einer Außenwohngruppe, teilstationäre Hilfen in drei Tagesgruppen, Vollzeitpflege in drei Erziehungsstellen sowie ambulante Maßnahmen. Es wird durch eine Schule mit dem Förderschwerpunkt soziale und emotionale Entwicklung für 50 Kinder ergänzt.

 

Das pädagogische Konzept der Jugendhilfe xy baut auf der systemischen Theorie und dem lösungsorientierten Handlungsmodell auf. Die Fähigkeiten und Stärken der betreuten Menschen werden in den Mittelpunkt gestellt. Träger der Einrichtung ist der Caritasverband der Diözese xy e.V.

 

In der Gesamteinrichtung finden sich verschiedene Erlebnispädagogische Projekte, die von den Mitarbeiter/innen gestaltet werden, z.B. Kletter-AG, Pfadfinder-AG.

 

 

Lage der Einrichtung

 

Die Zentraleinrichtung liegt in einer ländlichen Region am Rande des Pfälzer Waldes. Sie besteht aus acht Gebäudeteilen. Das über 20 000 Quadratmeter große Areal wird von zwei Bachläufen und einem Mischwald umgeben und bietet große Spiel- und Entwicklungsmöglichkeiten in einem natürlichen Umfeld für die Kinder und Jugendlichen.

 


Die Nutzung der Sport- und Freizeitanlagen

 

Bogenschießanlage / Kletterwand / Sandkasten / Schaukeln / Sportplatz / Bolzplatz/ Spielwiese / Rutsche / Kommunikationszentren wird als Grundleistung bereitgehalten.

 

 

1. Gruppenkonzeption

 

Ich bin in einer koedukativen Wohngruppe von neun Kindern und Jugendlichen im Alter von acht bis sechzehn Jahren eingesetzt. Die Gruppe wird von vier pädagogischen Fachkräften und einem Praktikant betreut und arbeitet im Modell des vollstationären Wechselschichtdienstes. In meiner Gruppe wird die erlebnispädagogische Ausrichtung des Alltags intensiv eingesetzt.

 

Seit dem Jahre 2000 ist ein fester Tag (Gruppentag) als Wandertag gestaltet. Das Wandern stellt von allen erlebnispädagogischen Medien die größte Herausforderung dar, denn der Reiz am Wandern schließt sich nur allmählich. Es gilt also die Lust am Gehen zu wecken, die Lust an der Leistung, das Gefühl der Freiheit zu spüren. Das gemeinsame erleben der Wanderung führt zu einer guten Grundlage für das weitere Zusammenleben der Kinder / Jugendlichen / Erzieher im Heim. Es können unentdeckte Fähigkeiten aneinander entdeckt werden und Beziehungsmuster dadurch verändern. Der Einzelne wird aus einer neuen Perspektive wahrgenommen und der Blickwinkel verändert sich.

 

Es ist nach einiger Zeit bei den Kindern / Jugendlichen eine enorme Leistungssteigerung in Bezug der Ausdauer, der Grob- und Feinmotorik, der Sinneswahrnehmung zu beobachten. Die Kinder und Jugendlichen sehen es an sich selbst und die Gruppe beobachtet es (Selbst- und Fremdwahrnehmung).

 

Darüber hinaus schließt sich auch im Rahmen der intensiven sozialpädagogischen Einzelbetreuung nach § 35 SGB VIII immer wieder eine solche individuelle Maßnahme an. Er ist ein Drahtseilakt der Jugendhilfe, birgt jedoch enorme Chancen für das Kind / Jugendliche. Die erlebnispädagogische Aktivität ist durchaus mit dem therapeutischen Prozess vergleichbar.

 

Erlebnispädagogik ist in dem Handlungsfeld „Hilfen zur Erziehung“ ein elementarer Bestandteil und wird konzeptionell aufgeführt. Die Jugendhilfe wird in ihrem pädagogischen Alltag häufig mit Problemen einzelner Jugendlicher oder Krisensituationen konfrontiert, bei denen die herkömmlichen pädagogischen Konzepte nicht greifen. Erlebnispädagogik ist eine Absage an mechanische pädagogische Konzepte, sie bedeutet vielmehr die Gestaltung von „Räumen“ (Lebensräumen). Auch das Außengelände wurde in den letzten 2 Jahren naturnah mit den Kindern und Jugendlichen der Gruppe neu gestaltet. Der Lebensraum wurde vom Gruppenraum auf den Gartenteil erweitert.
Ziel in meiner Gruppe ist, die Erlebnispädagogik so in den Alltag zu integrieren, dass sie nicht mehr von ausschließlichen Projekten abhängt. Im kleinen Erleben tagtäglich liegt die Erfüllung für die Kinder.

 

Das Projekt Jakobsweg entstand aus der hohen Motivation der Kinder / Jugendlichen und dem Team aus den vielen kleinen Projekten heraus. Das Motto

 

Miteinander – füreinander auf dem Weg

 

spiegelt die aktuelle Gruppensituation wieder, in der es zu den Sommerferien viele Neuaufnahmen gab und die Gruppe hier Gruppenfindung und –stärkung erleben kann.

 

 

 

2. Erlebnispädagogisches Konzept

 

2.1 pädagogischer Hintergrund / Idee

 

Weg und Ziel unserer Pädagogik ist ein gelingender Alltag. Die vielfältigen Erfahrungen aller Kinder und Jugendlichen haben eines gemeinsam. In ihrem  bisherigen Leben haben sie viel Misserfolg und Frustration erlebt. Unser Ansatzpunkt allerdings ist nicht das „Defizitäre“ sondern das, was der junge Mensch in Schule und Gruppe leisten kann .Die Weiterentwicklung dessen was „förderbar“ also positiv ist, lässt den Alltag mehr und mehr gelingen und macht erst fähig, auch neue Perspektiven zu erkennen, sie aufzunehmen u. dafür zu lernen.

 

Alle pädagogischen Arrangements unseres Hauses sind darauf ausgerichtet Situationen zu gestalten, in denen sie sich als kompetent und erfolgreich erleben, was ihnen Schritt für Schritt eine positive Sicht von sich selbst und ihrer Zukunft ermöglicht.

 

Wir haben die Erfahrung gemacht das Wandern mit Kindern und Jugendlichen eine große pädagogische Herausforderung ist, weil es im Gegensatz zu anderen erlebnispädagogischen Aktivitäten, wenig Spektakuläres und wenig Spannung verspricht. Doch der Schnelllebigkeit unserer Zeit steht als guter Kontrast die Langsamkeit des Wanderns gegenüber. Sie können weiterhin die Erfahrung machen, dass eine stille Tätigkeit wie das Wandern sowie die gesamte Vor- und Nachbereitung ein Weg der Wissensvermittlung sein kann. Das Kind /der Jugendliche ist gezwungen Stellung zu beziehen und Achtsamkeit zu entwickeln, gegenüber der Umwelt, seinen Mitmenschen und gegenüber sich selbst.

 

Aus diesem Wissen heraus, habe ich beschlossen mit den Kindern und Jugendlichen unserer Gruppe eine Teilstrecke des Jakobweges zu gehen. Der Jakobsweg gehört zu den berühmtesten Wanderwegen Europas und ist somit der letzte noch bestehende mittelalterliche Pilgerweg.

 

Mein Leitwort für unser Projekt lautet:

 

Miteinander, füreinander auf dem Weg

 

Die unterschiedlichsten Motivationen trieb Menschen gestern und veranlasst sie heute dazu, sich auf diese unsichere Wanderschaft einzulassen. Dank und Sühne, tiefer Glaube, manchmal auch Abenteuerlust sind einige der Beweggründe sich auf viele hundert Kilometer Weg zu begeben. Allen Pilgern gemeinsam sind die Erfahrung des Prozesshaften des ständigen Wandels der Landschaft, der Menschen, der eigenen Erwartungen Hoffnungen, Wünsche, Grenzen, Ängste u. Freuden und die Unmittelbare erfahrbare Nähe zur Schöpfung. Die Kinder u. Jugendlichen unserer Einrichtung befinden sich „auf dem Weg“ jeder von ihnen hat oft schon eine schwierige „Strecke Leben“ manchmal sehr alleine, hinter sich bringen müssen. Meist wissen sie aus tiefster Erfahrung um die Anstrengungen einer „irdischen“ Pilgerschaft. Die Pilgerschaft auf dem Jakobsweg hat für die meisten Pilgerer eine tiefere Bedeutung und kann als Metapher des menschlichen Lebensweges gesehen werden. Der Lebensweg ist geprägt vom Prinzip „Werden-Sein-Vergehen“. Darauf deutet die Ausrichtung des Jakobweges hin:er führt von Osten nach Westen.

 

Metapher Osten

Im Osten geht die Sonne auf. Der Sonnenaufgang und damit der Osten ist ein Symbol für das Werden, die Geburt, für den Beginn des Lebens und für die Neugeburt.

 

Metapher Westen

Im Westen geht die Sonne unter. Der Sonnenuntergang ist ein Symbol für das Vergehen, das Sterben und den Tod.

 

Metapher Santiago und Finisterre

Der Jakobsweg führt nach Santiago. Von dort führt ein weiteres Wegstück nach Finisterre, was „Ende der Welt heißt“. Das Cap Finisterre liegt am Atlantik, der Begrenzung der ehemaligen Welt. Darauf deutet auch der Name jener Küste hin: Costa da morte (Küste des Todes)  auf galizisch „Costa de la muerte“. Dieser Punkt bezeichnet den Tod und die Wiedergeburt: Sterben des bisherigen, Wiedergeburt zu erneuertem Leben.

 

Metapher Meer

Das Meer gilt als Urwasser, als Verschlingerin und Gebärerin des Lebens, als Ort von Geburt, Transformation und Wiedergeburt. Es ist auch eine Metapher für die Ewigkeit.

 

 

2.2 allgemeine Zielsetzung

 

Für uns als eine vom christlichen Grundverständnis geprägte sozialpädagogische Einrichtung ergeben sich aus den genanten Möglichkeiten des Camino Santiago u. a. folgende Zielsetzungen:

 

•  Der pastorale Aspekt:

Glaube u. Kirche sind für viele unserer Kinder und Jugendlichen ferne Welten u. Regionen. Für sie zählt meist das konkrete Leben und weniger das verkündete Wort. Der  Camino bietet auf Schritt und Tritt zumindestens eine Auseinandersetzung mit kirchlicher Geschichte und mit Fragen des Glaubens


 
•  Der völkerverbindende Aspekt:

Sehr konkrete und positive Erfahrungen mit Menschen aus anderen, zunächst fremden Kulturen helfen mit Ängste u. daraus resultierende Vorurteile abzubauen. In einer „innige Beziehung „ treten heißt Freundschaft, nicht Feindschaft zu schaffen. Wie notwendig dies gerade im Hinblick auf den Ausländerhass ist, zeigt die derzeitige Gegenwart und dies nicht nur in Deutschland. Das Projekt bietet Gelegenheit rechtsradikalen Tendenzen konkret entgegenzuwirken.

 

Weitere Ziele sind :

•  Alters entsprechende Kompetenzen fördern

•  Gruppenfähigkeit fördern und festigen

•  Gewaltfreie Konfliktbewältigung erlernen

•  Förderung von Ausdauer und Motivation

•  Positive Gefühle zum eigenen Körper entwickeln

•  Steigerung der Frustrationstoleranz

•  Selbstachtung und Verantwortungsgefühl erwerben

•  Beziehung ausbauen vertiefen

•  Bewusstes Wahrnehmen der Natur

•  Abbau des übersteigerten Konsumdenkens

•  Förderung von Rücksichtsnahme und Hilfsbereitschaft

•  Respektvoller Umgang mit Mitmenschen

 

Der Ansatz der Projektarbeit bietet die Chance, sich ganz und ganzheitlich für eine absehbare Zeit in ein Erziehungs- – und Beziehungsfeld einzulassen und sehr komplexe Prozesse zu gestalten und mitzuerleben.

 

 

2.3 Art der Unternehmung (incl. Projektort und – dauer)

 

Art: Wanderung von O Cebreiro bis Santiago de Compostela

Zeitraum: 02.10.2007 bis 15.10.2007

Für den Aufenthalt in Spanien steht in Santiago ein Begleitfahrzeug (Leihfahrzeug) bereit für den Gepäcktransport.

Genaue Planung siehe Anhang (hier nicht ausgeführt)

 

 

 

3.Zielgruppe

 

Die  Zusammensetzung der Gruppe besteht erst seit dem 19.006.2007 in ihrer jetzigen Form. Aus gesundheitlichen Gründen konnten  zwei Mädchen aus unsere Gruppe nicht teilnehmen, daher habe ich die Plätze an Kinder aus anderen Gruppen vergeben.

 

 

3.1. Einzelbeschreibungen 

 

1- M.

wird von allen Mitbewohnern akzeptiert. Er fand schnell Kontakt zu dem ältesten Mädchen der Gruppe – gleichaltrige Kinder sind von ihm nicht anerkannt und  werden von ihm oft geärgert. In Konfliktsituationen verschließt sich M. Er hält keinen Blickkontakt und lacht. Sein sozial-emotionales Verhalten ist sehr auf Schadenfreude ausgerichtet. Der Junge fällt zur Zeit stark durch Lügen und delinquentes Verhalten auf. M leidet unter Adipositas und ist dadurch in seinen Bewegungsabläufen sehr eingeschränkt. Dies hat negative  Auswirkungen auf sein Selbstvertrauen. Bei hauswirtschaftlichen Tätigkeiten zeigt M. große Fertigkeiten und ist auch immer hilfsbereit. In seiner Freizeit geht er gerne Reiten.

Ziel:

Gewichtsreduktion und somit Stärkung des Selbstvertrauens und dadurch Erhöhung der Grobmotorischen Fähigkeiten.

 

 

2.  D.

erscheint als ein sehr angepasster Junge u. sehr anhänglich gegenüber den Erziehern. Er  versucht durch sein empathisches Äußere bei vielen seine Vorteile zu erhaschen. Er ist  ein sehr sportlicher u. flinker Junge, spielt gerne Fußball. D.hat sehr große Einschlafschwierigkeiten u. teilweise nässt er auch nachts ein. D. hat ein sehr geringes Selbstvertrauen, daher ist er für Stärkere leicht in der Opfersituation, auch zu gewinnen.

Ziel:

Steigerung des Durchhaltevermögens und dadurch Ich-Stärkung / Erhöhung des Selbstbewusstseins

 

 

3. S.

ist  sehr sportlich, schnell und Bewegungsbegabt. Bei Verhaltensanforderungen - insbesondere den Regeln braucht S. Zeit und Wahlmöglichkeiten zur Umsetzung dieser. Sein Verhalten ist erst einmal oppositionell. Die Kontakte zu den Gruppenmitgliedern gestalten sich sehr unterschiedlich und sind zur Bedürfnisbefriedung ausgerichtet. So kann er nett, hilfsbereit sein, aber auch andere vor allem D. mit einbeziehen, wenn er Konflikte mit den Erziehern hat. Schwächere Kinder werden von ihm gerne gehänselt und bedroht. Aggression drückt er körperlich aus. S hat diagnostiziert ADHS und ist medikamentös eingestellt. Er braucht sehr lange bis er einschlafen kann.

Ziel:

anerkennen, dass auch Schwächere ihre Stärken haben; er sie nicht für seine Zwecke benutzt; Regeln zu akzeptieren und einzuhalten.

 

 

4. L.

ist ein für Gruppenaktivitäten sehr leicht zu begeisternder Junge. L. ist in seiner Gesamtentwicklung sehr retardiert: Grob- und Feinmotorik (Gehbehinderung), Sprachverzögerung und im kognitiven Lernen. Seine Entwicklungsverzögerung, die er immer mehr begreift u. die Unterschiede zu gleichaltrigen Kindern, die er wahr nimmt, lassen ihn oft aggressiv werden. Er ist sich selbst genüge und findet keinen Kontakt zu anderen Kindern – lediglich zu Erwachsenen. Bei den Wanderungen mit der Gruppe ist bei L die größte Veränderung inzwischen zu sehen: war er am Anfang immer der Letzte - führt er heute als Erster die Gruppe an.

Ziel:

Akzeptanz  seiner Persönlichkeit und Anerkennung

 

 

5. J.

hat guten Kontakt zu allen Gruppenmitgliedern. In der Beziehung zu den anderen Mädchen in der Gruppe intrigiert sie gerne, was dann oft zu Streitereien untereinander führt. Das Mädchen ist sexuell auffällig, in ihrem Verhalten und der Ausdrucksweise. J. tanzt gerne und hat eine außergewöhnliche Rythmusbegabung. Sie spielt gerne die Prinzessinenrolle, kokettiert und möchte gerne älter sein. Ihr Verhalten ist oft nicht kongruent mit ihren inneren Prozessen und Gefühlen.

Ziel:

schließt keine anderen Kinder mehr durch Intrigen aus, Üben einer altersgerechten Geschlechterrolle, Echtheit ihrer Gefühllage

 

 

6. M

ist ein sehr fröhliches Kind mit vielen tollen kreativen Ideen. Sie singt und lacht gerne u. kann sich auch gut alleine beschäftigen. Bei Dingen die sie nicht gleich versteht reagiert sie zornig. Auch in Konfliktsituationen regiert sie mit Aggressionen, gegenüber Einrichtungsgegenstände oder Mitmenschen. Eine medikamentöse und psychotherapeutische Behandlung liegt bei M. auf Grund ihrer ADHS Problematik und Traumata vor. Ihre sozial-emotionale Entwicklung ist ca. 5 Jahre retardiert.

Ziel:

lernen, ihre Bedürfnisse nicht sofort befriedigen zu müssen und die der anderen  zu akzeptieren.

 

 

7.  F.

lebt in einer Erziehungstelle. Der Junge hat immer noch Kontakt zu der Gruppe durch Wochenenden, die er gemeinsam mit uns verbringt. Der Junge befindet sich in der Pubertät und ist von seiner Art her sehr ruhig. F. ist sehr hilfsbereit, dies zeigt sich vor allem beim Kochen. F. ist auch sehr selbständig. So fährt er mit Bus und Bahn zu seinem Vater oder zu uns nach Altleiningen. Der Junge ist auch in seiner Freizeit sehr aktiv. Er spielt Fußball und geht zur Jugendfeuerwehr. In Alltagssituationen kann es vorkommen, dass er bei Konflikten Gewalt anwendet. Sein Selbstvertrauen ist noch nicht so gefestigt, dass er sich bei bestimmten Konflikten heraus halten kann.

Ziel:

Steigerung seines Selbstvertrauens durch das Erreichen des Zieles Santiago. Er  kann lernen, seinen Körper intensiv zu spüren sowie aufziehende negative Gefühle zu artikulieren und damit Gewaltausbrüche zu vermeiden.

 

 

8. N.:

Der Junge ist sehr aktiv und lässt sich gerne für Aktionen im Outdoor Bereich begeistern und ist mit Freude dabei. In seiner Freizeit fährt er gerne Fahrrad, spielt Fußball oder beschäftigt sich gerne mit Spielen in seinem Zimmer. N. hat  ADHS und ist Medikamentös eingestellt.

Ziel:

Er soll lernen, andere Menschen nicht so sehr zu ärgern.

 

 

9. F

Der Junge wird von allen Mitbewohnern akzeptiert, er besitzt eine sehr ruhige Art .Der Junge befindet sich in der Pubertät .Er ist hilfsbereit, freundlich und Rücksichtsvoll. In Schwierigen Situationen kann F. sich noch nicht kongruent sozial verhalten, insbesondere Kindern und Jugendlichen gegenüber. In seiner Freizeit spielt er gerne Fußball und fährt mit dem Rad.

Ziel:

F. soll altersadäquate soziale Kompetenzen erwerben, sowie mehr Geduld anzueignen.

 

 

 

4. Projektverlauf

 

4.1 Vorbereitung

 

1. Sammeln von Informationen aus dem Internet.

2. Tel. mit Einrichtungen die schon mit Kindern/Jugendlichen auf dem Jakobsweg unterwegs waren.

3. Vortour in Spanien (Um zu schauen, ob das mit unsren Kindern, die noch sehr jung sind, zu machen ist und suche geeigneter Herbergen für eine Gruppe)

4. Überzeugung meines Teams von dieser Idee den Weg in Spanien zu  gehen

5. Erstellen des erlebnispädagogischen Konzeptes und der Tagesetappen

6. Vorstellung des Konzeptes und Verteilung der Aufgaben

7. Erstellen einer Checkliste

8. Flyer an die Eltern und ihr Einverständnis über einen Anmeldebogen eingeholt.

 

Der Heimleiter unserer Einrichtung äußerte den Wunsch auf der Tour mit dabei zu sein. Ich empfand das als große  Ehre und mit der Absprache in meinem Team nahm ich das Angebot gerne an. In gewissen Abständen tauschten wir uns aus, sodaß alle auf demselben Stand waren und wussten wie weit die Vorbereitungen sind.

 

 
Sicherheitskonzept

 

Wandern / Pilgern / Langstreckenwandern

 

Wandern ist an wenig Voraussetzungen gebunden und ermöglicht somit auch schwierigen Kindern und Jugendliche den Einstieg in die Erlebnispädagogik. Pilgern heißt jeden Tag mit den eigenen Füßen unterwegs zu sein und alles was man benötigt, immer dabei zu haben bzw. selbst zu tragen. Die Kinder ubd Jugendlichen lernen eine andere, für sie neue Lebensqualität kennen u.Verantwortung für sich selbst zu übernehmen. So entfaltet der Weg bei den Kindern und Jugendlichen eine pädagogische und spirituelle Wirkung ihre Erfahrungen werden auf jeden Fall einen „heilenden“ pädagogischen Charakter haben.

 

 

Pädagogische Wirkung

 

Den  Rahmen für die pädagogische Wirkungsmöglichkeit bilden die Erfahrungen des Weges und der Kultur- und Naturlandschaft. Nicht nur das Ziel und das Ankommen stehen im Focus, sondern das, was der Weg an Herausforderungen und Aufgaben bietet. Somit kann der begangene Weg auch zur Metapher für die verschiedenen Lebenswege werden.

 

Neben der Erfahrung des Pilgerns bietet das Langstreckenwandern Raum u. Möglichkeit für das metaphorische Nacherleben von Geschichten sowie zahlreiche Spiel – und Experimentierfelder auf dem Weg.

 

 

Pädagogische Überlegungen und Sicherheitsaspekte:

 

•  Die Pädagogik ist der Sicherheit grundsätzlich nachgeordnet

•  Wegegebote und Sperrungen werden beachtet

•  Schwächere bzw. langsame Kinder und Jugendliche geben das Tempo vor

•  Es wird für die Zeit in Spanien ein Begleitfahrzeug zur Verfügung stehen

•  Es wird Kontakt über das Handy zum Begleitfahrzeug bestehen . (Zum Transport von Kindern und Jugendlichen die wegen einer Verletzung oder bei Erschöpfung nicht weiter laufen können)

•  Auf genügend Pausen(alle 2 Stunden auf Grund des Alters der Kinder) und auf genügend Verpflegung (Essen + Trinken ) wird geachtet

•  Entsprechende Kleidung und Kinder geeignete Rucksäcke

•  Es wird unser Heimleiter mit dabei sein, der spanisch sprechen kann.

 

Weiter gelten die Leitsätze zur Sicherheit in der Erlebnispädagogik wie sie im Buch „ Sicherheitsstandards in der Erlebnispädagogik„ genannt sind.

 

 

Risiken und deren Minimierung

 

•  Erschöpfung durch Falscheinschätzung des Könnens der Kinder und Jugendlichen

•  Mangelnde Ausrüstung

•  Führungstechnischer Fehler

•  Nicht ausreichende Qualifikation des Leiters

 

 

Leitungskompetenz

 

Als Leiter muss ich die Gruppe hinsichtlich ihrer technomotorischen konditionellen und pädagogischen Leistungsfähigkeit einschätzen und beurteilen können.

 

Daraus folgt:

 

•  Der Leiter erstellt eine maßgeschneiderte Wegstrecke pro Tag

•  Er besitzt methodische Fähigkeiten um Spielformen auf dem Weg umsetzen zu können

•  Vorgabe eines angemessen, den Fähigkeiten der Beteiligten entsprechendes Tempo

•  Routenvorbereitung an Hand einer Marschskizze

•  Orientierung mit Karte und Kompass

•  Richtiges Verhalten bei Gefahrensituationen

•  Der Leiter muss die Strecke kennen sowie die Gefahrenpunkte um Sicherungsoptionen einnehmen zu können

•  Er überprüft vor Antritt der Pilgerreise die persönliche Ausrichtung der Teilnehmer auf Vollständigkeit u. Funktionalität, und während der Wanderung regelmäßig deren psychische und physische Verfassung

•  Der Leiter beherrscht die „Ersten Hilfe“ Maßnahmen

 

 

Qualifikation

 

•  Dokumentierte Vortour der Strecke

•  Methodische Kompetenz und Erfahrung die unter anderem durch erlebnispädagogische Fortbildungen nachgewiesen werden können

•  Fachwissen zur Technomotorik und Kondition von Kindern und Jugendlichen – unter der Voraussetzung, das höchstens 60% des Leistungsvermögen in Anspruch genommen werden

•  Dokumentation einer intensiv –sozial-pädagogischen Einzelbetreuung als Kurzzeit Wanderprojekt

•  Wanderung auf dem Pfälzer Jakobsweg über 5 Tage mit allen Teilnehmer des Projektes

•  Wöchentliches Wandern mit Kindern und Jugendlichen

 

 

Notfallplan

 

Mit den Kindern wurde über ihre Ängste und Regeln für das Projekt gesprochen.

 

Sollte es trotzdem zu einer Notfallsituation kommen, existiert ein „Notfallplan“, damit in einer solchen Situation schnell und richtig gehandelt werden kann und somit hektische oder gar panische Reaktionen vermieden werden können. Natürlich gehört ein Handy zur Grundausstattung der betreuenden Personen. Bei einem Unfall kümmert sich eine Person ausschließlich um das verletzte Kind und leistet Erste Hilfe. Die zweite Person beruhigt die anderen Kinder und ruft denn Rettungswagen und fährt auch mit ins Krankenhaus. Alle Kinder haben auch meine Handynummer sowie die Orte mit dem Datum wo wir übernachten werden bei sich, falls man ein Kind der Gruppe verliert. Bei den Ängsten der Kinder und  nicht einhalten der Regeln wird die Gruppe mit einbezogen und besprochen welche Hilfe es benötigt bzw. wie wir dann damit umgehen.

 

 

Regeln:

 

•  Es wird sich beim Wandern nur soweit von der Gruppe entfernt, dass sie in Hör- und Sichtweite ist.

•  An Kreuzungen warten wir, bis die Gruppe wieder zusammen ist.

•  Bei Bedarf werden mit den Kindern weitere Regeln festgelegt.

 

 

Finanzierungskonzept

 

Ausgaben: 

 

 

Flug Stuttgart-Santiago hin und zurück

2.650,00€

Miete Begleitfahrzeug

880,00€

Benzin

150,00€

Bustransfer

260,00€

Übernachtungskosten

1.950,00€

Verpflegung

2.200,00€

Busfahrt nach Finisterre

290,00€

Summe Ausgaben

8.380,00€

 

Einnahmen 

 

 

Zuschuss Jugendamt (6,00€ pro Tag und Jugendlichen)

765,00€

Zuschuss Bundesprogramm „Vielfalt tut gut“? 

Restbetrag

Zuschuss kirchlicher Jugendplan

1 .000,00€

Spenden 

Summe Einnahmen 

 

Das Konzept ist Refinanziert durch die Programme: „Vielfalt tut gut“ und den kirchlichen Jugendplan.

 

 

Geplanter Projektablauf

 

Ich habe in meinen Projektablauf Rituale eingebaut damit sie den Kindern Halt geben.

 

Sie strukturieren den Tagesablauf und schenken den Kindern (und auch den Erwachsenen) Sicherheit. Gerade fernab von räumlich eingegrenzten Umgebungen sind Rituale  eine wichtige Grundlage den Kindern eine Tagesstruktur zu geben. So beginnt z. B. der Tag nach dem Frühstück immer in einem Kreis und nach dem Duschen treffen wir uns zur Reflexion.

 

Der geplante Projektverlauf siehe Anhang (hier nicht ausgeführt)

 

 

Veränderungen des Projektverlaufes

 

In O Cebreiro wurden nach 2 stündiger Wartezeit nur 4 Personen in 2 Betten aufgenommen. Die Restlichen 10 Personen unserer Gruppe mussten in eine Herberge 9km weiter entfernt übernachten. Zum Abendessen traf sich die Gruppe wieder in O Cebreiro.

 

Manche der Stadtbesichtigungen wurden nicht wie geplant in der Gesamtgruppe durchgeführt sondern in Kleingruppen.

 

Am 7 und 8 Tag bekamen 3 Jungs die Erlaubnis die Strecke Von Palas de Rei bis Melide bzw. Arzu alleine zu gehen. Sie hatten zur Sicherheit mein 2. Handy, 10 Euro sowie Wegbeschreibung und Proviant dabei.

 

Am 9 Tag bin ich mit 4 Kindern vorausgegangen, um einen Platz in der Herberge zu sichern.

 

Ich konnte nicht alle Spiele anbieten, weil sonst die Gefahr der Überforderung bestanden hätte.

 

In Arzua entschlossen wir uns, das Abendessen selbst zu zubereiten.

 

In einer Abschlussfeier  haben die Kinder ihre Goldmedaillen bekommen. Wir Betreuer trafen uns, um über die Eindrücke auf dem Weg und Erfahrungen mit den Kindern auszutauschen.

 

 

 

5. Nachbereitung

 

S=Zeigte die gleichen Verhaltensweisen wie im Gruppenalltag. Für ihn waren die 170Km keine körperliche Herausforderung. Er zeigte auf der Tour alleine eine hohe Hilfsbereitschaft gegenüber den Einheimischen und eine hohe Verantwortung für seine Rolle in der Kleingruppe.

 

M=Bei ihm kam es zur Gewichtsabnahme von 3Kg. Weiter ist positiv hervorzuheben dass er es vermied Kinder auszulachen.

 

D=Der Junge war unauffällig und nässte auch nicht ein.

 

L=Der Junge traute sich zu Beginn des Projektes sehr viel zu (auf Bäume zu klettern, barfuß im Bach zu laufen)zeigte aber in dessen Verlauf zunehmende Überforderung der psychischen Konstitution, die sich in Schreien und Treten äußerte.

 

F.S. =Der Junge übernahm Verantwortung besonders bei S. in dem er ihn öfters aufforderte sich ordentlich zu benehmen.

 

F.M. =Konnte Konflikte schwer aushalten. Dies Zeigte sich in dem er sich gelegentlich von der Gruppe entfernte.

 

N= Bei ihm konnte ich feststellen das er medikamentös falsch eingestellt war u. im Laufe des Projektes mehr Körperkontakt zulassen konnte.

 

J=Zeigte starkes Interesse an den Jungen.

 

M= Zeigte sehr viel Freude u. musste kaum schreien wie sie es im Alltag oft macht.

 

 

Reaktionen der Einrichtung

 

•  Erstaunen dass man mit Kindern so ein Projekt wagt.

•  Sehr viele Nachfragen von Kollegen im Vorfeld ob noch Platz ist ob sie mitgehen können.

•  Ermutigung und die Aufforderung auf diesem Weg weiter zu machen.

•  Gratulieren zum Projekt und der Flexibilität von der Bereitschaft von mir, andere Kinder aus anderen Gruppen mitzunehmen.

•  Respekt kam sehr oft zum Ausdruck, den Pilgerweg mit Kindern zu machen.

 

 

 

6. Reflexion

 

Wenn ich mir die gesamte Freizeit anschaue, fällt mir sehr viel ein. Ich möchte es ein wenig unterteilen:

 

Das Positivste an dieser Freizeit ist für mich, dass alle Kinder den Weg bis zum Ende geschafft haben. Auch wenn einige an ihre Grenzen kamen und es manchmal viel Motivation gebraucht hat, sind doch alle an das jeweilige Ziel gekommen.

 

Weiterhin war es toll, die Kinder in dieser fremden Umgebung beobachten zu können und zu sehen, wie sie ihre körperlichen Grenzen ausprobieren und erweitern. Der Weg hat z.B. L. auf diese Weise gestärkt, dass er auf Bäume kletterte und Mauern bestieg, die er sonst gemieden hätte. M. konnte in dieser Freizeit auf eine andere Weise seinen Körper spüren, indem er 3 kg in dieser Zeit abgenommen hat, ohne hungern zu müssen.

 

Dieser Weg hat auch psychische Grenzen einreißen lassen: M, die schwer traumatisiert ist, hat Kontakt zu Fremden aufgenommen. Auch S. hat seine Kontaktfähigkeiten verbessert und körperlichen Kontakt zugelassen (Kitzeln eines fremden Pilgers, der sich uns angeschlossen hat).

 

Sehr am Herzen liegen mir auch die Erfahrungen mit fremden Pilgern bzw. zu Einheimischen: Wir bekamen auf diesem Weg für unsere Gruppe immer wieder tolle Feedbacks. Sie haben uns als Gruppe erlebt, die miteinander diesen Weg geht und zusammenhält und trotzdem jeder Einzelne etwas Besonderes ist. In diesem Zusammenhang wurde auch oft das Team gelobt: Sie lobten unsere Arbeit und unsere Bemühen auf diesem Weg und auch in der täglichen Arbeit mit den Kindern.

 

Wir erlebten die Kinder im Umgang mit den Fremden immer sehr Hilfsbereit, Höflich, Freundlich und v.a. tierlieb! (Es gibt hunderte von Fotos mit unseren Kindern und Tieren). Das ist erstaunlich, v.a. wenn man sie im Alltag hier sieht und erlebt. Sie kamen mit allen Menschen trotz Sprachproblematik immer zurecht und fanden immer Freunde. Am Ende hat sich, wie schon genannt, ein fremder Pilger angeschlossen und uns die letzten Tage begleitet. Ein anderer Pilger wollte sogar einen unserer Jungs auf der Stelle adoptieren. Wenn das kein Kompliment ist!

 

Das Programm hatte jeden Tag eine Herausforderung parat. Nämlich ein Bett zu finden. Dies war für die Meisten von uns kein Problem und doch konnte es zeitweise zu einem werden. Die Kinder haben sich aber jeden Tag darauf eingelassen und gingen motiviert mit. Manchmal war es nicht ganz klar, ob wir pünktlich essen konnten. Auch das konnten die Kinder wirklich gut verkraften, denn nicht immer ist an der Strecke ein Supermarkt. Auch sonst waren unsere Kinder sehr flexibel und nahm seinen Weg an. Erstaunlich dabei war auch, dass sich niemand ernsthaft verletzte. Es gab zwar ein paar kleine Blasen und Druckstellen, zwei Insektenstiche und eine blutige Nase; aber das ist nichts, gemessen an 14 Tagen Freizeit! Insgesamt hatten wir meistens viel Spaß und Freude auf diesem Weg und immer eine Möglichkeit zu lachen, denn schließlich hatte jeder jeden Tag ein Erfolgserlebnis. Zu erwähnen ist an dieser Stelle auch das Wetter: Es hat die ganze Zeit nicht einen Tropfen geregnet und wir kamen immer trockenen Fußes an unser jeweiliges Ziel. Das hat zu unserer guten Laune selbstverständlich beigetragen.

 

Leider war nicht alles positiv: Wir haben insgesamt etwas mehr Geld gebraucht, als geplant. Dies lag daran, dass wir jeden Abend essen waren und nicht in jeder Herberge so gut ausgestattete Küchen wie in Palas de Rei auszufinden waren. Bei einem weiteren solchen Projekt sollte das beachtet werden. Wir waren eben mit 14 „Mann“ unterwegs und nicht zu zweit oder zu dritt. Da ist es dann eher möglich, sich etwas Warmes zuzubereiten. Auch wenn Spanien in punkto essen sehr billig ist, kamen wir so an unsere finanziellen Grenzen. Außerdem haben wir ab und an den Hunger von 10- bis 14- Jährigen etwas unterschätzt!

 

Ein zweiter Punkt ist die Wegstrecke: Auch, wenn unsere Kinder alle Strecken bewerkstelligen konnten, würde ich das nächste Mal die einzelnen Wegstrecken auf ca. 15 km begrenzen. Wir hatte am Abend oft zu wenig Zeit für Reflexionen mit Kindern und Team und waren manchmal einfach auch zu müde. Auch das wäre eine andere Planung wert, wenn es noch einmal zu einem solchen Projekt kommen würde. Gerade die Reflexionen mit den Kindern wäre mir bei diesem Projekt wichtig gewesen, um mehr von der Gemeinschaft zu erfahren (meist nur eigene Reflexionen mit einzelnen Erziehern) und den Gruppenprozess noch mehr fördern zu können.

 

Auch das Team hatte insgesamt zu wenig Zeit sich zu treffen, sich auszutauschen und gemeinsam reflektieren zu können. Dies hätte verschiedene Missverständnisse schneller aufklären können und allen den Weg etwas leichter machen können. Z.B hätten wir auf L. eher eingehen können, da er mit dem ständigen Wechsel überfordert war. Auch N. wäre evtl. besser zu handeln gewesen, wenn wir uns besser abgesprochen hätten. Auch die Sache mit dem Essen wäre dann vielleicht etwas billiger gewesen, wenn die Situation etwas klarer gewesen wäre.

 

Die Zeit in Santiago hat uns allen sehr gut gefallen. Das Haus wieder zu betreten, indem wir schon waren hat den Kindern Sicherheit gegeben und sie konnten hier fast „zu Hause“ ankommen. Aber 4 Tage in Santiago waren dann im Nachhinein doch etwas zu viel. Ich denke ein Tag zum Ausspannen und Bummeln hätten ausgereicht, um die Freizeit gut abzuschließen. Die Kinder hatten dort dann einfach nichts mehr zu tun und vielen in typische Verhaltensweisen und Ängste zurück (Ängste, die mit der Heimat und ihren eigenen Familien zu tun haben).

 

Wenn ich das jetzt so überblicke, war es aber insgesamt eine sehr schöne, gelungene, lehrreiche und intensive Zeit für uns alle. Die Kinder sprechen immer wieder davon und sind stolz es geschafft zu haben.

 

Eine kleine Anekdote zum Schluss: Als sie letzten Sonntag den Fernseher angemacht haben, sahen sie im Fernsehen den Weg nach Santiago. Da riefen die Kinder: “Schau mal! Da waren wir! Das haben wir auch gesehen!“

 

 

 

7. Literaturverzeichnis

 

Heckmair, Bernd /Michl Werner: Erleben und lernen Einstig in die Erlebnispädagogik Leuchterhand 2002

 

e&l: erleben und lernen Zeitschrift für handlungsorientierte Pädagogik
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Marianne und Kaspar Baeschlin: Einfach , aber nicht leicht  Leitfaden für lösungsorientiertes Arbeiten in sozialpädagogischen Organisationen

 

Dietrich Höllhuber: Wandern auf dem Spanischen Jakobsweg  Dumont aktiv2004

 

Claudia Franke: Wandern als erlebnispädagogische Maßnahme Grin Verlag

 

Annette Reiners: Praktische Erlebnispädagogik Ziel Verlag

 

http://www.jakobsweg-coaching.de /jakobsweg/

 

http://www.galinor.es/c-santiago/index.html

 

 

Abschlussprojekt der Ausbildung Zusatzqualifikation Erlebnispädagogik

im Arbeitsfeld Jugendhilfe, Schule, KJP

des KAP-Institutes

 

 

"Miteinander, füreinander auf dem Weg"

(Jakobsweg in Spanien)

 

 

Erlebnispädagogisches Projekt von Matthias Zimmermann

 

 

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